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Horse-Show: Parcourschef Wolfgang Meyer : "Wir sind keine Fallensteller!"

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Vor jedem Springen herrscht ein Gewusel im Parcours, wenn die Reiter die Distanzen abschreiten. Warum macht das selbst ein erfahrener Akteur, der die Sprünge zwischen den Hindernissen gut abschätzen kann?

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erstellt am 08.Feb.2013 | 07:13 Uhr

Schwerin | Eine Parcours-Skizze mit allen Distanz-Abmaßen bekommt ein Reiter nie zu Gesicht. Die nebenstehende Skizze - für Laien hat es durchaus was von einem Schnittmusterbogen - war zum Beispiel die gestrige Prüfung Nr. 8, die 1. Qualifikation zum Großen Preis bei der Schweriner Horse Show.

Vor jedem Springen herrscht ein regelrechtes Gewusel im Parcours, wenn die Reiter die Distanzen abschreiten. Warum macht das eigentlich selbst ein erfahrener Akteur, der die Galoppsprünge zwischen den Hindernissen sehr gut abschätzen kann? "Jedes Pferd ist unterschiedlich, viel hängt von dessen Galoppade ab. Bei einem 1,60 Meter hohen Pferd sind es drei Meter, beim einem 1,75er eben 3,80 Meter als Richtwert", so Derbysieger Holger Wulschner (Groß Viegeln), der ergänzt: "Der Abstand von einem zum anderen Sprung kann 17 Meter oder auch 18,50 betragen, dem Reiter ist es einerlei. Nun muss ich mich entscheiden, gehe es mit vier kurzen oder langen Galoppaden an. Oder reite ich, wenn eine gebogene Linie gefordert ist, einen weiteren bzw. engeren Bogen?"

Wolfgang Meyer (74) aus Diehlo, einem Stadtteil Eisenhüttenstadts, ist in Schwerin der Herr des Stangenwaldes. Der gebürtige Greifswalder ist seit Jahren Stammgast bei diversen Mecklenburger Turnieren. Seine Höhepunkte waren freilich als Parcoursbauer-Mitglied die Olympischen Spiele 2004 in Athen sowie die WM zwei Jahre später.

"Für die großen Springen habe ich zu Hause was Fertiges liegen, vor Ort wird es dann nur noch modifiziert", sagt Meyer. Ziel sei es, dass Reiter und Pferd die Aufgaben lösen können, aber wir auch die Leistungsfähigkeit der Pferde abfragen. Dabei hat es der Brandenburger gar nicht gern, wenn man ihn nach den Klippen seines Parcours fragt. "Wir sind keine Fallensteller!", kommt es aus seinem Mund. Zufrieden ist er, "wenn sich die Fehler verteilen sowie die Hälfte der Starter mit vier Fehlern und weniger rauskommt".

Gestern meisterten die Meyerschen Aufgaben in den beiden Youngster-Prüfungen am besten übrigens der Däne Sören Pedersen auf Tailormade Confidence sowie der dreifache Derby-Gewinner Toni Haßmann (Lienen) mit Galiano PKZ.

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