zur Navigation springen

SV Post Schwerin : "Wir hatten nie die Zeit, nach vorn zu gucken"

vom

Beim Handball-Zweitligisten geht’s - nicht zum ersten Mal - ums finanzielle Überleben. Geschäftsführer Friedrich Diestel sagte vergangenen Mittwoch unserer Zeitung: "Wir haben eine existenziell bedrohliche Situation."

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2012 | 07:07 Uhr

Schwerin | Quo vadis, Post Schwerin? Beim Handball-Zweitligisten geht’s - nicht zum ersten Mal - ums finanzielle Überleben. Geschäftsführer Friedrich Diestel sagte vergangenen Mittwoch im Interview mit dieser Zeitung: "Wir haben eine existenziell bedrohliche Situation." Zahlen der Unterdeckung nannte er bei einem geplanten Saisonetat von 930 000 Euro nicht. Zudem erklärte der seit 1. Juli im Amt befindliche Diestel, dass "leider bereits Gelder der bevorstehenden Saison verbraucht wurden". Darüber hinaus "gab es bis Anfang Juli keine Initiativen, um neue Sponsoren zu gewinnen".

Auch ohne Namen war klar, wen Diestel meint- in erster Linie seinen Vorgänger Ingo Heinze sowie den bis Juni für Marketing verantwortlichen Burkhardt Tiedt. Sie schwiegen tagelang, um sich gestern nun doch öffentlich zu wehren. Tiedt: "Emotionen sollten keine Rolle spielen." Zudem habe er sich wegen der in seinen Augen ungerechtfertigten Diestel-Vorwürfe "Berater zur Seite genommen". Tiedts Job seit Dezember 2010 war u.a. neben der Tätigkeit als Hallensprecher vor allem eines: Sponsoren zu akquirieren. "2011 habe ich einen sechsstelligen Betrag an Sponsorengeldern eingebracht, 2012 war es bis Juni ein höherer fünfstelliger. Noch im Juni habe ich einen neuen Sponsor für den Club der Handballfreunde gewonnen. Aber auch Ulli Witt (Ex-Geschäftsführer und Ex-Gesellschafter - d. A.) oder Ingo Heinze waren ständig los." Im Juni habe sich Tiedt dann selbst ausgewechselt, da "Zusagen von Post, auch finanzieller Art, nicht eingehalten wurden". Auch wenn sein Herz weiter für den Handball und Post Schwerin im besonderen schlägt, eine Zusammenarbeit unter Diestel könne er sich derzeit aber nicht vorstellen.

Heinze, der sich als Spieler z. Z. in der Reha befindet, erklärte zu den Diestel-Vorwürfen: "In meiner Zeit (vom 1. März insgesamt 113 Tage - d. A.) wurden keine Gelder der neuen Saison angegriffen. Und eines möchte ich klar sagen: Keiner im Verein wollte Post schädigen! Wir alle, ob Ulli Witt oder andere, haben jeden Tag so gearbeitet, dass wir uns um Sponsoren kümmern und Geld reinholen. Wenn wir das nicht getan hätten, hätte man den Laden schon da zumachen können." Und dann folgte der Satz, der alles zur Lage beim SV Post aussagt: "Wir hatten nie die Zeit, nach vorne zu gucken, weil wir immer nach hinten schauen mussten."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen