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FC Hansa Rostock : "Wir finden zurück in die Spur"

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Im Moment hat FC Hansa seine Spiele verloren, sobald er in Rückstand gerät. Doch wie werden die Rostocker diese "Seuche" wieder los? Leonhard Haas empfiehlt Bayern gegen Dortmund als Anschauungsunterricht.

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2012 | 07:06 Uhr

rostock | Im Moment hat Fußball-Drittligist FC Hansa seine Spiele verloren, sobald er in Rückstand gerät. Dreimal in den zurückliegenden vier Partien war das jedenfalls so. Wie werden die Rostocker diese "Seuche" wieder los? Was muss getan werden, damit die Mannschaft weiter an sich glaubt, auch wenn sie ein 0:1 kassiert?

Fascher: "Mentaltrainer? Das ist mein Job"

Wird gar ein Mentalcoach benötigt? "Nein. Das ist mein Job", stellt Marc Fascher klar. Der Cheftrainer ist als durchaus temperamentvoll bekannt, deswegen aber noch lange keiner, der rumbrüllt, wenn ihm was gegen den Strich geht. Der 44-Jährige verkörpert mehr den Typ sachlicher Analytiker. Er rede schon Tacheles, wenn das erforderlich sei, so Fascher, doch auch nach dem 0:2 zuletzt bei den Stuttgarter Kickers sei er nicht laut geworden. Unmittelbar nach dem Abpfiff tue er dies ohnehin nicht, "denn ich will da nichts ansprechen, was ich nachher womöglich wieder zurücknehmen muss. Denn es ist von der Wahrnehmung her etwas völlig anderes, ob man live am Spielfeldrand steht oder sich das später bei ’ner Apfelschorle noch mal auf DVD anschaut. In Stuttgart war in der Halbzeit für mich die Welt noch in Ordnung. Ich hatte nicht viel zu bemängeln, sondern vielmehr die Hoffnung, dass wir die zweite Hälfte genauso druckvoll anfangen wie die erste. Leider sind wir über den Wunschgedanken nicht hinausgekommen."

Nach 13-mal Start-Elf zuletzt nur am Liveticker dabei

Der defensive Mittelfeldmann Leonhard Haas konnte in Stuttgart nicht mitwirken. Er musste nach seiner fünften gelben Karte ein Spiel aussetzen und blieb deshalb zu Hause in Diedrichshagen bei der Familie, zu der neben Ehefrau Franziska (27) die Söhne David (wird im Januar drei) und Julian (wurde vor einem Monat eins) gehören. "Ich habe den Liveticker verfolgt und im Fernsehen ein bisschen was gesehen, aber davon gewinnt man ja nicht so den Eindruck. Wir können auf jeden Fall bessere Leistungen zeigen", sagt der in Rosenheim geborene Bayer, dessen Erfahrung den Weiß-Blauen gewiss gut zu

Gesicht gestanden hätte; nicht umsonst stand der 30-Jährige in all seinen 13 Einsätzen für den FC Hansa in der Start-Elf - und, bedingt durch drei späte Auswechslungen, ganze elf von 1170 mög-lichen Minuten nicht auf dem Platz.

Haas, der 2004/05 zeitweise zum Kader des Erstligisten Hamburger SV gehörte, für FC Augsburg, SpVgg Greuther Fürth und FC Ingolstadt 113-mal in der 2. Bundesliga auflief, glaubt die Ursache erkannt zu haben, warum die Rostocker derzeit in der Zwickmühle stecken: "Es ist eine Mentalitätsfrage. Du weißt, du hast in dieser Saison noch nicht so viele Spiele gedreht, und schon gehen die Köpfe runter. Das müssen wir rauskriegen und dahin zurückkommen, dass es uns nichts ausmacht, wenn wir mal in Rückstand geraten oder den Ausgleich kassieren." Vor allem gehe es darum, wieder mehr Torgefahr auszustrahlen, Chancen zu erarbeiten. "Da sind aber nicht nur die Stürmer oder die ,Sechser’, sondern die komplette Mannschaft gefordert. Bayern München gegen Borussia Dortmund (Spitzenspiel der 1. Bundesliga/1:1 - d. Red.) war das Parade-beispiel. Das ist unglaublich gut gewesen, wie da beide Teams gegen den Ball gearbeitet haben, komplett offensiv und defensiv, wie sich auch beispielsweise die linken und rechten Verteidiger mit einschalteten", so Leonhard Haas.

Am Sonnabend wird der Blondschopf aller Voraussicht nach ins Team zurückkehren und hofft, dass sowohl gegen Unterhaching als auch gut eine Woche später in Babelsberg gepunktet werden kann, um versöhnlicher Stimmung in die Winterpause zu gehen: "Wir müssen einfach weiter arbeiten, Dinge, die zuletzt nicht so klappten, besser machen, und dann denke ich schon, dass wir zurück in die Spur finden."

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