zur Navigation springen
Sportticker

14. Dezember 2017 | 09:19 Uhr

Wintereinbruch auch im Post-Spiel

vom

svz.de von
erstellt am 29.Jan.2012 | 05:30 Uhr

Schwerin | Das war nichts! Die Leistung der Schweriner Post-Handballer am späten Sonnabendnachmittag gegen den Aufstiegsaspiranten TV 1893 Neuhausen war nach dem Pausentee einfach unterirdisch. Am Ende durfte sich die Truppe um Kapitän Stephan Riediger bei den Schwaben bedanken, dass es nicht noch peinlich wurde. Denn die Gäste führten nach 48 Minuten bereits mit sage und schreibe 28:17!

So waren die Mecklenburger in dieser Zweitliga-Saison in einer Halbzeit noch nicht vorgeführt worden. Und das in eigener Halle! Wintereinbruch auch bei den Postlern sozusagen… Der Endstand von 26:31 (13:14) war denn auch noch das Beste an diesem Tag mit einer noch vorzeigbaren ersten Halbzeit und dem Totaleinbruch danach.

Die Latte an Ausfällen bei den Postlern war einfach nicht zu kompensieren. Der Halbrechte "Dinos" Chantziaras hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Und der in Halbzeit zwei für den eine Pause brauchenden zehnfachen Torschützen Sven Thormann eingewechselte Ingo Heinze erlangt langsam aber sicher den Ruf, der "Pascal Hens von Schwerin" zu sein. Beim Shooter ging rein gar nichts. Der im April 30 Jahre alt Werdende benötigt offensichtlich psychologische Hilfe, um aus dem tiefen Loch zu kommen. Und der SV Post braucht unbedingt einen Ingo Heinze und seine einfachen Tore aus dem Rückraum. Der Kader ist zu dünn, um auch nur ein, zwei Mann mitzuschleppen. Ansonsten könnte es noch eng werden mit dem Ziel Klassenerhalt - trotz der derzeit fünf Punkte Luft nach unten.

Gegen Neuhausen zeigten nur zwei eine gute Leistung. Neben Thormann war es Thomas Riha, der vor allem in der Deckung positiv auffiel. Und mit Abstrichen sei hier noch Spielmacher Moritz Weltgen genannt - so lange, wie die Kraft reichte. Dass das gegen Neuhausen zu wenig war, konnte man sich an fünf Fingern abzählen.

Dabei begann Post stark, führte 6:3 (9.) durch Thormanns vierten Treffer im Spiel. Doch dann sah er eine Zweiminutenstrafe, die ein Witz war und der TVN legte einen 5:0-Lauf hin (8:6/14.). Von da an diktierten die Schwaben die Partie, obwohl Schwerin bis zu Pause (13:14) toll dagegenhielt. Aber es fiel auf: Zehn der 13 Post-Tore gingen aufs Konto von Thormann (6) und Weltgen, währenddessen hatte Neuhausen acht Torschützen.

Zudem war in den ersten 30 Minuten richtig Feuer drin. Post-Trainer Christian Prokop hatte im Vorfeld in dieser Zeitung den Gästen "Schauspielereien" vorgehalten. Und als Emrich und Trost in der Startphase schnell fielen, kam prompt das Echo von den Rängen. Emrich ging dann erst einmal schnell auf die Bank. Derweil kam es zu gleich mehreren Disputen zwischen den Trainern. Prokop monierte immer wieder die Fallsucht bei den Gästen sowie die wirklich schlechte Leistung der Schiris aus Brandenburg. Derweil erwiderte Gäste-Coach Marcus Gaugisch das mehrfach mit dem bekannten Gänseschnabel-Zeichen "plapper, plapper"… So was hatte es zwischen den Bänken lange nicht gegeben. Und als mit dem Pausenpfiff der TVN-Zehner (Stevic) den Zehner bei den Postlern (Riha) regelrecht abschoss, war endgültig Feuer unterm Dach.

Doch der Brandherd wurde dann freilich auf der Platte schnell gelöscht. Die Postler agierten immer wieder mit dem gleichen Rezept im Angriff: Ein, zwei Querpässe und einer der beiden Halbspieler ging mit an den Kreis. Was in Halbzeit eins noch mehrfach toll funktionierte, wurde immer wirkungsloser. Neuhausen hatte sich darauf eingestellt und fing einen Ball nach dem anderen ab.

Am Ende zeigte sich auch Gaugisch ganz galant: "Schwerin ist eine schöne Stadt. Wenn man zwei tolle Tage hat, dann ist Schwerin natürlich eine Reise wert." Vor allem, wenn man so leicht die Punkte mitnehmen kann…

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen