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Wieder einmal Zittereinlage im Saison-Endspurt

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erstellt am 04.Mai.2010 | 06:45 Uhr

Rostock | Für den Fußball-Zweitligisten FC Hansa Rostock kommt es erneut zu einem Endspiel mit Zittereinlage im letzten Akt einer Saison. Im Fernduell mit dem FSV Frankfurt (zu Hause gegen Koblenz) kämpfen die Ostseestädter in Düsseldorf um den direkten Klassenerhalt und gegen die Abstiegs-Relegation mit dem Dritten der 3. Liga. Ein Blick in die Vergangenheit verrät, dass die Kogge - immer wenn nötig - zumindest ihre Hausaufgaben erledigte und sich so mehrmals in allerletzter Sekunde retten konnte. Die Fans dürfen also weiterhin auf ein Happyend hoffen.

Am Sonntag geht es für den FCH in das nunmehr 19. Finale einer Spielzeit in der 1. oder 2. Bundesliga. In den vorhergehenden 18 verfügen die Hansestädter über eine positive Bilanz von zehn Erfolgen und einem Remis bei sieben Schlappen. Auffällig: Die Hanseaten traten jeweils neunmal zu Hause (sechs Siege, drei Niederlagen) und auswärts (jeweils vier Siege und Pleiten) an. Die bekannte Stammtisch-Parole und oft bemühte Kicker-Weisheit "Im Fußball sowie im Laufe einer Saison gleicht sich alles aus" findet diesbezüglich also ihre Bestätigung.

Vor allem wenn es gegen den Abstieg ging, konnten sich die Anhänger bislang auf ihre Mannschaft verlassen. Einen dicken Eintrag in der Vereinschronik hat dabei der 29. Mai 1999 sicher. In einem der dramatischsten Saisonfinales aller Zeiten schaffte Hansa mit einem 3:2 beim VfL Bochum (nach 1:2 Rückstand) doch den Klassenerhalt. Siegtorschütze Slawomir Majak wird heute noch als großer Held gefeiert. Ein Jahr später gab es einen 2:0-Erfolg auf Schalke, der die Rettung perfekt machte. Und vor nicht einmal knapp zwölf Monaten beseitigten die Ostseestädter mit einem 1:1 beim SV Wehen Wiesbaden endgültig die letzten Zweifel. Jedes Mal, wenn es für Rostock um die Existenz ging und am 34. Spieltag noch alles offen war, schlugen die Ostdeutschen zu. 2004/05, als Hansa mit 1:2 in Dortmund unterlag, bzw. 2007/08 beim 2:1 in Bochum war der Abstieg der Kogge bereits vorher besiegelt. Auch 1991/92, als der Klub zum ersten Mal seinen Abschied aus der 1. Liga nehmen musste, erbrachte die Truppe ihren Teil und verdarb Eintracht Frankfurt mit einem 2:1 die Meisterschaft. Jedoch reichte es nicht zum Klassenerhalt, da sich die SG Wattenscheid gegen Borussia Mönchengladbach mit 3:2 schadlos hielt und auch die Stuttgarter Kickers mit 2:0 gegen Bochum siegten.

Anders war es dagegen, als die Truppe etwas erreichen konnte, sprich die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb winkte. So versagten 1995/96 dem Team um Heiko März, Stefan Beinlich, Steffen Baumgart und Jonathan Akpoborie die Nerven. Eine 0:1-Heimschlappe gegen den 1. FC Köln beendete die Träumereien vom UEFA-Cup.

Letztendlich kann sich der Verein auch bei der Deutschen Fußball-Liga und dem Deutschen Fußball-Bund für die Einführung der Relegationsspiele "bedanken". Würde es diese Zusatzchance nämlich nicht geben, sondern wie von 1995/96 bis 2007/08 vier Truppen direkt absteigen, wären die Rostocker wie auch der FSV Frankfurt nicht mehr zu retten.

Daher kann es auch im Falle des Klassenerhalts, ob nun direkt oder über die Hintertür, im Sommer nur eine schonungslose und ehrliche Analyse geben, damit es Hansa endlich gelingt, den Abwärtstrend zu stoppen und eine Trendwende einzuläuten. Denn egal, wie es diesmal ausgeht, es ist noch ein Stück schlechter als in der desaströsen Vorsaison, wo der FCH am Ende auf Rang 13 landete.

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