Wer zieht bei Hansa die Reißleine?

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Käptn fleht die Fußball-Götter an: "Das wäre Gold wert, wenn mal wieder ein Schuss reingeht", so Sebastian Pelzer. A. Bünning

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04. März 2013, 10:04 Uhr

Rostock | Seit neun Spielen ohne Sieg, null Punkte im Jahr 2013 und mitten im Kampf um den Klassenerhalt angekommen: Bei Fußball-Drittligist FC Hansa schrillen nach der 0:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Heidenheim längst alle Alarmglocken.

Das klingt rekordverdächtig. Allerdings waren die Küstenkicker schon einmal sagenhafte 15. Spieltage sieglos geblieben. Seinerzeit in der Saison 2004/ 05 und damit in der 1. Bundesliga. Damals holte der FCH in der Phase sechs Pünktchen und stieg am Ende als Tabellen-17. denn auch folgerichtig ab. Zudem nahm Trainer Juri Schlünz - unvergessen - nach der 0:6-Heimschlappe am 14. November 2004 gegen den HSV von sich aus den Hut…

Bundesliga-Rekordhalter in dieser Negativ-"Hitliste" ist übrigens Tasmania 1900 Berlin - wer sonst - mit gleich 31 Spielen (1965/66) gefolgt von Dynamo Dresden (21 Spiele/ 1994/95).

Doch darauf wirft man in Rostock aktuell garantiert kein Auge. Die nicht nur den Hansa-Fans unter den Nägeln brennende Frage der Fragen ist vielmehr: Findet die Elf von Trainer Marc Fascher beim freien Fall Richtung Drittliga-Abstiegsplätze die Reißleine?

Beim Heim-0:2 vom Samstag gegen Heidenheim fand die Fascher Truppe sie jedenfalls mal wieder nicht. Mittelfeldspieler Philipp Klement: "Das war die vierte Niederlage in dieser Jahr. Klar, dass da die Stimmung nicht so gut ist. Die Lage kann man schon als dramatisch bezeichnen."

Dabei zeigte sich das umformierte Team - mit Mittelfeldraute und Doppelspitze - in seinen Offensivaktionen zumindest in der ersten Halbzeit verbessert. "Wir haben spielerisch kleine Schritte nach vorne gemacht und bis zum Sechszehner gut agiert", meinte Abwehrchef Matthias Holst. Auch Mittelfeldmotor Nico Zimmermann, der in der 26. Minute nach starkem Solo die Riesenmöglichkeit zum 1:0 vergab, sprach von ordentlichem Fußball. "Nur der letzte Pass in die Spitze hat gefehlt."

Die Anlagen scheinen also vorhanden, allein, die Mannschaft kann ihr Potenzial derzeit nicht in Zählbares, sprich in Tore und damit Siege ummünzen. "Das wäre Gold wert, wenn mal wieder ein Schuss reingeht", hofft nicht nur Kapitän Sebastian Pelzer auf die Initialzündung.

Abwehrmann Holst morgen gesperrt

"Es ist traurig, aber es ist so. Das Glück ist derzeit nicht auf unserer Seite. Uns fehlt ein Erfolgserlebnis, das wir aufsaugen, damit endlich der Knoten Platz", sagte Holst, der sich zu allem Überfluss die fünfte Gelbe Karte einhandelte und im Nachholspiel morgen um 19 Uhr gegen Wacker Burghausen gesperrt ist.

Bleibt die Frage, ob die Truppe dem zunehmenden mentalen Druck im Kampf um den Klassenerhalt überhaupt gewachsen ist? "Fußball ist zu 80 Prozent Kopfsache. In dieser Situation kann ich nur mental einwirken", sagte Trainer Marc Fascher. Er hat jedenfalls die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sein Team die jüngst gezeigte Leistung nicht nur eine Halbzeit lang, "sondern über 70 oder gar 90 Minuten abruft". Wenn da nicht immer wieder diese psychologischen Nackenschläge (Eigentor, verwehrter Elfmeter) wären...

  • Brinkies bleibt: Nummer 1: Johannes Brinkies wird auch gegen Wacker Burghausen das Tor hüten. „Ja, er wird spielen. Er hat gegen Heidenheim eine ordentliche Leistung gezeigt, konnte bei den Gegentoren nichts machen“, legte sich Trainer Marc Fascher diesmal schon früher auf seinen Stammkeeper fest.
  • Rückt Pelzer nach innen? Für den gesperrten Abwehrmann Mat-thias Holst (fünfte gelbe Karte) könnten Maurice Trapp oder sogar Kapitän Sebastian Pelzer in die Innenverteidigung rücken. „Bei Maurice sieht es gut aus, er trainiert wieder mit. Aber auch Sebastian wäre eine Option, weil er dort schon gespielt und seine Sache gut gemacht hat. Es wird Zeit, dass wir das Zentrum dicht bekommen“, so Marc Fascher.
  • Noch zwei Einheiten: Nach dem gestrigen Training, bei dem die Stammkräfte merklich geschont wurden, finden heute um 14.30 Uhr sowie morgen (10.45 Uhr) je eine Einheit statt.
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