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18. Dezember 2017 | 23:33 Uhr

"Wer ausschert, läuft nicht auf"

vom

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2012 | 07:34 Uhr

El Rompido | Heute fliegt Fußball-Zweitligist Hansa Rostock aus seinem Trainingscamp aus Spanien zurück nach Deutschland. Vor der Abreise sprach unser Autor André Gericke mit Trainer Wolfgang Wolf.

Herr Wolf, wie lautet Ihr Fazit des Camps?

Wolfgang Wolf: Ich kann nicht klagen. Wir hatten optimale Voraussetzungen, angefangen von den Zimmern über die Trainingsbedingungen und die Gegner. Auch das Wetter spielte mit. Die Mannschaft setzte in den Vergleichen das um, was ich wollte. Wir sind in jeder

Partie einen Schritt weitergekommen, auch die Jungen. Zudem haben wir keinen Verletzten außer Pavel Koštál. Das ist sehr positiv.

Gibt es Gewinner oder Verlierer der bisherigen Vorbereitung?

Natürlich. Der eine oder andere Spieler wird sich auch ein kritisches Wort anhören müssen, wie ich ihn sehe, wie die vergangenen Wochen gelaufen sind und wo ich ihn hinhaben möchte. Man muss in der Vorbereitung aber immer berücksichtigen, dass jeder die Anstrengungen anders verkraftet. Das heißt nicht, wenn jetzt jemand am Boden ist, dass er gleich zum Verlierer wird.

Edisson Jordanov ist sicherlich eine positive Überraschung. Er machte mit starken Leistungen auf sich aufmerksam...

In der Tat ist es so, dass der Jüngste, bei dem keiner etwas erwartete, den größten Schritt vollzog und ganz nah an der ersten Elf dran ist. An "Edi" habe ich richtig Freude. Er macht sich keine Gedanken und spielt einfach Fußball, weil es ihm Spaß macht. Ich hoffe, dass er einschätzen kann, wie nah er dran ist, und dass er mit seiner Unbekümmertheit seine Position verteidigen muss. Und ich wünsche mir, dass er die Unbekümmertheit und Frechheit nicht so schnell verliert.

In anderthalb Wochen beginnt beim VfL Bochum die Frühjahrsrunde. Was wird bis dahin noch passieren?

Jetzt geht der Kampf um die Plätze richtig los. Ich habe ein paar Eckpfeiler in meinem Kopf. Aber drumherum muss man sehen, wer fit ist, welche Taktik wir spielen, und wer mit dem Druck am besten umgeht. Das müssen wir alles beachten. Wichtig ist, dass wir im Test gegen Lausanne keine Verletzten hinzubekommen. In der nächsten Woche werden wir an der Taktik feilen und versuchen, die nötige Schnelligkeit sowie Spritzigkeit zu bekommen. Die taktische Disziplin ist oberstes Gebot. Wer da ausschert und die Geduld nicht hat, nicht mitarbeitet - nach hinten wie nach vorne -, der wird nicht auflaufen. Aber das wissen die Spieler auch.

Hat das Team Ihre Philosophie schon verinnerlicht?

Wir nähern uns an. Ich will nicht mehr, dass grundlos lange Bälle geschlagen werden, sondern dass wir von hinten heraus kombinieren und schnell über die Außen nach vorne gelangen. Ich denke, dass wir von Spiel zu Spiel besser werden. Wir wollen Ballbesitz erhalten und nicht mehr soviel unseren Fehlpässen nachrennen. Das kostet viel Kraft.

Mit Freddy Borg und Marek Janecka holte Hansa zwei Neue. Wie weit sind sie?

Jede Einheit hilft ihnen. "Janni" ist schon ein bisschen weiter. Er spielte gegen Moskau 45 und Mattersburg 70 Minuten. Da hat er bereits gezeigt, was er kann, machte kaum Fehler. Freddy muss etwas aufholen, aber auch er deutete an, wie wertvoll er werden kann. Ihn müssen wir nur noch mehr einbeziehen. Ich denke, dass beide auch keine Anpassungsprobleme haben wie das bei jemandem wäre, der nicht im Training war oder den europäischen Fußball nicht kennt.

Steht damit der Kader?

So wie es aussieht, ist er komplett. Es sei denn, dass uns noch ein Spieler verlässt.

Gibt es Anzeichen dafür?

Wenn ein Angebot kommt, kann man darüber reden. Wir haben ja noch bis zum 31. Januar Zeit. Angedacht ist es nicht, aber man weiß nie, was alles passiert.

Wieviele Punkte sind Ihrer Meinung nach nötig, um die Klasse zu halten?

Das weiß ich nicht. Diese Rechnung habe ich noch nie gemacht, weil sie nie aufgeht. Die 2. Liga ist eine Wundertüte. Wir versuchen das Machbare. Zwei Tage vor Schluss können wir mal auf die Tabelle schauen. Notfalls müssen wir über die Relegation gehen, aber Hauptsache, wir bleiben drin. Und egal, was herauskommt, am Ende des Tages müssen wir uns im Spiegel wiedererkennen.

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