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"Wenn das hier vorbei ist, mache ich drei Kreuze"

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erstellt am 23.Jan.2012 | 07:51 Uhr

El Rompido | In Zimmer 102 des "Precise Golf & Beach Resort"-Hotels in El Rompido fehlt das Bett. Stattdessen stehen in diesem Raum Metallkisten, Ballpumpe, Hütchen, Kegel, liegen Bälle herum und türmen sich auf den Tischen jede Menge Klamotten. Denn für acht Tage ist die 102 der Arbeitsplatz von Andreas Thiem, dem langjährigen Zeugwart des Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock. "Die Bedingungen sind sehr gut. Den Raum hatte schon das Hotelpersonal für uns so hergerichtet", erklärt der 46-Jährige.

Im Gegensatz zu einigen anderen Trainingslagern muss "Andi" diesmal nicht selbst die Wäsche waschen. "Das ist schon besser. Sonst ist man zu sehr auf das Hotel angewiesen und muss warten, wann die Maschinen frei sind", so der Rostocker. Doch in El Rompido werden die dreckigen Klamotten zweimal am Tag abgeholt und am nächsten wiedergebracht. "Eigentlich sollen sie immer um 7.30 Uhr zurückkommen. Aber das klappt hier in Spanien nicht immer", berichtet der Zeugwart. Insgesamt nahm er 100 komplette Garnituren an Trainingskleidung mit. Hinzu kommen zwei verschiedene Spielkluften in doppelter Ausführung. Das alles hat er in elf große Transportkisten verpackt. "In Rostock ist jetzt nichts mehr", verrät Thiem, für den die Vor-bereitungen stets die heißesten Saisonphasen sind. "Da ist es völlig egal, ob Winter oder Sommer. Es ist immer eine nervenaufreibende Zeit und eine harte Woche. Die Mannschaft hat ja schon in Rostock bis zu dreimal täglich trainiert. Da kam eine Menge zusammen. Dort musste ja auch schon alles funktionieren und gewaschen werden. Ich hatte mich bereits am Montag (Anreisetag war Mittwoch - d. Red.) zu Hause verabschiedet, um alles zu packen", sagt der Hanseat mit dem Markenzeichen wehendes Haar.

Vergessen hat er bislang noch nichts, weder auf der An- noch Abreise. "Toi, toi, toi - bisher klappte immer alles. Natürlich überlegt man stets mehrmals, ob alles dabei ist", so der Zeugwart, der zwar nicht auf jedem Zimmer nachschaut, ob etwas vergessen wurde, aber kurz vor der Abreise dann doch überall anklopft und darum bittet, dass alles zurückgegeben wird: "Einige Spieler behalten manchmal ein paar Sachen auf ihren Zimmern. Das ist eigentlich nicht ideal und gefällt mir so nicht."

Heute will Thiem ein bisschen zocken. "Normalerweise holen die Spanier die Wäsche morgens und mittags ab. Ich will sie aber am Nachmittag noch einmal kommen lassen, damit wir sie sauber am Mittwochmorgen mitnehmen können. Ich bin gespannt, ob das klappt", erklärt "Andi", für den der Stress in Rostock weitergeht: "Ich muss ja alles wieder einräumen, und am Sonnabend steht schon das nächste Spiel an. Wenn die Vorbereitung vorbei ist, mache ich drei Kreuze."

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