Weilandt und Co. legen Schalter um

Rostocks Offensivmann Tom Weilandt erzielte gestern beim 2:1-Auswärtserfolg beim 1. FC Heidenheim das 1:0 für den FC Hansa.Eibner-Pressefoto
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Rostocks Offensivmann Tom Weilandt erzielte gestern beim 2:1-Auswärtserfolg beim 1. FC Heidenheim das 1:0 für den FC Hansa.Eibner-Pressefoto

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16. September 2012, 08:45 Uhr

heidenheim | Mit der mit Abstand besten Saisonleistung hat der FC Hansa gestern in der 3. Fußball-Liga im ersten Punktspiel unter der Verantwortung von Marc Fascher beim Tabellenführer 1. FC Heidenheim einen keineswegs erwarteten 2:1-Sieg geholt. Und zwar mit leidenschaftlichem Kampf aller und gepflegtem Fußball!

Zwei Wochen nach dem 1:1 gegen Wehen Wiesbaden noch unter Wolfgang Wolf ging es für die Rostocker mit einem auf vier Positionen veränderten Team in Ost-Württemberg weiter. Der neue Trainer Marc Fascher bot Mendy an Stelle von Geenen als Rechtsverteidiger und links Pelzer statt des verletzten Marcos auf. Außerdem begann Smetana als alleinige Spitze. Quaschner und Plat nahmen auf der Bank Platz. Die Gäste traten im 4-2-3-1 an. Im Mittelfeld agierten Leemans und Haas als "Doppel-Sechs", davor von rechts Jordanov, Weilandt und Blum.

Bei hochsommerlichem Wetter und auf traumhaftem Geläuf im "Schmuckkästchen" Voith Arena gefielen die Hanseaten in der ersten Halbzeit. Mit frühem Stören, Räumeverengen und konzentrierter Arbeit am Mann lösten sie die Aufgabe defensiv gut, gestatteten dem Favoriten wenig.

Zu Beginn unterlief Holst ein kapitaler Schnitzer, da wäre Strauß um ein Haar weg gewesen, doch Pelzer konnte die brenzlige Situation bereinigen (3.). Nach einer halben Stunde gab es nach der ersten Ecke der Partie ein einziges Mal ein wildes Durcheinander im Rostocker Strafraum, das im Endeffekt Gusche auflöste (29.). Ansonsten war nur ein Freistoß von Schnatterer zu notieren, der Keeper Müller allerdings vor keine Probleme stellte (32.).

Erst mal hinten dicht machen - so war auch der Plan der gestern ganz in Schwarz auftretenden Gäste. Darüber hinaus wollten sie nach vorne etwas bewegen. Und, gelang ihnen dies? Ja! Die ersten Schussversuche (Blum/2., Leemans/7., 8.) gerieten noch zu ungenau beziehungsweise ein Heidenheimer stand im Weg. Doch dann die 18. Minute: Holst leitete mit einem weit geschlagenen Ball ein, den Weilandt aufnahm und ohne lange zu fackeln ins obere rechte Eck nagelte zum nicht unverdienten 1:0 für die Mecklenburger! Apropos Fackel: Im Gäste-Block entlud sich die Freude leider wieder mal auch im Zünden von Pyrotechnik, blauer Qualm machte sich breit, aber nach einer kurzen Unterbrechung konnte es weitergehen. Nach Flanke von Mendy besaß Haas vor der Pause noch eine gute Kopfballchance (37./mit Gefühl, jedoch knapp vorbei).

Zur zweiten Halbzeit kam Berger für den Gelb-Rot-gefährdeten Pelzer, die Linksverteidiger-Position übernahm Blum. Es ging alles andere als gut wieder los. Nach einer schnellen Freistoß-Ausführung waren die Rostocker unsortiert, Thurk avancierte aus Nahdistanz zum Nutznießer - 1:1 (50.).

Eine Schockstarre blieb allerdings aus beim FCH. Offensichtlich hatte Fascher seinem Team in der kurzen Zeit schon genug Selbstvertrauen in den Kampf mitgegeben, dass es jetzt auf die erneute Führung drängte. Und sie erzielte. Smetana nahm einen Ball von Holst mit der Brust an, legte sich die Kugel so selbst perfekt vor und vollendete - 2:1 für Hansa (62.). Gegen jetzt zunehmend entnervte Gastgeber hätte Weilandt den Sack zubinden müssen, war schon an Torwart Lehmann vorbei, schoss dann aber einen Verteidiger an (74.). Zum Glück rächte sich das nicht.

Trainerurteile

Frank Schmidt (Heidenheim): Das war nach knapp elf Monaten unsere erste Heimniederlage in der 3. Liga, und das tut weh. Wir hatten Probleme mit dem Spielaufbau. Uns fehlten die Giftigkeit, Aggressivität und letzte Entschlossenheit. Der Gegner konnte sich immer wieder ordnen. Wir kamen defensiv mit den langen Bällen von Hansa nicht klar.


Marc Fascher (Rostock): Wenn ich die 90 Minuten Revue passieren lasse, war es keine Partie für schwache Nerven. Wir wollten Heidenheim den Spielaufbau so schwer wie möglich machen. Das ist uns gerade in der Anfangsphase gut gelungen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit trat genau das ein, wovor ich gewarnt hatte: Wir kassierten früh den Ausgleich. Die Mannschaft hat sich aber nicht von ihrer Marschroute abbringen lassen. Wer in Heidenheim gewinnen will, braucht auch ein Quäntchen Glück - und das hatten wir.

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