Paralympics-Debüt für Schweriner Schwimmer : "Wasser ist mein Element"

Stolzer Silber-Gewinner: Torben Schmidtke, der beim PSV Schwerin groß wurde.Steimer
Stolzer Silber-Gewinner: Torben Schmidtke, der beim PSV Schwerin groß wurde.Steimer

Der 23 Jahre alte Schwimmer Torben Schmidtke aus Schwerin hat sein Paralympics-Debüt im 100-Meter-Brustschwimmen mit Silber gekrönt. Heute schwimmt er in der Lagenstaffel.

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08. September 2012, 09:07 Uhr

London | Vom Startblock aus drehte Torben Schmidtke noch kurz den Kopf zur Seite. Er suchte Blickkontakt zu seiner Familie und seiner Freundin auf der Tribüne. Dann das Startsignal. Eine Minute, 25 Sekunden und 23 Hundertstel brauchte er für die zwei Bahnen. "Als ich anschlug und am Block die zwei Punkte aufleuchteten, die mir sagten, dass ich Zweiter bin, das war ein unbeschreibliches Gefühl", sagt er.

Der 23 Jahre alte Schweriner kann es auch, nachdem er zweimal darüber geschlafen hat, noch nicht fassen: "Bei meinen ersten Paralympics gleich eine Medaille zu machen, ist super."

Das tolle Gefühl begann schon vor der Silbermedaille im 100-Meter-Brustschwimmen: Bereits im Vorlauf gelang Schmidtke ein paralympischer Rekord. Der wurde allerdings direkt im nächsten Vorrennen vom Ukrainer Yevheniy Bohodayko unterboten, der im Finale dann auch Gold holte.

Warum der junge Mann mit den kurzen Locken sich ausgerechnet Schwimmen als Sportart ausgesucht hat? "Wasser ist einfach mein Element", antwortet er prompt. Schon als kleiner Junge sei er morgens immer der erste im Pool gewesen und abends der letzte, der rauskam. Bis 2006 trainierte Torben unter Peter Mayer beim PSV Schwerin, zog dann nach Greifswald und wechselte 2008 mit seiner Trainerin Dörte Paschke nach Potsdam. Seine Woche besteht aus 30 Stunden Arbeit als EDV-Anwendungsberater und 30 Stunden Schwimmtraining. Zweimal am Tag, vor und nach der Arbeit, ist Schmidtke im Wasser.

Viel Freizeit bleibt da nicht, aber bei seiner Freundin Pia Adermann, die er in der Schwimmhalle kennen gelernt hat, sieht das nicht anders aus: Sie macht Modernen Fünfkampf. Wenn es zeitlich passt, begleiten sie sich gegenseitig zu Wettkämpfen. Deshalb war Pia auch in London. "Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass sie da ist", sagt Schmidtke.

Auch in der wenigen Freizeit, die der Sportler hat, spielt Wasser eine zentrale Rolle. Gerne liegt Schmidtke, dessen Beine und linker Arm nicht richtig ausgebildet sind, mit Freunden am Havelufer in Potsdam in der Sonne und springt dann auch ohne zu trainieren mal kurz in den Fluss.

Seine Freunde will Schmidtke nach den Paralympics auch wieder öfter sehen. Außerdem macht er eine Woche Urlaub - natürlich am Wasser, an der Ostsee. Doch bevor er an Urlaub und Freizeit denken kann, muss Schmidtke heute wieder ins Becken: Bei seinem letzten Wettkampf im Londoner Aquatics Centre schwimmt er die Brust-Strecke der 400-Meter-Lagen-Staffel. "Mal sehen, was rauskommt. Es wäre großartig, ins Finale zu kommen", sagt er.


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