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Verfolgungsjagd - Gewalt in einer neuen Dimension

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erstellt am 12.Mär.2012 | 10:17 Uhr

Rostock | Dem deutschen Fußball droht eine neue Form der Gewalt, Angriffe auf Fans weitab der Stadien scheinen Schule zu machen. Hooligans des FC Hansa Rostock attackierten anreisende Anhänger von Eintracht Frankfurt. "Wir hatten es schon öfter, dass Fans im Vorfeld eines Spiels angegriffen wurden. Dass sie aber so massiv verfolgt und bedroht wurden, ist neu", sagte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Rostock.

Fassungslos reagierte auch Eintracht-Vorstand Klaus Lötzbeier. "Die immer schlimmer werdende Brutalität auf den Anfahrtswegen ist für den Fußball eine Katastrophe. Das sind unmenschliche Verbrechen und haben mit dem normalen Aufeinandertreffen von zwei Fangruppen nichts mehr zu tun", sagte Lötzbeier.

15 Vermummte hatten in der Nacht zu Sonntag auf einem Parkplatz der Stadtautobahn zwischen Warnemünde und Rostock zuerst Fans der Eintracht mit Steinen und Flaschen angegriffen. Nachdem die Gäste-Fans in einem Transporter flüchteten, nahmen die Angreifer mit drei Fahrzeugen die Verfolgung auf. Bei einem Stopp wurde der Transporter umstellt und erneut mit Flaschen beworfen. Zum "Höhepunkt" der Verfolgungsjagd kam es, als die Hansa-Fans den Transporter ausbremsen und von der Straße abdrängen wollten. Nachdem die Polizei per Notruf alarmiert worden war, nahmen Beamte sechs Personen vorläufig fest. Gegen sie wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um Rostocker zwischen 17 und 27 Jahren, die alle bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten sind und der gewalttätigen Hansa-Fanszene zugerechnet werden.

Ähnlicher Vorfall vor Dresden-Geisterspiel

Einen ähnlich gelagerten Überfall hatte es Ende 2011 gegeben. Damals griffen im Vorfeld des Rostocker "Geisterspiels" etwa 20 Vermummte in einem Lokal in Warnemünde Fans von Dynamo Dresden an.

Der FC Hansa distanzierte sich derweil von den Attacken. "Wir sind gegen jegliche Form der Gewalt und verurteilen solch ein Verhalten", sagte Rostocks Sprecher Lorenz Kubitz.

Offenbar hatten sich die Rostocker eine Attacke Kölner Hooligans vor Wochenfrist gegen einen auf der Heimreise befindlichen Gladbacher Fanbus als "Beispiel" genommen. Am 4. März hatten zunächst mehrere Fahrzeuge mit gewaltbereiten Kölner Anhängern versucht, einen Bus mit Gladbach-Fans auszubremsen. Auf dem Rastplatz Siegburg-Ost an der A3 hatten dann vermummte Personen den Bus angegriffen, woraufhin der Busfahrer die Flucht in Richtung Köln ergriffen hatte.

Die Ermittlungen in Rostock werden unterdessen fortgeführt. Am Sonntag hatte es noch Hausdurchsuchungen bei den Tatverdächtigen gegeben. Dabei wurden "beweisrelevante" Gegenstände beschlagnahmt, die im Zusammenhang mit weiteren Straftaten rund um den Fußball stehen könnten.

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