Universum Box-Promotion endgültig pleite

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Sebastian Zbik wartet schon ein knappes Jahr auf seine Kampfbörse aus dem WM-Kampf gegen Felix Sturm.dpa

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25. März 2013, 07:00 Uhr

Hamburg | Die traditionsreiche Hamburger Universum Box-Promotion steht nach 29 Jahren offenbar endgültig vor dem finanziellen K.o. Wie aus dem Bericht des Insolvenzverwalters Hendrik Rogge hervorgeht, belaufen sich die Forderungen von insgesamt 58 Gläubigern auf mehr als vier Millionen Euro. Allein Ex-Eigentümer Klaus-Peter Kohl soll noch 1,5 Millionen Euro aus dem Verkauf zu beanspruchen haben. Den Schulden des einst erfolgreichsten Profiboxstalls Europas steht lediglich ein Firmenvermögen von rund 105 000 Euro gegenüber.

Firmengründer Kohl hatte sein Unternehmen im Juni 2011, ein Jahr nach Ende eines langjährigen TV-Vertrages mit dem ZDF, an den Deutsch-Kasachen Waldemar Kluch verkauft. Ohne einen festen Fernsehpartner gelang es dem 54-Jährigen jedoch nicht, den Boxstall wieder in die Gewinnzone zu führen.

Zu den Gläubigern zählen neben Finanzamt, Krankenkassen, Rechtsanwälten und der Bundesagentur für Arbeit auch ehemalige Weltmeister wie Sebastian Zbik, Zsolt Erdei und Ina Menzer.

Ebenso haben bis auf Jürgen Brähmer, der das seinerzeit gleich über einen Anwalt laufen ließ, alle Kämpfer des letzten Schweriner Universum-Kampfabends im April 2012 keinen Cent gesehen. Gleiches gilt für alle Firmen, die damals in die Organisation, das Catering und die Unterbringung involviert waren, sowie für die gastgebende Sport- und Kongresshalle.

Universum war über Jahrzehnte der größte und erfolgreichste Boxstall Europas. Unter anderem kämpften die Weltmeister Vitali und Wladimir Klitschko, Dariusz Michalczewski, Jürgen Brähmer, Sebastian Zbik, Felix Sturm und Regina Halmich für das in Hamburg-Wandsbek beheimatete Unternehmen.

Die starke Schweriner Universum-Fraktion stellten neben Brähmer, Zbik und Federgewichtler Marcel Meyerdiercks vor allem das Trio der Weltmeistermacher auf der Trainerbank Fritz Sdunek, Michael Timm und Torsten Schmitz.

Trotz der prekären finanziellen Lage sagte Kluch dem "Hamburger Abendblatt", es gebe Signale, "dass Universum gerettet werden" könnte. Allerdings hatte Kluch auch immer wieder behauptet, er hätte potente Sponsoren und auch TV-Sender an der Hand…

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