zur Navigation springen

FC Hansa Rostock : Unbedingt runter vom Kunstrasen

vom

Trainer Wolf hat die Nase gestrichen voll. Aber nicht von seiner Mannschaft, sondern von den Trainingsbedingungen. Schnee und Eis zwingen Hansa seit gut zwei Wochen, die Einheiten auf dem Kunstrasenplatz abzuhalten.

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2012 | 10:14 Uhr

Rostock | Hansa-Trainer Wolfgang Wolf hat die Nase gestrichen voll. Aber nicht von seiner Mannschaft, sondern von den Trainingsbedingungen des Fußball-Zweitligisten. Schnee und Eis sowie Kostengründe zwingen die Norddeutschen seit gut zwei Wochen, ihre Einheiten überwiegend auf dem Kunstrasenplatz vor der Geschäftsstelle des Vereins abzuhalten. Doch dieser hat nicht die üblichen Abmessungen, ist vor allen Dingen zu schmal. "Wir müssen dringend vom Kunstrasen weg", erklärte der Chefcoach.

Wolfgang Wolf liefert mehrere schlüssige Erklärungen: "Ich kann dort zum Beispiel die Standards nicht richtig einstudieren. An jeder Seite fehlen zehn Meter bis zur Seitenauslinie. Es bringt ja nichts, wenn wir uns darauf einstellen. Am Wochenende sind es ganz andere Abmaße." Auch taktische Dinge seien nur schwerlich trainierbar. Der 54-Jährige legt nach: "Aufgrund des Pressings ist unser Spiel sehr sprintlastig. Da macht es sich besonderes bemerkbar. Es sind viele Antritte im 30-Meter-Bereich nötig. Doch wenn wir die Laufwege in Spielformen auf dem Kunstrasen üben, werden daraus aufgrund der Größe des Platzes rasch nur noch 20 Meter. Am Wochenende in den Stadien sind es dann aber wieder 30 Meter. Und wenn ein Spieler das fünfmal gemacht hat, merkt er schon den Unterschied, hat nicht die richtige Sprintlänge. Plötzlich ist er platt und fragt sich warum. Das soll jetzt aber auch nicht falsch verstanden werden. Angesichts der Verhältnisse bin ich auf der anderen Seite froh, dass wir überhaupt die Möglichkeit mit dem Kunstrasen haben. Doch in dieser Woche müssen wir ihn langsam verlassen."

Aber die Rostocker haben vorher zunächst ein weiteres Problem zu lösen. Auf den Trainingsplätzen rund um die DKB-Arena liegt eine geschlossene Schnee- und Eisschicht. Sollte die weiße Pracht in den kommenden Tagen bei steigenden Temperaturen schmelzen, würden große Wasserpfützen auf den Flächen zurückbleiben, weil der Boden noch gefroren ist. Daher will Wolfgang Wolf die beiden "Grüns" - hinter der Südtribüne des Stadions sowie an der Kopernikusstraße - beräumen lassen. "Ich werde anregen, dass die Plätze vom Schnee befreit werden. Vielleicht können wir dann schon einmal drauf. Zudem möchte ich auch wieder einmal im Stadion trainieren", sagte der Trainer, der für heute zwei Einheiten um 9.30 und 14 Uhr angesetzt hat.

Mit den Verhältnissen im Stadion am Sonntag während des 4:2-Sieges gegen Duisburg war Wolf einigermaßen zufrieden. "Das ging schon. Er war besser, als es von oben ausgesehen hat. Ich habe den Platz ziemlich hart walzen lassen. Aber die Farbe werden wir nicht mehr hinbekommen, höchstens vielleicht mit einer Spraydose", sagte der Coach in Anlehnung an die großen Stadien in den USA. Dort wird beim American Football der Optik mit etwas Farbe gerne mal auf die Sprünge geholfen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen