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Dreimal Edelmetall bei Ruder-WM : Starker Endspurt reicht nicht zu Gold

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1846 Tage nach der letzten Niederlage muss sich der Deutschland-Achter mit dem Schweriner Hannes Ocik bei der WM den Briten beugen. Insgesamt konnten sich aber Meck-Pomms-Ruderrecken im Kreis der Weltelite behaupten.

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erstellt am 01.Sep.2013 | 07:09 Uhr

Chungju | Meck-Pomms Ruderrecken konnten sich im Kreis der Weltelite behaupten und dreimal Edelmetall bei der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Chungju gewinnen. Nach Marcus Klemp (Ribnitz/Mixed-Duo) kletterten auch der Rostocker Paul Heinrich (Vierer) und der Schweriner Hannes Ocik (Achter) auf die silbernen Stufen des WM-Podiums. Für den Rostocker Stephan Krüger (Doppelzweier) reichte am Schluss-Wochenende die Bestform nicht für einen Medaillenplatz.

1846 Tage nach ihrer letzten großen Niederlage waren die Ruderer des Deutschland-Achters bei der Siegerehrung am Boden. Doch nicht wegen der Enttäuschung, die Crew um Schlagmann Kristof Wilke war einfach viel zu erschöpft, um noch zu stehen. Erstmals seit Olympia in Peking 2008 hat das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) bei einem internationalen Großereignis den Kürzeren gezogen, aber der Frust über WM-Silber hinter Großbritannien hielt sich in Grenzen. Die Umstellungen nach dem Olympiasieg von London, vier neue Ruderer kamen ins Boot, haben ihren Tribut gefordert.

„Im ersten Moment hatte ich das Gefühl, Gold verloren zu haben, aber irgendwo haben wir auch Silber gewonnen. Wir hatten einfach nicht genug Trainingskilometer. Mehr ging heute nicht“, sagte Wilke (Radolfzell) gestern. Steuermann Martin Sauer (Berlin) fügte hinzu:„Wir brauchen nicht unzufrieden zu sein, denn wir bauen gerade ein neues Team. Uns fehlt in der Mitte noch das Stehvermögen.“ Genau in dieser Phase hatten sich die Briten entscheidend vom deutschen Paradeboot abgesetzt und diesen Vorsprung im Finallauf auf dem Tangeum-See ins Ziel gerettet. Der starke Endspurt der DRV-Crew reichte nicht mehr.

Neu im Achter saßen auch der Schweriner Hannes Ocik und der Rostocker Felix Drahotta, der jetzt für Leverkusen startet. „An der 400-Meter-Marke haben sie sich unerwartet ein Plus verschafft und uns schon früh in die Defensive geschickt“, skizziert Hannes den Unterschied zum Sieger. „Ich bin auch zufrieden, weil wir alles gegeben haben und die Klasse der Briten diesmal akzeptieren mussten. Ich persönlich bin mit Silber zufrieden, weil es mein erster Einsatz bei einer A-WM war, aber Gold war drin.

In den nächsten Jahren werden wir weiter vorne mitmischen und auch wieder gewinnen. Ich will in Rio erfolgreich bei Olympia rudern“, bewegte sich der Schweriner, stolz auf die WM-Medaille, gedanklich aber schon wieder zwischen Gegenwart und Zukunft.

Nach winzigen Momenten der Enttäuschung konnte der Rostocker Paul Heinrich die Schmerzen überspielen und wieder lächeln. Den Start-Ziel-Triumph der Kroaten konnten Paul & Co. nicht verhindern und sich für eine tolle Saison belohnen. „Egal, wann wir attackierten, setzten sie den erfolgreichen Konter und siegten verdient“, bilanzierte der 22-Jährige den Zieleinlauf mit Respekt vor den sportlichen Rivalen. Auf den Bronze-Platz stürmte Team GB knapp vor der Ukraine, Estland und den Eidgenossen aus der Schweiz. „Die Briten hatten ein Finish vom Feinsten. Wir haben die allerletzten Körner mobilisiert und mit etwas Glück das Ziel erreicht“, zeigte sich der Aufsteiger der Saison emotional vom Resultat überwältigt. Vor gut sechs Monaten war die U23-WM noch Ziel, jetzt hat er für sich und die Statistik Geträumtes realisiert. „War der EM-Titel in Sevilla Mitte Mai schon der Hammer, hat Paul hier seine besten Rennen gerudert und eine Saison gekrönt“, lobte sein Heimcoach Meinhard Rahn, der bei der WM 2013 in Chungju sein Comeback als Bundestrainer des Doppelzweiers absolvierte.

Selbst in absoluter Bestform rudernd, konnte der Rostocker Stephan Krüger mit seinem Partner Eric Knittel (Berlin) die gefühlte Niederlage nicht verhindern. Das schon in Sevilla dominante Trio mit Italien, Litauen und Norwegen war einen Tick eher als die „Rahn-Crew“ im Ziel und gewann erneut Edelmetall. Zwar tauschten die Wikinger mit den Azzuri den Platz auf dem Thron und jubelten ausgelassen und machten die Deutschen zu Beobachtern und Ersten der Enttäuschten.

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