Unerwartete 1:3-Niederlage beim Köpenicker SC : SSC-Volleyballerinnen verunsichert

Bedröppelte Gesichter: Die Dienstreise nach Köpenick hatten sich die SSC-Volleyballerinnen anders vorgestellt. Steffen Marquardt
Bedröppelte Gesichter: Die Dienstreise nach Köpenick hatten sich die SSC-Volleyballerinnen anders vorgestellt. Steffen Marquardt

Die Kabinentür der Gäste blieb nach dem Spiel lange geschlossen. Weil Tore Aleksandersen etwas ausführlicher das Geschehen analysieren musste. Seine Schützlinge hatten beim Köpenicker SC gerade 1:3 verloren.

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13. Februar 2011, 04:58 Uhr

Berlin | Die Kabinentür der Gäste blieb nach dem Spiel lange geschlossen. Weil Tore Aleksandersen etwas ausführlicher das Geschehen analysieren musste. Seine Schützlinge, die Volleyballerinnen des Schweriner SC, hatten am Samstag die Bundesligapartie beim Köpenicker SC gerade 1:3 (-23, 22, -21, -24) verloren.

"Auch wenn in der Woche die halbe Mannschaft mit Grippefolgen zu kämpfen hatte, war dies kein Grund, so verunsichert aufzutreten", so Aleksandersen. Die taktische Marschroute sei auf dem Feld nicht wie vorgegeben umgesetzt worden. "Außerdem haben wir in allen Bereichen zu viele Fehler gemacht."

Es war also mehr ein Appell in Richtung mentale Bereitschaft denn Kritik spielerischer Mängel. Denn bei den kommenden Heimspielen gegen die in einem Hoch befindlichen Suhlerinnen (am Mittwoch), die den Dresdner SC mit 3:2 bezwungen hatten, und gegen Hamburg (Sonntag), "wollen wir die heutige Schlappe auswetzen und zeigen, was tatsächlich in unserer Mannschaft steckt".

So zumindest Schwerins Universalvolleyballerin Patricia Thormann. Mit 19 Punkten war die Mittelblockerin nicht nur erfolgreichste Punktesammlerin ihres Aufgebots, sondern wurde wie die holländische KSC-Diagonalangreiferin Nienke de Waard auch als wertvollste Spielerin (MVP) ausgezeichnet.

Die erwähnte Grippewelle, das Fehlen der gar nicht erst angereisten Nationalspielerinnen Anja Brandt und Nadja Schaus sowie drei verlorene Spiele in den letzten vier Jahren hier, hatten schon vor dem Anpfiff die Mecklenburger in etwas Unruhe versetzt.

Ohne Brandt/Schaus, mit den wegen Krankheit weit unter Form auftretenden Angreiferinnen Mira Topic und Vendula Adlerova reichte es gegen einen starken KSC einfach nicht, der sich mit der tollen Kulisse im Rücken steigerte. Und sich unter Anleitung des seit Januar vom Assistenten zum Cheftrainer beförderten ehemaligen Bundesligaspielers Gil Ferrer Cutino (SCC Berlin) selbst dann nicht aus der Bahn bringen ließ, als KSC-Spielführerin Ilona Dröger Ende des zweiten Satzes mit einem Wutschlag auf die Bande wegen der folgenden Handverletzung ausfiel. "Wir haben in den letzten Wochen im Training daran gearbeitet, einander im Spiel zu helfen, was immer auch passiert", so der Kubaner. Er freute sich wie der KSC-Anhang, dass "mit dieser Leistung der Abstieg kein Thema ist".

Ende des dritten Durchgangs hatte Aleksandersen Topic/Adlerova, denen in dieser Phase so gut wie nichts mehr gelang, vom Feld geholt. Seine Mannschaft hatte beim 6:0-und 8:4-Startvorteile gegen unvermindert aggressiv und kämpferisch agierende Berlinerinnen und gab diesen spätestens bei 15:16 aus der Hand. Dafür kam aus der Startaufstellung Kapitän Julia Retzlaff zurück sowie die gesundheitlich angeschlagene Diagonalangreiferin Maja Pachale. Doch Schwerins 21:19-Führung im vierten Abschnitt konterte der Gastgeber, bei dem Zuspielerin Doreen Engel, Tochter von Schwerins DDR-Auswahlspielerin Conny Rickert-Engel, neben de Waard und Sandra Sell zu den Stärksten gehörte.

Patricia Thormann meinte, man habe eine "schwierige Aufgabe nach den vielen Ausfällen erwartet. Aber leider sind wir nie richtig in unser Spiel gekommen. Immer wenn wir in einer Aufholphase dran waren, kamen dumme oder unglückliche Fehler dazwischen."

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