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Julia Retzlaff beendet ihre Volleyball-Karriere : SSC-Kapitän legt im Ehe-Hafen an

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Nach dieser Saison ist Schluss. Schwerins Außenangreiferin Julia Retzlaff sagt dem Leistungssport adé. Und das gerade mal mit 24 Jahren. Aber dafür gibt es einen ganz einfachen Grund.

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erstellt am 26.Mär.2012 | 07:16 Uhr

Schwerin | Nach drei Pokalsiegen (2006, 2007, 2012) und drei deutschen Meisterschaften (2006, 2009, 2011) und vielleicht noch am Ende dieser Saison ein vierter Triumph um die deutsche Volleyball-Krone - dann ist Schluss. Schwerins Außenangreiferin Julia Retzlaff sagt dem Leistungssport adé. Und das gerade mal mit 24 Jahren. Aber dafür gibt es einen ganz einfachen Grund: "Ich möchte nun auch beruflich Fuß fassen", so die gebürtige Schwerinerin. Julia hatte bereits vor zwei Jahren ihr Studium im Hotel- und Tourismusmanagement am Baltic College erfolgreich absolviert. Danach schloss sie ein Fernstudium im Sportmanagement beim IST Düsseldorf an. "Ich hoffe, dass ich im Mai meinen Abschluss mache", so die junge Frau. Studium und Volleyball hat sie immer unter einen Hut bekommen. "Ich brauche irgendetwas neben dem Volleyball - zum Ausgleich. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ich noch mit 30 jahren spiele. Aber während ich spiele, ist das die perfekte Zeit, um eine Ausbildung zu machen", hatte der SSC-Kapitän schon vor knapp zwei Jahren gegenüber unserer Redaktion geäußert.

"Ich brauche drei, vier, fünf Jahre, um das Richtige zu finden"

Und jetzt ist die Ausbildung beendet und das Berufsleben wartet: "Ich weiß noch nicht konkret was ich machen will. Am liebsten etwas im Bereich Tourismus. Ich denke, ich brauche drei, vier, fünf Jahre, um das Richtige für mich zu finden", sagt die 24-Jährige. "Die Entscheidung ist für mich schon im Winter gefallen. Das war sicher nicht leicht. Ich habe aber schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist", sagt die Außenangreiferin, die aber gleich anfügt: "Es war eine tolle Zeit. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wenn ich nicht Volleyball gespielt hätte. Ich habe so viel gelernt." Wichtige Erkenntnisse, die ihr auch im Leben nach dem Volleyball helfen: Der Umgang im zwischenmenschlichen Bereich, mit Druck umzugehen und sich durchzubeißen, wenn es mal nicht so läuft.

Im Volleyball war sie in ihrer Heimatstadt zu Hause. Nur eine Saison spielte sie für das Junioren-Team VCO Berlin. "Für mich stand es nie zur Debatte mal woanders zu spielen. Wenn man lange in einem Verein ist, gibt es ja auch ein gewisses Standing in der Mannschaft", bemerkt die Angreiferin. Und das brachte ihr das Kapitänsamt schon in der vierten Saison. "Ich mache das gern und ich finde es schön, dass der Trainer und die Spielerinnen mir das Vertrauen schenken." Und was haben ihre Teamkolleginnen gesagt, als sie von ihrem Rückzug erfuhren? "Die, die mich kennen, können das nachvollziehen." Schwerin war ihr Lebensmittelpunkt. Und nicht nur, dass Julia dem Volleyball ade sagt, sie wird auch ihre Heimatstadt verlassen - allerdings nicht allzuweit entfernt. "Ich gehe nach Hamburg." Und auch das hat einen ganz einfachen Grund: Ihr Verlobter Hannes Rienhoff lebt dort. Und nicht nur das: Der 25-jährige Metallbau-Meister und die studierte Hotel- und Tourismusmanagerin werden im Sommer heiraten. Seit knapp einem Jahr sind die beiden, die mittlerweile seit sechs Jahren ein Paar sind, verlobt.

Gegen Suhl den Abschied noch hinauszögern

Doch das alles geschieht in naher Zukunft. Die Gegenwart sieht noch ganz anders aus. Und da steht noch der Volleyball um Vordergrund. Morgen Abend geht es für die SSC-Damen um den Einzug in das Play-off-Haöbfinale. Dafür aber müssen die Gastgeberinnen in der Arena um 19 Uhr erst einmal den VfB Suhl schlagen - egal wie, um nach dem 2:3 in Thüringen den Golden Set zu erzwingen. "Der ist so eine Sache, da kann man sich nie sicher sein. Aber ich bin mir sicher, dass wir das schaffen. Die Halle wird voll sein. Wir sind es auch unseren Zuschauern schuldig, die uns die ganze Saison unterstützt haben, ein gutes Spiel zu zeigen", weiß Julia Retzlaff. Und für sie soll sich der Abschied vom Volleyball ja noch ein bisschen hinauszögern…

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