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Play-offs in der Champions League erreicht : SSC-Damen schreiben Geschichte

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Die Schweriner Volleyballerinnen vom SSC erreichten gestern Abend als erstes deutsches Damen-Team nach der Wende die Play-offs in der Champions League. Sie gehen damit in die Geschichte ein.

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2012 | 06:59 Uhr

Schwerin | "Super", "einfach nur geil", "überragend". Die Volleyballerinnen des Schweriner SC lagen sich in den Armen, wurden am Mittwochabend minutenlang von den 1309 Zuschauern in der Arena begeistert gefeiert. Sie hatten zuvor in einer umkämpften und in den ersten beiden Sätzen von Höhen und Tiefen geprägten Partie den rumänischen Meister Tomis Constanta mit 3:0 (22, 23, 15) geschlagen. Damit machten sie einen historischen Erfolg perfekt. Erstmals erreichten die SSC-Damen in der Champions League die Play-offs und gehören zu den besten zwölf Teams in Europa. Und nicht nur das. Dies gelang seit der Wiedervereinigung keinem anderen deutschen Damenteam. Für den Damen-Volleyball in Schwerin und in Deutschland ein Highlight. Nur die Männer vom VfB Friedrichshafen setzten 2007 einen größeren Glanzpunkt, als sie gar in der Königsklasse triumphierten.

"Wir wollen in der Champions League in dieser Saison besser abschneiden als im vergangenen Jahr", formulierte SSC-Kapitän Denise Hanke vor dem Start in die europäische Königsklasse das Ziel. In der Vorjahresspielzeit zahlten die Schwerinerinnen noch Lehrgeld, zogen daraus aber konsequent ihre Lehren, um in den vergangenen Wochen mit Kampfgeist und spielerischer Qualität ihre Zielvorgabe bravourös zu meistern. Platz zwei hinter Russlands Meister Dinamo Kasan ist ihnen vor dem letzten Spieltag am Dienstag in der Hauptstadt der Republik Tartastan nicht mehr zu nehmen.

Auch in der Champions League ist der deutsche Meister zu Hause eine Macht. Zwei 3:0-Siege gegen Urbino und Constanta sowie das sensationelle 3:2 gegen Kasan. "Das Publikum war heute wieder der siebte Mann auf dem Feld. In dieser Saison ist die Zusammenarbeit von Mannschaft und Zuschauern unglaublich", so Schwerins Coach Teun Buijs.

Für den Sportclub und die Volleyball-Anhänger geht also die Reise durch Europa weiter. Alles, was jetzt kommt, ist "ein Bonus", wie der Niederländer freudestrahlend verkündete. Der Gegner wird zumindest vom sportlichen Kaliber ein Traumlos. Die Creme de la Creme lässt grüßen. "Wir werden als Gruppenzweiter auf einen Gruppenersten treffen und zuerst zu Hause spielen. Das kann auch von Vorteil sein", erklärte Teamleitungsmitglied Michael Evers gegenüber unserer Redaktion. Da würden solche Schwergewichte wie der Champion von 2010 Vakifbank Istanbul mit Bundestrainer Giovanni Guidetti, Ezcacibasi Istanbul, Dinamo Moskau, Lokomotive oder Rabita Baku oder mal wieder die Italiener von Busto Arsizio warten. Ende nächster Woche nach Beendigung der Gruppenphase erfolgt die Auslosung. Dann wird auch der Ausrichter für das Final Four feststehen. "Baku hat Interesse signalisiert. Sie wollen auch die Kosten für die teilnehmenden Teams übernehmen. Da könnten wir gar nicht mithalten. Wir müssen jetzt erst einmal zusehen, dass wir die nächste Runde finanziell gestemmt bekommen", so Evers, der auch gestern gern wieder seine viel zitierten Worte anmerkte: "Die Champions League ist für uns Fluch und Segen zugleich."


Grösste Internationale Erfolge

1978 Triumph im Landesmeister-Cup
39 Jahre nach dem ersten Europapokal-Auftritt des damaligen SC Traktor in der Saison 1973/74 lassen die Volleyballerinnen des Schweriner SC mit dem Erreichen der Play-off-Runde der besten Zwölf europaweit aufhorchen.

Wir listen die größten Erfolge der Mecklenburgerinnen auf.
EC der Landesmeister
1976/77: Endrunde in Izmir/Türkei Dritter
1977/78: Endrunde in Rheine/BRD Sieger
1980/81: Endrunde in Schaan/Liechtenstein Dritter
EC der Pokalsieger
1974/75: Endrunde in Eupen/Belgien Sieger
1978/79: Endrunde in Schaan Zweiter
1987/88: Endrunde in Göppingen Zweiter
1988/89: Endrunde in Bari/Ita Zweiter
1989/90: Endrunde in Lille/Fra Dritter
1991/92: Endrunde in Münster Dritter
1993/94: Endrunde in Ancona/Ita Vierter
CEV-Cup
1994/95: Endrunde in Villebon/Fra Vierter
Topteams Cup
2006/2007: Endrunde in Münster Dritter

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