Volleyball: Pokal-Aus gegen Stuttgart im Tiebreak : SSC-Damen agieren zu ängstlich

 Aus  der Traum: Die SSC-Volleyballerinnen - hier v. l.: Vendula Adlerova, Anja Brandt, Patricia Thormann, Berit Kauffeldt und Denise Hanke scheiterten im diesjährigen Pokal-Wettbewerb bereits im Achtelfinale. Hinten Physiotherapeut Jens Ziegler. Reinhard Klawitter
Aus der Traum: Die SSC-Volleyballerinnen - hier v. l.: Vendula Adlerova, Anja Brandt, Patricia Thormann, Berit Kauffeldt und Denise Hanke scheiterten im diesjährigen Pokal-Wettbewerb bereits im Achtelfinale. Hinten Physiotherapeut Jens Ziegler. Reinhard Klawitter

Bittere Tränen flossen am Samstagabend in der Arena am Lambrechtsgrund. Nach 133 Minuten war das Pokal-Aus der Volleyballerinnen des Schweriner SC gegen Smart Allianz Stuttgart vor nur 700 Zuschauern besiegelt.

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28. November 2010, 06:51 Uhr

Schwerin | Bittere Tränen flossen am Samstagabend in der Arena am Lambrechtsgrund. Nach 133 Minuten war das vorzeitige Pokal-Aus der Volleyballerinnen des Schweriner SC besiegelt. Die Mannschaft von SSC-Trainer Tore Aleksandersen verlor im Achtelfinale vor der enttäuschenden Kulisse mit nur rund 700 Zuschauern gegen Smart Allianz Stuttgart 2:3 (21, -19, 22, -27, -14). Mit dem frühen Aus im DVV-Pokal verpassten die Mecklenburgerinnen auch eines der erklärten Saisonziele: das Pokalfinale Anfang März in Halle/Westfalen.

"Ich erwarte ein anderes Auftreten gerade in einem Heimspiel. Wir waren zu apatisch und haben auch die taktische Linie nicht eingehalten", war der norwegische Coach bedient. Hätte nur noch gefehlt, wie er es in der Vergangenheit schon mal getan hattte, wenn er gesagt hätte: "Wenn wir besser spielen, brauchen wir hinterher nicht zu heulen." Aber genau das hätte es getroffen. Denn die Gastgeberinnen haben nicht verloren, weil Stuttgart so gut war, sondern weil sie ihrerseits nicht ihr Leistungsvermögen abgerufen haben. "Mir tut es für die anderen Leid, die nicht spielen konnten, weil sie verletzt sind. Sie können jetzt nicht mehr ins Finale kommen, weil wir es nicht geschafft haben, zu gewinnen", entschuldigte sich Nadja Schaus, die sich ihren Einstand vor heimischer Kulisse anders vorgestellt hatte, bei ihren verletzten Teamkolleginnen.

Aber auch die Nationalspielerin, mit 23 Punkten beste SSC-Akteurin, blieb wie alle anderen Angreiferinnen oft genug im Stuttgarter Block hängen. 18-mal packten die Schwaben erfolgreich zu, neunmal hingegen nur der SSC. Auch in der Annahme und beim Aufschlag (19 Fehler) waren große Unsicherheiten zu sehen. Aber auch das Spiel der Gäste war die gesamte Partie über mit Fehlern behaftet. So was es insgesamt eine Begegnung auf schwachem Niveau, die aber bis zum Schluss spannend blieb. Doch soweit hätte es für die Schwerinerinnen gar nicht kommen müssen. Nach gewonnenem ersten Satz führte der SSC mit 5:2 in Durchgang zwei. Doch da fing es an, dass die Aleksandersen-Schützlinge von ihrer taktischen Marschroute abkamen. Schlechte Annahmen und Angriffe und vom Block war nichts zu sehen. So stand es auf einmal 12:17. Doch dann kam Junioren-Weltmeisterin Anja Brandt an den Aufschlag und brachte ihr Team mit 18:17 in Front. Aber weiter spielte die Angst vor einem Fehler mit. So ging der Satz völlig unnötig an die Gäste.

Der dritte Abschnitt war zwar eng, doch Schwerin kämpfte sich durch und ging mit 2:1 in Führung.

Der vierte Durchgang war an Dramatik kaum zu überbieten. Schwerin führte bereits 12:8. Doch wieder Fehler und Stuttgarts Nationalspielerin Maren Brinker brachten für die Schwaben den Ausgleich. In der Folge ging es hin und her: 23:24. Schwerin wehrte drei Satzbälle der Schwaben ab, hatte beim 27:26 selbst einen. Doch Stuttgarts Beste, Laura Philajamäki, machte diesen zunichte. Beim 27:28 stand der Gäste-Block gegen SSC-Außenangreiferin Vendula Adlerova und es hieß 2:2 nach Sätzen.

Im Tiebreak brachte es der SSC fertig, ein 5:0 nicht nach Hause zu bringen. "Das müssen wir einfach zu Ende spielen", meinte Tore Aleksandersen. Beim 12:10 für die Gastgeberinnen kam auch noch eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Manfred Brommert hinzu. Beim Stuttgarter Angriff, der im Aus landete, hatte er eine Berührung auf Seiten Schwerins gesehen. Diese Auffassung hatte Brommert allerdings exklusiv. Jedoch wollte keiner beim SSC diese Fehlentscheidung als Ausrede benutzen. Das wäre wohl auch zu einfach. "Wir müssen uns jetzt auf die Bundesliga und den Europapokal konzentrieren", meinte der Trainer. Schon am Mittwoch um 18 Uhr steht das Heimspiel gegen den SV Sinsheim an.

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