Endlich mal ein Positiv-Signal von Post Schwerin : "Spiel gegen Schwartau findet statt"

Da war er noch ein Postler: 'Dinos' Chantziaras im Gespräch mit Geschäftsführer Friedrich Diestel (r.).  Dietmar Albrecht
Da war er noch ein Postler: "Dinos" Chantziaras im Gespräch mit Geschäftsführer Friedrich Diestel (r.). Dietmar Albrecht

"Das Spiel von Post Schwerin am Mittwoch abend beim VfL Bad Schwartau findet statt! Wie es sich gehört, starten wir in die Saison und wollen diese zu Ende spielen", verkündet Geschäftsführer Friedrich Diestel.

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03. September 2012, 09:37 Uhr

Schwerin | "Das Spiel von Post Schwerin am Mittwoch abend beim VfL Bad Schwartau findet statt! Wie es sich gehört, starten wir in die Saison und wollen diese zu Ende spielen. Das sind wir auch gegenüber den anderen Mannschaften der Liga schuldig", verkündet Friedrich Diestel, Geschäftsführer des Männerhandball-Zweitligisten auf Nachfrage.

Dabei war das in den vergangenen Wochen weiß Gott nicht klar, spukte gar das Insolvenz-Gespenst beim Mecklenburger Traditionsverein. So sprach Diestel, der bei der Tiefenkontrolle nach Amtsantritt am 1. Juli dieses Jahres ein Finanzdesaster ausmachte, beim Interview mit dieser Zeitung vor knapp vier Wochen von einer "existenziell bedrohlichen Situation" und schloss darin ausdrücklich nichts aus. Noch vor wenigen Tagen wollte sich der neue Geschäftsführer die Entscheidung offen lassen, ob der SVP in die Spielzeit 2012/13 einsteigt.

Endlich einmal eine Positiv-Nachricht nach den finanziellen Hiobsbotschaften sowie dem sportlichen Absprung von Rückraumspieler Konstantinos Chantziaras in Richtung Ligakontrahent Eintracht Hildesheim. Ob es freilich wirklich ein positives Signal von Seiten Post Schwerin ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Diestel jedenfalls schloss nach Finanzstand jetzt einen Rückzug der Mannschaft während der Saison nicht aus. "Hundert Prozent ist nichts sicher."

Zugleich betonte der 32-Jährige: "Ich habe das Wort Insolvenz nie in den Mund genommen." Das stimmt. Doch seine Äußerungen in der Öffentlichkeit ließen so etwas überdeutlich und ohne um drei Ecken gedacht schlussfolgern.

"Wir haben sehr, sehr viel dran gearbeitet, um den Fortbestand (von Post Schwerin - d. A.) zu sichern", so Diestel. Gleichzeitig tritt er aber sofort auf die Euphorie-Bremse: "Im aktuellen Zeitfenster ist die wirtschaftliche Situation nur unwesentlich anders. Es wird noch sehr harte Einschnitte geben. Wenn wir jetzt die Beine hochlegen und sagen, das schaffen wir und hören jetzt auf zu arbeiten, dann schaffen wir dies garantiert nicht!"

Zugleich sei aber sein öffentlicher Hilferuf bei "vielen privaten und regionalen Unternehmen angekommen, die eine gefühlte Verantwortung sehen, dass der Profi-Handball in der Region nicht untergeht." So bekam Diestel am vergangenen Mittwoch während des Testspiels gegen Pogon Stettin "von einer Frau einen Briefumschlag mit 250 Euro drin. Das ist kein Witz. Sie habe einen kleinen Laden in Schwerin und wollte lediglich eine Spendenbescheinigung dafür, mehr nicht."

Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Doch das dürfte für Post Schwerin beileibe nicht reichen, wenn denn nicht bald der händeringend gesuchte Hauptsponsor präsentiert werden kann. "Wir stehen weiter in Gesprächen, aber unterschrieben ist noch nichts", so Diestel.

Sportlich sieht dieser trotz des kurzfristigen Abgangs des Griechen Chantziaras und der Verletzung von Rückraummann Pasqual Tovornik - womit der Kader aktuell gerade einmal zehn Feldspieler plus zwei Torleute umfasst - nicht so schwarz: "Wir werden in Lübeck gegen Bad Schwartau eine sehr engagierte Mannschaft sehen."

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