FC Hansa Rostock : Sieg durch einen späten Treffer

<strong>Das Debüt von Stürmer Ondrej Smetana</strong> im Trikot des FC Hansa verlief glücklos. Hier überwindet  er zwar springend den Stuttgarter Torhüter Daniel Wagner  - eine ernsthafte Chance, an den Ball zu kommen, hat er jedoch nicht. <fotos>Georg Scharnweber</fotos>
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Das Debüt von Stürmer Ondrej Smetana im Trikot des FC Hansa verlief glücklos. Hier überwindet er zwar springend den Stuttgarter Torhüter Daniel Wagner - eine ernsthafte Chance, an den Ball zu kommen, hat er jedoch nicht. Georg Scharnweber

Der FC Hansa Rostock ist am Sonnabend vor 13 700 Zuschauern in der Rostocker DKB-Arena mit einem mühsam erarbeiteten 2:1 gegen den starken Aufsteiger Stuttgarter Kickers erfolgreich in die neue Saison gestartet.

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22. Juli 2012, 08:28 Uhr

rostock | Der FC Hansa ist am Sonnabend vor 13 700 Zuschauern in der Rostocker DKB-Arena mit einem mühsam erarbeiteten 2:1 (1:1) gegen den starken Aufsteiger Stuttgarter Kickers erfolgreich in die Saison 2012/13 der 3. Fußball-Liga gestartet.

Mit sechs der acht Neuzugänge in der Startelf tat sich der FCH schwer, kam nur schleppend in die Gänge. Das entsprach nicht den Vorstellungen von Trainer Wolfgang Wolf ("Ich habe ihnen Tag für Nacht eingebleut, dass sie von Beginn an den Rasen umpflügen müssen."). Der zerklüftete Vortrag der Gast-

geber war von teilweise hanebüchenen Fehlpässen durchwoben. Und weil die Schwaben klug die Räume verengten, kam die Kugel kaum mal ganz vorn bei der auch deshalb blass bleibenden Sturmspitze Smetana an. Bis auf eine halbwegs gelungene Flanke von Geenen (die Torwart Wagner sicher abfing/13.) brachte Hansa vorerst nichts zustande.

Die Kickers hingegen strahlten Selbstbewusstsein aus und gingen noch nicht mal überraschend in der 20. Minute in Führung. Holst bekam Leutenecker nicht gehalten, die Eingabe von Evers verpassten Pelzer, Patrick Wolf und Geenen, nicht aber der ganz hinten postierte, problemlos vollendende Grüttner. Der Torschütze besaß sogar die Chance zum 2:0, doch seinen Schuss aus halbrechter Position wehrte Keeper Müller stark ab (32.). Eine Minute später Freistoß für die Weiß-Blauen zentral aus gut 20 Metern: Berger zwirbelt den Ball elegant über die Mauer inklusive Leemans, der rechtzeitig den Kopf einzieht, zum 1:1 - ein tolles Ding, der Treffer zur Hochzeit (der Österreicher heiratet heute)!

Jetzt war Hansa in der Partie und konterte gefährlich: Lartey auf Jordanov, der scheint die Riesenmöglichkeit verdaddelt zu haben, da ertönt der Elfmeterpfiff. Gondorf hatte Jordanov am Fuß getroffen und zu Fall gebracht. Lartey tritt an, wird aber leider seinem Ruf, alles andere als ein Knipser zu sein, gerecht und scheitert mit harmlosem Schuss an Wagner (39.).

Nach der Pause mit dem Glück im Bunde

Wolfgang Wolf brachte zum zweiten Durchgang mit Plat einen zusätzlichen Angreifer, was die taktische Umstellung vom 4-1-4-1 auf 4-4-2 nach sich zog. Es ging allerdings erst mal mit einem großen Schreck los: Die Gäste nahmen die Hansa-Hintermannschaft komplett auseinander, Grüttner hätte zwingend das 2:1 für das Team in Schwarz-Eigelb machen müssen, aber Geenen schlug mit letztem Einsatz die Kugel noch von der Linie (48.).

Aus einer eigenen Ecke heraus (die Mendy nach feinem Sololauf herausgeholt hatte) gerieten die Einheimischen in einen weiteren kreuzgefährlichen Konter der Stuttgarter (58.), der zum Glück ebenso folgenlos blieb wie der Aussetzer des eingewechselten Zolinski (vor dem Rostocker Strafraum ohne jede Not Pass direkt zum Gegner/72.).

Man muss es der Fairness halber schon sagen: Bis dahin war der Favorit mit dem 1:1 gut bedient. Im Endeffekt genügte ihm ein einziger vernünftig ausgespielter Angriff zum Dreier: gefühlvoller Heber von Berger mit dem schwächeren rechten Fuß präzise zur Mitte auf Plat, der per Kopf das 2:1 erzielt (84.). Da war er, der wahrlich "dreckige", glückliche Sieg, den Wolfgang Wolf im Vorhinein geradezu heraufbeschworen hatte!

Trainerurteile

Wolfgang Wolf (Rostock): Wir kamen überhaupt nicht ins Spiel, nahmen die Zweikämpfe nicht an, machten alles falsch, was man falsch machen kann. Dank Bergers Schlitzohrigkeit erzielen wir das 1:1, nehmen dann aber den Elfmeter nicht an, haben selbst vom Punkt nicht die Ruhe. Wir waren der glückliche Sieger, müssen uns jedoch in allen Belangen steigern.

Dirk Schuster (Stuttgarter Kickers): Wir waren speziell in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, hatten über die gesamte Zeit die größeren Chancen. Wir mussten viel Lehrgeld zahlen, aber wir haben gesehen, dass wir mit einem Aufstiegs-Aspiranten mithalten können, sogar auswärts.

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