Schlammige Klamotten, nasse Füße…

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09. September 2010, 01:57 Uhr

Schwerin | Am Sonnabend ab 14 Uhr geht in Pinnow bei Schwerin der 1. Jump n Run Ackerlauf, ein Lauf mit ganz speziellen Anforderungen, über die Bühne. Diesen Wettkampf, der Anstrengung, Abenteuerlust und Spaß in besonderer Weise verbinden soll, haben der Peckateler Nils Ihde und Mario Monien aus Pinnow organisiert. Letzterer verriet Ralf Herbst, was auf die Läufer zukommt.

Der 1. Jump n Run Ackerlauf - wird das mehr ein Lauf oder geht es eher in Richtung Pfadfinder-Geländespiel?

Mario Monien: Letztlich wird es eine Kombination aus beidem, wobei statt Geländespiel Crosslauf mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad richtiger wäre. Denn es geht über Äcker und Wiesen und auf den zwei Runden a 6,5 Kilometer warten eingebaute Hindernisse. Dabei wird ein Teil der Läufer auf Tempo gehen, andere werden mehr den Spaßfaktor ausleben, manche auch verkleidet antreten. Das Ziel für alle aber ist: sich überwinden und auch an seine Grenzen gehen.

Die Hindernisse tragen Namen wie Gummireifen, Buckelpiste, Strohballen oder Acker hautnah. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Bei den Gummireifen gilt es, einen großen Stapel hingeworfener Reifen zu überwinden. Die Buckelpiste besteht aus vier Erdwällen. Die Strohballen sind drei Meter hoch zu einer Wand aufgetürmt, die zu erklettern ist. Bei Acker hautnah schließlich sind auch ein paar Meter zu kriechen. Und wie es auf einem Acker nun einmal aussieht, gehört immer mal Schlamm dazu. Sagen wir so: Jeder darf sicher sein, mit schlammigen Klamotten und nassen Füßen das Ziel zu erreichen.

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, solch einen Lauf zu veranstalten?

Das ist in Deutschland gar keine so neue Idee. Der Strongman-Lauf in Weeze am Niederrhein verzeichnete in diesem Frühjahr bereits 7000 Starter und 25 000 Zuschauer. Nur im Norden gab es das nicht. Und weil wir öfter Strongman-Starter schwärmen hörten, dachten wir: Warum nicht? Das ist mal was anderes als irgendein 13. Straßenlauf.

Die Startgebühren sind mit 29 Euro für Einzelstarter bzw. 149 Euro für so genannte aus drei Startern bestehende Firmenteams relativ hoch. Was bekommen die Läufer dafür geboten?

So hoch sind die Gebühren gar nicht, wenn man sieht, dass viele Straßenläufe auch schon fast 20 Euro verlangen. Und unsere Kosten sind durch den Aufbau der Hindernisse höher. Dafür bekommt jeder, der ins Ziel kommt, eine Finisher-Plakette. Außerdem werden die Sieger prämiert, und selbstverständlich können sich die Läufer auf halber Strecke und im Ziel am Verpflegungsstützpunkt mit Wasser, Saft und Vitaminen stärken.

Warum ist der Start erst auf 14 Uhr festgesetzt? Bei den kalten Pfützen am Morgen könnte man die Starter doch noch einen Tick mehr schinden…

Ach, keine Angst, nass genug sind die Pfützen auch am Nachmittag noch. Und es muss sich ohnehin jeder so anstrengen, dass selbst das kälteste Pfützenwasser am erhitzten Körper ganz schnell wieder verdampfen würde. Aber Spaß beiseite: Wir sind mit dem Ackerlauf in das 16. Pinnower Spring- und Reitturnier eingebunden, deshalb der späte Start. Aber das nehmen wir gern in Kauf, denn wir werden hervorragend unterstützt vom Pinnower Reitverein und dessen Chef Rainer Janenz. Und übrigens auch vom Fünf-Seen-Laufverein Schwerin mit Dietmar Büsch an der Spitze.

Wer bisher nichts von dem Lauf wusste, nun aber Lust bekommt, kann der sich noch an der Quälerei beteiligen?

Klar, jeder aus nah und fern darf den Spaß an der Selbst-Quälerei auskosten. Er muss sich am Starttag nur bis 13.30 Uhr im Meldebüro an der Strecke anmelden.

Und die Zuschauer, haben die auch etwas davon?

Aber hallo. Die hauptsächlichen Hindernisse sind vom Start- und Zielbereich bestens einzusehen. Wer also einen Heidenspaß daran hat, andere leiden und kämpfen zu sehen, sitzt bei uns in der ersten Reihe.

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