Schach-Ikone Uhlmann kanns noch immer

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15. Dezember 2010, 10:28 Uhr

Binz | Die DDR-Schach-Ikone Wolfgang Uhlmann gewann das bislang teilnehmerstärkste Schachturnier in Mecklenburg-Vorpommern. Der Großmeister aus Dresden hatte bei der 10. Offenen Senioren-Landesmeisterschaft in Binz knapp die Nase vorn vor Juri Ljubarskij aus Hannover und Karlheinz Bachmann (Katernberg). Bei den Damen siegte Ex-Seniorenweltmeisterin Hanna Erenska-Barlo aus Polen vor Miloca Schneider (Witten) und Irmgard Narr (Mühlhof-Reichelsdorf). Unter den 168 Spielern zwischen 60 und 85 Jahren aus ganz Deutschland sowie aus Polen, Österreich und Norwegen waren 13 internationale Titelträger.

Den Ehrenpokal des besten der insgesamt 28 MV-Spieler nahm der Stralsunder Burckhard Jabbusch in Empfang. Jörg Potthammel kam auf Platz 28, Peter Kühn (bd. Malchow) auf Platz 41 und der Schweriner Gerhard Pamperin wurde 42. Das große Los hatten die Schweriner Schach-Brüder Martin und Matthias Fleischer gezogen. Martin Fleischer durfte gleich in der ersten Runde mit Schwarz gegen Wolfgang Uhlmann antreten und Matthias Fleischer mit Weiß Ex-Seniorenweltmeisterin Hanna Erenska-Barlo herausfordern. Beide schwärmten später von ihrem "Traumlos" - auch wenn sie verloren.

Dagegen hatte Hans Assmann aus Stralsund, als Nr. 101 gesetzt, einen Traumstart. Er rang dem 17. der Startrangliste, Fide-Meister Erling Kristiansen aus Norwegen, ein Remis ab.

Im weiteren Turnierverlauf zeigte sich, dass in dem stark besetzten Teilnehmerfeld sowohl an den Spitzenbrettern als auch in dem breit gefächerten Mittelfeld erbittert um die Plätze gekämpft wurde. In der dritten Runde kam es zu einem überraschenden Remis des Turnierfavoriten Uhlmann gegen den Dresdner Joachim Knaak. Dessen 82-jähriger Vater Hans Knaak aus Forst, der übrigens auch beim Turnier dabei war, war sehr stolz auf seinen Sohn. Dieser schachbegeisterten Familie entstammt übrigens auch der mehrmalige DDR-Meister und Großmeister Rainer Knaak.

In Runde fünf kam es zu der zwischenzeitlichen Spitzenpaarung zwischen der bis zu diesem Zeitpunkt stark auftrumpfenden Polin Hanna Erenska-Barlo und dem ebenfalls verlustpunktfreien Juri Ljubarskij. Die Partie entschied Letzterer, der Gewinner der vergangenen offenen MV-Seniorenmeisterschaft, klar für sich. Im Anschluss kam es zum Aufeinandertreffen von Ljubarskij und Uhlmann. Beide lieferten sich einen Kampf mit "offenem Visier". Die Partie endete remis. Ljubarskij führte damit weiterhin das Feld mit nur einem halben Verlustpunkt an.

Der Hallenser Detlef Neukirch half durch eine Remispartie in Runde sieben gegen Ljubarskij, dass Uhlmann wiede rum die Spitzenposition einnehmen konnte. In einem fehlerfreien Endspiel, für Außenstehende eine höchst dramatische und lehrreiche Partie, besiegte dieser den bis dahin hervorragend aufspielenden Fred Just aus Bremen.

Der achte Durchgang brachte eine Vorentscheidung für den Turniersieg. Während Uhlmann mit einem schnellen Erfolg gegen Fide-Meister Werner Nautsch (Katernberg) glänzte, musste sich der ärgste Verfolger Ljubarskij wiederum mit einem Remis gegen Karlheinz Bachmann begnügen.

In der Schlussrunde wurde es noch einmal spannend. Wolfgang Uhlmann reichte zum Turniersieg ein schnelles Remis am Spitzenbrett gegen Bachmann. Der zweite Platz wurde hingegen im direkten Duell zwischen dem Fide-Meister Klaus Opl aus Österreich und Ljubarskij ausgekämpft. Ersterer konnte seinen Stellungs- und Materialvorteil in der vorgeschriebenen Zeit leider nicht zum Gewinn umsetzen und verlor durch Zeitüberschreitung.

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