Schweriner Olympiasieger Stefan Nimke : Rückkehr aufs Bahnoval

Ab nächsten Donnerstag startet Teamsprint-Olympiasieger Stefan Nimke bei der 102. Auflage des Berliner Sechstage-Rennens im Sprinter-Rahmenprogramm. Zum x-ten Mal folgt der Schweriner der Einladung der Verantwortlichen.

svz.de von
18. Januar 2013, 08:38 Uhr

Schwerin | "Ich muss ja etwas machen, ansonsten bin ich nicht nur langsam, sondern dann geht’s mir auch noch dreckig", klare Worte von Bahnrad-Weltmeister Stefan Nimke. Und mit etwas machen, meint er Training. Jawohl Training. Ab nächsten Donnerstag startet der 34-jährige Teamsprint-Olympiasieger von 2004 bei der 102. Auflage des Berliner Sechstage-Rennens im Sprinter-Rahmenprogramm. Zum x-ten Mal folgt der Schweriner der Einladung der Verantwortlichen. "Ich freue mich darauf, vor dieser Riesenstimmung zu fahren. Es ist eine Ehre, sich dort präsentieren zu dürfen", meint Nimke und absolviert neben ein bisschen Krafttraining auch Einheiten auf dem Ergometer: "Ich muss mich ja an die körperliche Belastung für so ein Sechstage-Rennen gewöhnen." Ihm ist allerdings klar, dass er in Berlin keine Bäume ausreißen kann. "Ich weiß, wie ich das einzuschätzen habe. Wenn alles normal läuft, bin ich bei den Sprintern der sechste Mann, der das Feld auffüllt. Ich gehe ja wirklich mit sehr wenig Training in die Rennen." Seine Konkurrenten wie Maximilian Levy (Cottbus) und auch sein Kollege vom Track Cycling Team MV, Tobias Wächter, befinden sich derzeit in Südafrika zur WM-Vorbereitung, die Ende Februar in Minsk stattfindet.

Nach den Olympischen Spielen von London, bei denen er sich aufgrund einer Rückenverletzung selbst aus dem Medaillenrennen im Teamsprint nahm, legte der zweifache Familienvater eine sportliche Pause ein und konzentrierte sich seitdem auf seine Polizeimeister-Ausbildung an der Verwaltungsfachschule in Güstrow. "Ich hoffe, dass ich Anfang/Mitte April mit der Abschlussprüfung fertig bin und dann noch mein Praktikum machen kann, sodass ich am 5. Juli meine Ernennungsurkunde erhalte", gibt der aktuelle 1000-Meter-Weltmeister als Zeitplan aus. Dann "will ich wieder Gas geben" und das auf dem Bahnoval. "Eigentlich hatte ich ja nach den Olympischen Spielen meine Karriere beendet. Aber da ich bei Olympia nicht den erwünschten Erfolg feiern konnte, habe ich beschlossen, weiterzufahren. Also so gesehen ein Rücktritt vom Rücktritt."

Im Sommer will Mecklenburgs sportliches Aushängeschild die deutsche Meisterschaft angehen und im Winter sich über die Weltcups für die Weltmeisterschaft im Frühjahr 2014 qualifizieren. "Noch einmal bei einer WM aufs Podium, das wäre ein sauberer Abschluss meiner Karriere."

"Wenn ich fahre, fahre ich richtig"

Als amtierender Weltmeister im 1000-Meter-Zeitfahren hätte der Schützling von Trainer Ronald Grimm sogar die Möglichkeit als Titelverteidiger im Februar in Minsk zu starten. "Ich habe ja mal im Scherz gesagt, da könnte ich ja aus Spaß mitfahren und die 1000 Meter einfach mal genießen. Ich glaube aber, das würde mir mehr schaden. Und außerdem: Wenn ich fahre, dann fahre ich richtig", sagt Nimke. Wer ihn kennt, der weiß, dass der vierfache Olympia-Medaillengewinner nicht aus Spaß an der Freud’ auf seiner Spezialstrecke "hinterher bummeln" möchte. So nimmt man ihm ohne zu zucken ab, dass er nach Beendigung seiner Polizeimeister-Ausbildung wieder alle Energie in seinen geliebten Radsport legt, um 2014 mit seiner dann insgesamt 15. WM-Medaille seine sportliche Karriere endgültig zu beenden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen