SSC bereitet sich auf Spiel des Jahres vor : Riesen-Aufwand hinter den Kulissen

Die gesamte Organisation und der Aufbau wurde von zwei SSC-Mitarbeitern geplant.
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Die gesamte Organisation und der Aufbau wurde von zwei SSC-Mitarbeitern geplant.

Morgen steigt das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den italienischen Meister Busto Arsizio. Die gesamte Organisation und der Aufbau wurde von zwei SSC-Mitarbeitern geplant.

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14. Januar 2013, 07:29 Uhr

Schwerin | Wenn morgen um 19 Uhr in der Arena das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen dem Schweriner SC und dem italienischen Meister Busto Arsizio angepfiffen wird, atmen zwei besonders auf: Ellen Peters und Marten Banczyk, die Geschäftstellenmitarbeiter des Schweriner SC, organisieren das große Spiel. Während die Mannschaft die letzten Vorbereitungen trifft, wirbeln die beiden hinter den Kulissen auf Hochtouren.

Sie kümmern sich um den kompletten Aufbau, legen selbst Hand an. Bei einem Spiel in dieser Klasse müssen strenge Auflagen des Europäischen Volleyball-Verbandes (CEV) eingehalten werden. Extra für das Ereignis wurde ein neuer Boden angeschafft. "Es dürfen keine anderen Linien wie zum Beispiel für ein Handball-Feld auf dem Boden sein und auch keine Werbung", erzählt Marten Banczyk. "Den alten Rollboden für die Champions-League-Spiele für die Sport-und Kongresshalle hatten wir noch aus dem Jahr 2002 noch von der WM-Vorrunde. Der ist nun überholt. Wir hätten ihn außerdem komplett neu zuschneiden müssen." Denn der SSC zog in dieser Saison in der Königsklasse aus der großen Halle in die heimische Arena. Der 19 mal 34 Meter große neue Boden wird heute verlegt.

"Mehr Platz, wenn sie denn schnell genug sind"

Nach den Vorgaben der CEV sind die Abmessungen zwischen Spielfeld und Bande auch anders als in der Bundesliga. So müssen für morgen Abend die ersten beiden Sitzreihen eingezogen werden. "Das ist ein Standart, der erwartet wird. Aber es ist ja auch positiv für die Spielerinnen. Sie haben so mehr Platz, die Bälle noch zu holen, wenn sie denn schnell genug sind", so Banczyk. Das bedeutet jedoch auch 300 weniger Sitzplätze als bei Bundesliga-Spielen. Insgesamt können morgen 1800 Zuschauer die Begegnung gegen Italiens Top-Team verfolgen.

Dem nicht genug: Das hochmoderne Rollbandensystem darf in der Königsklasse nicht eingesetzt werden. Man geht zurück zu altehrwürdige Holzplatten. Vorschrift der CEV: Die Sponsoren-Aufsteller müssen 1 x 3,40 Meter abmessen. "Es gibt einen genauen Bandenplan, wo welcher Sponsor zu stehen hat. Die CEV hat ja noch ihre eigenen Aufsteller, die eine genaue Position einnehmen müssen", erklärt Ellen Peters. Hinzu kommt eine Buzzeranlage, damit beispielsweise der Trainer eine Auszeit beantragen kann. "Die brauchen wir sonst nicht. Das wird normalerweise per Handzeichen geregelt." Und auch eine extra analoge Punkteanzeige muss vorhanden sein.

Die gesamten Vorbereitungen sind ein enormer Aufwand. Der komplette Aufbau dauert viel länger, als bei einem Bundesliga-Spiel. "Die Halle ist bereits einen Tag früher gesperrt." Ab heute müssen auch die Athleten vom Sportgymnasium ausweichen.

Auch für die Trikots in der Königsklasse gelten spezielle Anforderungen. Der Nachnahme der Spielerinnen muss auf dem Rücken der Shirts stehen und die Hosen tragen die Spielernummer. Auch ist der Abstand zwischen den einzelnen Sponsorenaufdrucken genau festgelegt. "Beim Technical Meeting einen Abend vor dem Spiel kontrolliert der Supervisor der CEV alle vorgegebenen Auflagen." Im vergangenem Jahr waren die beiden Organisatoren wesentlich aufgeregter. "Damals mussten wir uns erst einmal die ganzen Regularien durchlesen. Diesmal konnten wir gleich nach Saisonschluss und der Auslosung Anfang Juli mit den Planungen beginnen", erzählt Peters. "Wir sind diesmal wesentlich entspannter. Es kommt ja eine gewisse Routine rein", so Banczyk.

Vier-Sterne-Hotel für die Offizellen

Als Gastgeber ist der Verein in der Pflicht, die Gästemannschaft vom Flughafen abzuholen, eine Unterbringung vorzuschlagen und auch das Training zu ermöglichen. Auch das übernehmen Ellen Peters und Marten Banczyk. Sie buchen zudem die Flüge für die Schiedsrichter, organisieren die Abholung vom Flughafen und kümmern sich um eine angemessene Unterbringung. "Wir müssen mindestens ein Vier-Sterne-Hotels buchen", so Peters. "Diesmal haben wir zwei Schiedsrichterinnen aus Spanien und der Slowakei. Da ist die Organisation nicht so schwer. Wir hatten aber mal einen Schiedsrichter aus Sibirien. Da war es schon mit den Flügen nicht so einfach."

Auch beim Aufräumen gleich nach dem Spiel packen beide kräftig zu. "Am Donnerstagfrüh wird nichts mehr von dem Champions-League- Spiel zu sehen sein. Morgens um acht turnen die Kinder vom Sportgymnasium schon wieder in der Halle" , so Banczyk.

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