HC Empor Rostock will sich neu aufstellen : Retter Henke wird Geschäftsführer

<strong>Norbert Henke</strong> als Empor-Trainer  an der Seitenlinie - das ist jetzt Vergangenheit. <foto>Georg Scharnweber</foto>
Norbert Henke als Empor-Trainer an der Seitenlinie - das ist jetzt Vergangenheit. Georg Scharnweber

Die Partie gegen Nordhorn war Norbert Henkes letzte auf dem Trainerstuhl von HC Empor Rostock: Er wird zum 1. Juli Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten. Nun sind die Rostocker auf der Suche nach einem neuen Coach.

svz.de von
05. Juni 2012, 10:09 Uhr

Rostock | Die Fahne des Handball-Zweitligisten HC Empor Rostock weht nicht auf halbmast. Im Verlauf der ersten Saison der eingleisigen 2. Handball-Bundesliga hat sie aber einige größere Risse bekommen. Bis zuletzt hatten Spieler und Verantwortliche kräftig zu tun, die Flagge obenn am Mast zu halten. Erleichterung bei Jens Gienapp, Vorsitzender des Traditionsvereins: "Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen." Er sagt aber auch: "In mehrfacher Hinsicht möchte ich eine solche Saison nicht noch einmal erleben. Sportlich, aber auch leitungsmäßig nicht. Auf beiden Strecken müssen wir uns einfach besser aufstellen und präsentieren." Ins Detail will Gienapp nicht gehen, meint nur: "Wir werden das Spieljahr in jeder Hinsicht auswerten. Es darf nicht noch mal bis zum Schluss gezittert werden."

Nach der Erleichterung über den Klassenerhalt fügte er, inzwischen mit einigen grauen Haaren mehr, hinzu: "Norbert Henke möchte ich einen ganz besonderen Dank aussprechen. Er hatte etwas zu verlieren, als er als Feuerwehrmann nach Holger Schneider das Team übernahm. Er stellte sich mit Engagement der Aufgabe, suchte immer wieder Lösungsansätze, arbeitete akribisch an den aufgetretenen Schwächen und wurde zur Erleichterung aller auch belohnt."

Apropos Henke: Die Partie gegen Nordhorn war seine letzte auf dem Trainerstuhl. "Norbert wird zum 1. Juli als Geschäftsführer der Empor Rostock Handball GmbH bestellt. Wir sind auf der Suche nach einem neuen Coach. Mit der Aufgabe habe ich ihn betraut, um kurzfristig drei Vorschläge gebeten. Der Künftige muss zu uns passen, auch eine junge Truppe führen können", sagt Gienapp und nimmt sich gleichzeitig in die Pflicht, künftig in Sachen Verträge eine Einheit von Vereins- und Spielerinteressen anzustreben ("Bindung an uns plus Erstliga-Perspektive"). Norbert Henke bringt Erfahrung für seine neue Aufgabe mit, war er doch schon bei Post Schwerin in gleicher Funktion tätig.

Der gebürtige Stralsunder, der den dortigen SHV einst von der 5. Liga in die Bundesliga führte, muss neben der Trainersuche auch den Spielerkader für die kommende Saison auffüllen. Für die neue Saison sucht der HCE einen Ersatz für Michal Bruna, Rico Göde und den zu Post Schwerin wechselnden Benjamin Meschke. Aus der Landeshauptstadt will Sven Thormann zurück nach Rostock, aber noch hindert ihn der bis 2013 laufende Vertrag. "Mit dem griechischen Nationalspieler Vyron Papadopoulos und Urgestein Jens Dethloff wollen wir verlängern. Rückraum und Kreis sind die offenen Stellen. Sonst steht das Team, das 2011/12 jede Menge Erfahrung für die kommende Saison gesammelt hat", so Gienapp.

Harsche Bruna-Kritik an Ex-Trainer Schneider

Indes hat Empors scheidender Regisseur Michal Bruna harsche Kritik an seinem ehemaligen Trainer Holger Schneider geübt. Der 48 Jahre alte frühere Nationalspieler sei die "größte Enttäuschung" seiner Zeit in Rostock gewesen. "Er war unser Ansprechpartner, hat uns vieles versprochen, aber nichts gehalten", sagte der 34 Jahre alte Tscheche. Bruna bestritt in drei Jahren 93 Zweitligaspiele (375 Tore) für den einstigen Europapokalsieger und wechselt nun zum polnischen Erstligisten Pogon Szczecin.

Empor war mit Schneider als Trainer in die Saison gegangen. Im November vergangenen Jahres trennte sich der Verein von ihm wegen Differenzen über die Ziele und die Ausrichtung des Vereins. Da standen die Rostocker auf einem Abstiegsplatz. Die Rettung gelang ihnen unter dem neuen Trainer Norbert Henke erst am letzten Spieltag am vergangenen Samstag mit einem 34:32-Sieg über die HSG Nordhorn.

Holger Schneider ist mittlerweile wieder für Post Schwerin in der sportlichen Leitung tätig.

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