"Post war mein Leben!"

<fettakgl>Idol der Fans: </fettakgl>Alexander Ladig (r.), vorn Jakub Vanek, beim Abklatschen.<foto> Dietmar Albrecht</foto>
Idol der Fans: Alexander Ladig (r.), vorn Jakub Vanek, beim Abklatschen. Dietmar Albrecht

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02. Juli 2010, 08:02 Uhr

Schwerin | 18 Jahre lang ging er mit den Schweriner Bundesliga-Handballern durch dick und dünn, feierte zweimal den Erstliga-Aufstieg, um in der Saison darauf postwendend wieder abzusteigen. Die Truppe konnte finanziell nicht so verstärkt werden, um im Oberhaus eine Chance zu haben.

Jetzt verkündet der in diesem Monat 36 Lenze werdende Alexander Ladig in einem Exklusivgespräch: "Post war mein Leben!" Dabei liegt die Betonung auf "war". Denn es folgte der etwas gestelzt klingende Satz: "Ich stehe für irgendwelche Verhandlungen mit dem SV Post nicht mehr zur Verfügung." Er müsse Selbstschutz betreiben, betont der langjährige Schweriner Kapitän und ergänzt: "Ich habe einen Ruf zu verlieren."

Damit reagiert das Schweriner Urgestein, dessen Vater Hans-Dieter Ladig 1970 mit dem Aufstieg der damaligen BSG Post mit den Grundstein zur Handball-Tradition in der MV-Landeshauptstadt legte, konkret auf Äußerungen von Trainer Dirk Beuchler sowie ganz frisch vom Mittwoch durch den neuen Post-Geschäftsführer Sebastian Knauer in dieser Zeitung. Beuchler hatte bereits vor Wochen klipp und klar seine Prioritätenliste wie folgt abgesteckt: "Ein Linkshänder für den rechten Rückraum sowie einen Mann für den Kreis als Ersatz für Erik Axelsson. Und wenn dann noch Geld da ist, können wir über die Personalie Alex Ladig reden." Zugleich bekräftigte der Coach jedoch: "Wenn die Gesellschafter grünes Licht geben, kann ich mir Alex wie in vorigen Saison sehr gut als Feuerwehrmann vorstellen." Das Signal kam nicht, die Gesellschafter konnten sich angesichts der klammen Kassen beim SV Post mehrheitlich nicht dazu durchringen.

Statt eines Signals in Richtung Ladig, dass man mit ihm unbedingt weiter plane, erklärte Knauer: Man könne mit Ladig erst konkret sprechen, wenn die Neuen im rechten Rückraum sowie am Kreis unter Dach und Fach wären. Das war für den Schweriner Nach-Wende-Spieler schlechthin der Punkt, die Reißleine zu ziehen: "Ich muss jetzt so handeln - aus Selbstschutz. Man hat mich hingehalten. Verträge werden normalerweise im Fe bruar, März, April gemacht", so Ladig. Ergänzend sagte dieser: "Bevor man den Geschäftsführer feuert und einen neuen bezahlt - die Abfindung für Norbert Henke war bestimmt nicht gering - hätte man das Geld auch für meinen neuen Vertrag ausgeben können. Das kann sich Klein-Püppi 1:1 ausrechnen." Einmal in Fahrt, schob Alex nach: "Ich bin körperlich fit. Kein Spieler ist so variabel einsetzbar wie ich. Wenn der Verein solch einen ziehen lässt, muss man schon viel in petto haben - oder hats nicht!"

Es gebe "drei, vier andere interessante Angebote, mein Spielerberater sondiert", sagt Alex. Immer wieder kommt dabei Ligarivale HC Empor Rostock ins Spiel, doch Ladig sagt, darauf angesprochen, nur: "Bis 12. Juli soll die Entscheidung gefallen sein." An dem Tag beginnt beim HCE das Training.

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