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Handball-Zweitligist SV Post Schwerin : Post spielt Sonntag definitiv

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Mindestens noch einmal tritt Post Schwerin vor eigenem Publikum an. Das Spiel am Sonntag gegen TuS Ferndorf findet "definitiv statt". Der Spielbetrieb soll bis Monatsende aufrechterhalten werden.

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2012 | 07:36 Uhr

Schwerin | Mindestens noch einmal tritt der insolvente Handball-Zweitligist Post Schwerin vor eigenem Publikum an. Laut Geschäftsführer Friedrich Diestel findet das Spiel am Sonntag um 18 Uhr gegen Aufsteiger TuS Ferndorf "definitiv statt". Die Insolvenzverwalterin plane, so Diestel, den Oktober gar noch durchzuspielen. So lange läuft auch das Insolvenzausfallgeld für Spieler und Trainer…

Bei der Insolvenzverwalterin handelt es sich um die Hamburgerin Bettina Schmudde, die sich laut Diestel bereits am Sonnabend vorm Spiel in Rostock bei der Mannschaft vorgestellt hat. Frau Schmudde wird gern von den Amtsgerichten in Schwerin, Chemnitz, Cottbus und Dresden bestellt. Ein Anruf bei der White & Case Insolvenz GbR, für die Frau Schmudde tätig ist, ergab gestern, dass im Fall des insolventen Wirtschaftsträgers der Post-Handballer ein Insolvenzverfahren noch gar nicht eröffnet worden sei.

Bleibt es beim Spielbetrieb im kompletten Monat Oktober, hätte Post noch ein weiteres Heimspiel am 17. Oktober gegen SV Henstedt/Ulzburg, ebenfalls ein Neuling. Zudem stünden in diesem Monat noch die Auswärtspartien in Erlangen und Bittenfeld an. Doch ob dahin die verbliebenen spielfähigen neun Post-Mohikaner noch reisen werden (müssen), ist völlig offen. Zumal Diestel erklärt, "dass man von Spiel zu Spiel sehen muss, ob Geld dafür da ist".

So ist ein Szenario durchaus denkbar, dass die Schweriner zwar die kommenden zwei Heimspiele noch "mitnehmen", die beiden Auswärtspartien aber sausen lassen. Erst beim dritten Nichtantreten würde man nämlich sofort aus dem Spielbetrieb fliegen.

Doch erst einmal muss der TuS Ferndorf aus dem 4000-Einwohner-Stadtteil von Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein die für ihn weite Reise nach Schwerin antreten. Wohl wissend, dass die Punkte am Ende eh wieder abgezogen werden. Denn keiner kann sich vorstellen, dass die insolventen Postler die Saison wirklich zu Ende spielen können. Und damit würden dann auch sämtliche Partien der Schweriner annulliert…

Doch erst einmal betrieb Post-Trainer Christian Prokop gestern das Videostudium vom Gegner Ferndorf, "um mich zu beschäftigen". Was die Mannschaft betrifft, so sagte der Coach: "Die neun Mann, die gegen Rostock spielten, sind noch da. Zudem rückt Linksaußen Kay-Peter Larisch von der zweiten Mannschaft fürs Heimspiel in den Kader. So kann Martin Murawski auch mal am Kreis aushelfen, wenn dort Stephan Riediger eine Pause benötigt."

Was die für Sonnabend um zehn Uhr in der Schweriner Mecklenburgstraße/Höhe Schloßstraße angesagte Demo von Fans betrifft, so meinte Prokop dazu: "Ich freue mich über jeden, der uns noch unterstützt."

Gespannt darf man sein, wie viele Zuschauer den Weg in die Sport- und Kongresshalle zum Sonntags-Spiel gegen Ferndorf finden. Geschäftsführer Friedrich Diestel rechnet "mit dem höchsten Zuspruch der Saison". Bisher waren es gerade einmal 962 Besucher bei der Partie gegen Leutershausen. Diestels Motto lautet: "Wir gehen noch mal alle hin, um tschüß zu sagen. Denn keiner weiß, ob es nicht doch der letzte Auftritt der Zweitliga-Postler sein wird."

Benjamin Meschke hat seinen Vertrag aufgelöst

Kreisspieler Benjamin Meschke hat unterdessen den Vertrag bei Post Schwerin laut Diestel offiziell aufgelöst. Meschkes neuer Verein wird aller Voraussicht nach Liga-Kontrahent Eintracht Hildesheim, bei dem auch bereits mit Saisonstart der Ex-Postler "Dinos" Chantziaras untergekommen ist.

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