Post Schwerin distanziert sich vom Übergriff auf die Referees

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14. Mai 2012, 07:17 Uhr

Schwerin | Das Zweitligaspiel zwischen den Handballern von Post Schwerin und dem HC Erlangen war am Sonntag bis in die Schlusssekunde heiß umkämpft. Und es endete für den Gastgeber mit einer knappen 21:22-Niederlage, nachdem dieser noch 68 Sekunden vor Ultimo mit einem Treffer geführt hatte. Insofern war es ein bitteres Ende. Doch während sich die Mannschaft nach dem doppelten Punktverlust sportlich fair verhielt, wollten sich einige "Fans" mit dem Ausgang der Partie nicht zufrieden geben.

Sie sahen im Berliner Schiedsrichter-Duo Blümel/Loppaschewski die Schuldigen und brachten ihren Unmut nicht nur lautstark, sondern auch handgreiflich zum Ausdruck. Auf dem Weg vom Spielfeld in die Kabine soll es tätliche Angriffe auf die Referees gegeben haben, so steht es im Spielbericht geschrieben. Schiedsrichter-Chef Peter Rauchfuß (Chemnitz) wurde nach diesem Zwischenfall durch die Unparteiischen sofort in Kenntnis gesetzt, was nur in besonderen Fällen geschieht. "Die Schiedsrichter sind von hinten angegriffen worden, wobei es zumindest einen Schlag auf den Oberarm gegeben hat", sagte er.

Das bestätigt auch Post-Betreuer Joerg Bär so, der zufällig Augenzeuge dieses unliebsamen Zwischenfalls wurde. "Ich habe auch gesehen, wer es war. Der Täter ist uns namentlich bekannt", sagte Bär. Post-Trainer Christian Prokop bedauert das Geschehen, weil Gewalt beim Sport einfach nichts zu suchen habe.

Aufgeheizt wurde die Atmosphäre durch zahlreiche strittige SR-Entscheidungen während des gesamten Spiels, die in der Endphase dann ihren "Höhepunkt" fanden. Man hatte den Eindruck, dass ähnliche Delikte nicht gleich bewertet wurden. Das ansonsten beruhigende Einwirken (Ermahnung) auf die Bank vermisste auch der Post-Coach. "Bei meiner ersten kleineren Kritik hagelte es gleich die Gelbe Karte", monierte Prokop. In der Tat war das gesamte Agieren der Berliner ziemlich aufreizend und zeugte von sehr wenig Fingerspitzengefühl. Dabei handelte sich um ein Paar aus dem DHB-Elitekader.

Doch bei aller berechtigten Kritik sind derart ungezügelte Reaktionen auf die SR auf das Schärfste zu verurteilen.

"Wir bedauern sehr, dass das Spiel durch das Verhalten einiger weniger Gäste zum Spielschluss überschattet wurde", sagt Geschäftsführer Ingo Heinze, der fortführt: "So ein Verhalten hat bei allen Emotionen in einem spannenden Spiel nichts zu suchen. Wir distanzieren uns davon ausdrücklich." Auch wenn die Situation durch den besonnenen Einsatz der Security nicht eskalierte, schade dies dem Handballsport, so Heinze. Die Verantwortlichen des SV Post haben sich bei dem Schiedrichtergespann entschuldigt und erwägen ihrerseits nun rechtliche Schritte gegen die Verursacher, um sich so eventuell das Strafgeld wiederzuholen.

Der Strafenkatalog der Handball Bundesliga-Vereinigung (HBL) sieht für Angriffe auf die Referees eine Geldstrafe bis zu 5000 Euro vor. Das Höchstmaß dürfte im Schweriner Fall aber nicht in Frage kommen, da die Schiedsrichter der Security bescheinigten, alles in ihren Kräften Stehende unternommen zu haben. So war es jedenfalls von Seiten der "Begleitschützer" zu erfahren.

Post Schwerin kennt laut Heinze bereits die Höhe der Geldstrafe. "Es sind aber keine 5000." Zur genauen Summe wollte er nichts sagen.

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