"Pommes" Brinkies als Hansa-Wecker

<fettakgl>Wenn sich 186 Zentimeter strecken:</fettakgl> Johannes Brinkies hält  im Heimspiel gegen Waclker Burghausen in der Startphase einen Elfmeter. <foto> Andy Bünning</foto>
Wenn sich 186 Zentimeter strecken: Johannes Brinkies hält im Heimspiel gegen Waclker Burghausen in der Startphase einen Elfmeter. Andy Bünning

svz.de von
07. März 2013, 07:44 Uhr

Rostock | Ausgerechnet der Jüngste hat dem dahinsiechenden Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock neues Leben eingehaucht. Der erst 19 Jahre alte Johannes Brinkies hielt beim 1:0 über Wacker Burghausen nach sieben Minuten Spielzeit erst einen Elfmeter und danach den kostbaren ersten Sieg seit dem 3. November 2012 fest. Und stellte sich danach brav wieder hintenan. Verbal jedenfalls. "Die ganze Mannschaft hat gewonnen. Jeder leistet seinen Beitrag dazu", sagte der deutsche U19-Nationalkeeper.

Der Stein, der Brinkies und seinen Vorderleuten vom Herzen fiel, war bis weit ins Hansa-Land hinein zu hören. Der erste Erfolg im neuen Jahr verhinderte, dass die mit Aufstiegsambitionen gestarteten Rostocker noch weiter in Richtung Abstiegszone durchgereicht wurden.

Das war auch Ken Leemans dank seines "goldenen" Tores zu verdanken. Aber der Belgier wollte sich ebenfalls nicht in den Vordergrund drängeln. "Wir sind alle Matchwinner. Wer das Tor schießt, ist egal", befand der Mittelfeld-Abräumer.

Wenn auch etwas wider Willen, Brinkies war der Hauptdarsteller des beschwerlichen Fußballabends auf dem Rumpelrestrasen der Rostocker DKB-Arena. Und er wurde gefeiert von den 7000 erleichterten Zuschauern. "Die Fans sind überragend. Wir haben so lange nicht gewonnen, und sie unterstützen uns dennoch so großartig. Etwas Geileres gibt es nicht. Dafür ist man Fußballer geworden", befand der gebürtige Grevesmühlener stolz.

Die westmecklenburgische Kleinstadt ist Hansa-Hochburg, und auch Brinkies ist seit seiner Kindheit mit dem Bazillus infiziert. "Ich habe schon als kleiner Junge daraufhin gearbeitet, einmal für diesen Verein im Tor zu stehen", gestand der wegen seiner Vorliebe für die frittierten Kartoffelteile "Pommes" genannte Keeper. "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen." Vom Grevesmühlener FC über den FC Anker Wismar kam er 2004 zum FC Hansa, durchlief die dortige Nachwuchsakademie und schaffte es bis in die DFB-Auswahlvertretungen, aktuell in die U19-Nationalelf.

Durchgebissen hat sich Brinkies auch in Hansas Profikader. Als Nr. 3 in die Saison gegangen, warf er seinen Rivalen Kevin Müller - immerhin U20-Nationaltorwart - und Jörg Hahnel (ausgestattet mit Erstliga-Erfahrung) den Fehdehandschuh hin und verdrängte sie. Seit kurzem gehört der Sprössling einer sportbegeisterten Familie, Mutter Kerstin war einst Leichtathletin, Schwester Johanna spielt Handball bei der TSG Wismar, zum Startelf-Stamm. Und dort will er bleiben. "Jetzt muss es natürlich so weiter gehen", forderte Brinkies von sich selbst. Und von seinen Kameraden. "Auch in Halle wollen wir gewinnen. Am besten wieder zu Null", sagte Hansa Rostocks neue Nummer eins im Hinblick auf das Gastspiel beim Halleschen FC am kommenden Sonntag.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen