zur Navigation springen

Polizeichef Michael Ebert: Rückschlag für positive Fankultur

vom

svz.de von
erstellt am 23.Nov.2011 | 08:12 Uhr

Rostock | Die positive Fankultur im Fußball hat nach Ansicht des Chefs der Rostocker Polizeiinspektion, Michael Ebert, beim zurückliegenden Heimspiel des FC Hansa gegen den FC St. Pauli einen Rückschlag erhalten. "Ich bin sehr erschrocken, wie viele Fans sich über das Abfeuern von Pyrotechnik in den Gästeblock gefreut haben", sagte Ebert. "Da jubeln die Leute und klatschen, dass andere Leute beschossen und dabei vielleicht schwer verletzt werden." Es sei zwar klar, dass es sich bei den Klatschern nicht um die klassischen Problemfans handele. Es zeige sich aber, dass es nicht gelungen sei, die positive Fankultur zu befördern und zur negativen hin abzugrenzen.

Bei der Partie am vergangenen Sonnabend waren nach der 1:0-Führung von St. Pauli im Gästeblock bengalische Feuer gezündet worden. Anschließend flogen aus dem Hansa-Block Raketen mitten in die St.-Pauli-Fans.

Die Gewerkschaft der Polizei hatte darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei den Raketen nicht um vergleichsweise harmlose Silvesterböller handele. Dies seien illegal importierte Feuerwerkskörper aus Asien mit ungleich höherer Sprengkraft gewesen.

Ebert sagte, dass ein Großteil der gezeigten Aggressivität von Hansa-Fans ausgegangen sei. "Diese Art von Aggression habe ich noch nicht erlebt." Er betonte, dass das alleinige Verhängen von härteren Strafen keine Lösung sei. Es müsse aber klar sein: "Wer sich nicht an unsere Spielregeln hält, muss mit allen uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen rechnen." So sei am vergangenen Wochenende ein bekannter Straftäter der Szene im Polizeigewahrsam gewesen, weil er sich nicht an Auflagen gehalten habe.

Prävention bleibe ein bedeutender Teil der polizeilichen Arbeit. Das gelte besonders für den Jugendbereich. Nach Ansicht von Soziologen ist die sogenannte Ultrabewegung derzeit die größte Jugendströmung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen