FC Hansa Rostock : Pokalsieg in Wembley vor 50 000 Zuschauern

<fettakgl>Wer aufhört zu kämpfen,</fettakgl> hat schon verloren: Noël Alexandre Mendy nimmt sich den Ausspruch auf dem Hansa-Plakat zu Herzen:  'Wir holen noch die Punkte für den Klassenerhalt.' <foto>Oliver Kramer</foto>
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Wer aufhört zu kämpfen, hat schon verloren: Noël Alexandre Mendy nimmt sich den Ausspruch auf dem Hansa-Plakat zu Herzen: "Wir holen noch die Punkte für den Klassenerhalt." Oliver Kramer

"Schnee im März, das habe ich noch nie erlebt", sagt Noël Alexandre Mendy. Der Franzose senegalesischer Abstammung hat sich längst an die winterlichen Verhältnisse im Norden und seine Rolle beim FC Hansa gewöhnt.

svz.de von
20. März 2013, 07:39 Uhr

Rostock | "Schnee im März, das habe ich noch nie erlebt", sagt Noël Alexandre Mendy, als er gestern aus den Katakomben der DKB-Arena tritt. Der Franzose senegalesischer Abstammung hat sich jedoch längst an die winterlichen Verhältnisse im Norden gewöhnt. Dies gilt auch für seine Rolle beim FC Hansa. Unter Trainer Marc Fascher erkämpfte sich der Rechtsverteidiger einen Stammplatz, verpasste durch eine Gelb-Rot-Sperre nur eine Partie. Im Gespräch mit NNN-Mitarbeiter Oliver Kramer spricht der 29-Jährige über Sprachbarrieren, Hansas Kampf um den Klassenerhalt und seinen größten Erfolg im Wembley-Stadion.

Herr Mendy, für Journalisten in unseren Breitengraden ist es nicht leicht, Sie anzusprechen. Wollen wir das Interview auf Französisch, Englisch oder auf Deutsch führen?

Mendy: In Französisch wäre mir lieb, ich spreche aber auch englisch.

Dann probieren wir es in beiden Sprachen. Erinnern Sie sich noch, was Sie vor fast einem Jahr, genauer gesagt am 25. März 2012, gemacht haben?

Ja, natürlich. Ich stand mit meinem ehemaligen englischen Club FC Chesterfield im Finale um "The Johnstones Paint Trophy" (Pokalwettbewerb der 2., 3. und 4. englischen Liga - d. Red.). Vor 50 000 Menschen im

neuen Wembley-Stadion zu spielen, war schon etwas ganz Besonderes. Dazu haben wir das Spiel gegen Swindon Town mit 2:0 gewonnen. Es war eine tolle Erfahrung, an die ich mich immer gerne zurückerinnere.

Im Sommer wechselten Sie von der Insel nach Deutschland, zum FC Hansa. Haben Sie sich innerhalb der Mannschaft und in Rostock eingelebt?

Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Sprachlich gibt es keine Verständigungsprobleme, auch nicht mit dem Trainer. Ich versuche, soweit es geht, Deutsch zu verstehen, der Rest funktioniert in Englisch. Manchmal hilft mir Julien Humbert, der ja auch französisch spricht und dann übersetzt.

Privat habe ich Rostock schon ein wenig zusammen mit meiner Frau Lenka und meinem zweijährigen Sohn Liam-Jean erkundet. Wir fühlen uns hier sehr wohl, zumal ich in meiner Freizeit auch mit Mannschaftskollegen wie Julien Humbert etwas unternehme.

Welche deutschen Wörter kennen Sie denn schon?

(grinst) Ja, so einfache Dinge. Komm nach hinten, links, rechts, nach vorne, nimm deinen Mann. All diese Dinge. Manchmal rutschen mir auch französische Begriffe durch. Joue (spiel ab), ici, ici (hier, hier stehe ich), ça arrive (da kommt jemand hinter dir).

Unter Ex-Trainer Wolfgang Wolf nicht immer erste Wahl, haben Sie sich unter Marc Fascher einen Stammplatz erkämpft. Wie sehen Sie Ihre Rolle als Rechtsverteidiger, wo Sie doch "gelernter" Mittelfeldspieler sind?

In England habe ich meistens im zentralen Mittelfeld gespielt, davor, in der Tschechischen Republik, im rechten Mittelfeld. Als ich mit dem FC Hansa in die neue Saison startete, haben wir irgendwie alle noch nach unserer Position gesucht, gerade in der Phase zu Beginn, als es nicht so lief. Unter Herrn Wolf spielte ich im Mittelfeld und lieferte ein paar gute und ein paar schlechte Spiele ab. Dann kam Herr Fascher und fragte mich, ob ich es als Verteidiger probieren will. Ich sagte zu. Generell gilt: Wenn du spielen darfst, dann spielst du und fragst nicht nach der Position.

Als Sie beim FC Hansa für zwei Jahre unterschrieben, hieß es, die Mannschaft will um den Aufstieg mitspielen. Jetzt ist der Kampf um den Klassenerhalt ausgerufen worden. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

Momentan sind wir in der Lage, in der wir jeden einzelnen Punkt benötigen. Klar wollten wir zu Beginn der Saison in die 2. Bundesliga aufsteigen. Jetzt müssen wir aber sehen, wo wir stehen, realistisch bleiben und daran arbeiten, die Punkte zu erringen. In vielen Spielen waren wir drauf und dran, mindestens einen Punkt oder mehr zu holen. Leider wurden wir nicht belohnt. Die Mannschaft hat aber ihre Qualität und den Glauben nicht verloren, die nächsten Spiele zu gewinnen und frühzeitig den Klassenerhalt zu schaffen.

Meist werden Sie von allen nur "Alex" gerufen, wahrscheinlich, weil Ihr zweiter Vorname für Deutsche ungewohnt auszusprechen und vor allem schwieriger zu schreiben ist. Was bedeutet Noël?

Noël heißt auf Französisch Weihnachten. Das hat aber keine religiöse Bedeutung, sondern hängt mit meinem Geburtsdatum 14. Dezember zusammen. Meine Eltern erwarteten meine Geburt an Weihnachten. Leider kam ich dann früher als erwartet zur Welt. Den Beinamen Noël haben Sie dann trotzdem beibehalten. (lacht)

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