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Schweriner Tobias Wächter holt Gold im Keirin und Teamsprint : Paukenschlag zum EM-Abschluss

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War das ein Paukenschlag zum Abschluss der Bahnrad-Europameisterschaft im litauischen Panevezys. Tobias Wächter vom Track Cycling Team Mecklenburg-Vorpommern gewann EM-Gold im Keirin.

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erstellt am 21.Okt.2012 | 07:17 Uhr

Panevezys/Schwerin | War das ein Paukenschlag zum Abschluss der Bahnrad-Europameisterschaft im litauischen Panevezys. Tobias Wächter vom Track Cycling Team Mecklenburg-Vorpommern konnte gestern noch einmal sein Leistungsvermögen abrufen, und gewann EM-Gold im Keirin. Es war sein zweites Gold bei den kontinentalen Titelkämpfen an diesem Wochenende. Am Freitagabend triumphierte der 24-jährige Schweriner mit den beiden Chemnitzern Max Niederlag und Joachim Eilers bereits im Teamsprint.

"Tobi hat heute das abgerufen, was er kann. Ich denke, er hat meinen Rat beherzigt", so Wächters Heimtrainer Ronald Grimm gegenüber unserer Redaktion. Damit war gemeint, dass sein Schützling am Samstag im Sprint "einen gebrauchten Tag erwischte. Ich hatte abends mit ihm telefoniert. Da war er ganz schön geknickt. Ich habe ihm gesagt, das er seinen Kopf frei bekommen muss. Das hat ja wohl gut geklappt", so Grimm. Im Sprint wollte "Tobi" unter die ersten Vier, "alles andere wäre indiskutabel", hatte er noch vor seinem Abflug als Zielstellung ausgegeben. Es kam anders. In der Qualifikation belegte "Tobi" in 10,367 Sekunden Rang zehn. Hier gewann sein 19-jähriger BDR-Teamkollege Max Niederlag in der Top-Zeit von 10,097. Die erste Runde meisterten die beiden Deutschen souverän. Wächter bezwang den Polen Rafal Sarnecki, Niederlag den Weißrussen Vladislav Novik. Im Achtelfinale musste sich Wächter allerdings dem Olympia-Fünften im Sprint, Denis Dmitriev (Russland) geschlagen geben. Auch den anschließenden Hoffnungslauf verlor Wächter und wurde Elfter. "Er war fest im Kopf und hat den Angriff verschlafen. Den Lauf hätte er eigentlich gewinnen müssen", meinte Grimm. Dmitriev und Niederlag zogen anschließend bis ins Finale ein. Dort war der Russe nicht zu schlagen.

Umso bemerkenswerter, dass sich Tobias Wächter von diesem Negativerlebnis ganz schnell erholte. Denn die beiden Tage zuvor hatten Kraft gekostet und er hatte im Vorfeld gemeint: "Mal sehen, wozu es im Keirin noch reicht." Am gestrigen Abschlusstag war er dann nicht zu schlagen, hatte sich und die Gegner im Griff. Sein Teamsprint-Kollege Eilers rundete das hervorragende Ergebnis der Sprinter mit Silber im Keirin noch ab. Für Tobias hat der EM-Titel im Keirin noch einen schönen Nebeneffekt. "Als Europameister bist du namentlich bei der WM startberechtigt. Darum ist es eigentlich schade, dass Tobi im Sprint den Kopf nicht frei hatte."

Bundestrainer Detlef Uibel, der in Litauen von Carsten Bergemann vertreten wurde, verzichtete auf den Einsatz seiner Top-Sprinter Maximilian Levy (Cottbus), Rene Enders (Erfurt) und Robert Förste mann (Gera), die bei den Olympischen Spielen in London Teamsprint-Bronze gewonnen hatten. Die drei steigen erst später in der Saison ins Renngeschehen ein und so gab der Bundestrainer den jungen Athleten eine Chance. Und sie rechtfertigten das Vertrauen.

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