Stabhoch-Vizeweltmeisterin Martina Strutz : Olympiaticket doch nicht sicher

<strong>Martina Strutz</strong> wartet auf den Augenblick, da sie endlich entspannt und ohne Sorgen nach vorn blicken kann.<foto>Birkenstock</foto>
Martina Strutz wartet auf den Augenblick, da sie endlich entspannt und ohne Sorgen nach vorn blicken kann.Birkenstock

Erst gestern hatten wir Stabhochsprung-Vizeweltmeisterin Martina Strutz zu ihrem Olympiaticket gratuliert, heute müssen wir wieder zurückrudern - trotz Olympianorm. Vorerst ist sie nur für die EM in Helsinki nominiert.

svz.de von
25. Juli 2012, 04:41 Uhr

Schwerin | Erst gestern hatten wir an dieser Stelle Stabhochsprung-Vizeweltmeisterin Martina Strutz zu ihrem Olympiaticket gratuliert, heute müssen wir - leider - wieder zurückrudern. "Der Olympiastart ist nun doch noch nicht sicher. Definitiv ist nur, dass ich für die EM in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli - d. A.) nominiert bin", teilte die Schwerinerin in Diensten des SC Neubrandenburg gestern mit.

Noch am Wochenende hatte Herbert Czingon, DLV-Cheftrainer Field (Sprung, Wurf, Mehrkampf), sie kontaktiert und um ein Gespräch gebeten. "Da schwante mir schon etwas. Es passiert mir ja nicht zum ersten Mal, dass der DLV eine eigentlich sichere Nominierung mir gegenüber wieder in Frage stellt", sagt Martina, die nun weiter bangen muss, ob sie oder die Zweibrückerin Kristina Gadschiew das dritte deutsche London-Ticket erhält.

Eigentlich hätte die Sache durch sein müssen. Mit Silke Spiegelburg (Leverkusen/4,76 m), Lisa Ryzih (Ludwigshafen/4,61), Kristina Gadschiew (4,56) und eben Martina Strutz (4,55) hatten im Vorfeld vier deutsche Athleten die Olympianorm von 4,55 m in der Tasche. Und die deutschen Meisterschaften am Wochenende in Bochum als Top-Nominierungswettkampf sollten die Entscheidung bringen. So hieß es. Die dortige Reihenfolge: 1. Spiegelburg 4,70 m; 2. Ryzih 4,65 m; 3. Strutz 4,45 m; 4. Carolin Hingst (Mainz/ ohne Olympianorm) 4,40 m; 5. Gadschiew 4,30 m.

Rolle rückwärts wie im Vorjahr: Rückkehr zu den alten Stäben

"Nicht schön das Resultat, aber ausreichend", hatte Martina Strutz in unserer gestrigen Ausgabe ihr Abschneiden kommentiert. Aber Pustekuchen! Jetzt muss sie auf jeden Fall bis nach der EM bangen. Am 2. Juli soll die endgültige Nominierung des Leichtathletik-Olympiateams durch den DOSB erfolgen.

"Solch eine Hinhaltetaktik ist äußerst ärgerlich. Ich brauche doch als Athlet Planungssicherheit, um mein Training voll auf den Höhepunkt ausrichten zu können. Wenn der Verband Nominierungsrichtlinien hat, dann sollte er sich auch daran halten", wetterte die 30-Jährige und kann die Entscheidung vor allem auch aufgrund des deutlichen Meisterschafts-Vorsprungs gegenüber der dort chancenlosen Gadschiew nicht nachvollziehen. Allerdings ist deren Heimcoach Andrei Tivontchik zugleich auch Bundestrainer des A/B-Kaders der Frauen.

Nichtsdestotrotz muss sich Martina den neuen Gegebenheiten stellen. Das tut sie. "So oder so ist es mein Ziel, hoch zu springen und endlich wieder in die Regionen um 4,70 vorzustoßen", sagt der Schützling von Trainer Thomas Schuldt.

Dafür nimmt sie sogar noch einmal eine wesentliche Umstellung vor. "Ich gehe wieder zurück auf meine alten Stäbe, mit denen ich im Vorjahr WM-Silber und den deutschen Rekord von 4,80 erreicht habe", verriet sie gestern, "denn die neuen Stäbe arbeiten schneller, als ich derzeit am Stab arbeiten kann."

Der neue Satz von zehn Stäben - im übrigen auch schon mehr als ein Jahr alt - ist gemünzt auf eine Athletik, die die ihre aus dem Vorjahr noch übersteigt. "Athletisch habe ich mich tatsächlich um das entscheidende Stück verbessert, aber nach der in diesem Jahr bislang holprigen Vorbereitung kann ich das am Stab nicht so umsetzen, wie ich gern möchte."

Schon 2011 hatte Martina Strutz mitten in der Saison die Pferde gewechselt und nach stagnierenden Leistungen im Juni ihre alten (und ab jetzt erneut aktuellen) Stäbe wieder hervorgeholt. Das Ende ist bekannt…

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