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Berlinale-Film : Olympiasieger Beyer spricht über Doping

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Kugelstoß-Olympiasieger Udo Beyer hat mit heiklen Aussagen zum Thema Doping für Zündstoff gesorgt und dabei laut Presseagenturen angeblich erstmals über den eigenen Gebrauch von unerlaubten Substanzen gesprochen.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 10:52 Uhr

BERLIN | Kugelstoß-Olympiasieger Udo Beyer hat mit heiklen Aussagen zum Thema Doping für Zündstoff gesorgt und dabei laut der Deutschen Presseagentur (dpa) und dem Sport-Informationsdienst (sid) angeblich erstmals über den eigenen Gebrauch von unerlaubten Substanzen gesprochen.

"Ich wusste über alles, was mit mir gemacht wurde, Bescheid. Ich habe Sachen abgelehnt, ich habe Sachen gemacht, aber ich habe selbst entschieden. Etwas heimlich in den Tee, das gab es nicht", sagte Beyer in dem Film "Einzelkämpfer" von Sandra Kaudelka, der heute auf der Berlinale vorgestellt wird.

Dass er 1976 in Montreal zu Unrecht Olympiasieger wurde, wies Beyer zurück. "Nein, überhaupt nicht. Ich war in dem Wettkampf der Beste."

Über die Wirkung unerlaubter Mittel sagte der heute 57-Jährige: "Doping oder unterstützende Mittel machen vielleicht zwei oder drei Prozent der Leistung aus - alles andere ist harte Arbeit. Und wenn Du nicht richtig trainiert bist, dann können sie Dir so viel Pillen geben, wie Du willst - dann wirst Du höchstens ein Schwamm oder irgend so etwas, aber nie ein guter Leistungssportler", sagte er. Und er fügte hinzu: "Einem Ackergaul kannst Du so viel Dopingmittel geben, wie Du willst, er wird nie ein Rennen in Hoppegarten gewinnen." Ob der einstige Kapitän der Leichtathletik-Nationalmannschaft der DDR damit eigenes Doping zugab, ist allerdings unklar. Das zuständige Pressebüro der Filmemacherin jedenfalls wies darauf hin, dass die in den Korrespondenzen verwendeten Zitate aus dem Zusammenhang gerissen worden seien. Beyer, der in Potsdam ein Reisebüro führt, war wegen eines Krankenhaus-Aufenthaltes gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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