Ohne Aleksandersen gegen Sinsheim

Hat das Sagen bei den SSC-Volleyballerinnen: Trainer Tore Aleksandersen. Doch in dieser Woche musste sein Co Andreas Renneberg (r.) das Training leiten. Dietmar Albrecht
Hat das Sagen bei den SSC-Volleyballerinnen: Trainer Tore Aleksandersen. Doch in dieser Woche musste sein Co Andreas Renneberg (r.) das Training leiten. Dietmar Albrecht

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16. April 2010, 07:51 Uhr

Schwerin | Beim deutschen Volleyball-Meister Schweriner SC stellte man sich gestern bereits darauf ein, dass Trainer Tore Aleksandersen heute um 18 Uhr beim Heimspiel gegen den SV Sinsheim nicht auf der Bank sitzen wird. Schuld ist die Aschewolke aus dem isländischen Gletscher-Vulkan, die über Deutschland und Europa hinwegzieht und den Flugverkehr lahm legte. So sitzt Aleksandersen weiterhin in seiner norwegischen Heimat fest. Es sollte eigentlich nur ein Kurztrip zu Anfang der Woche sein. "Vielleicht kommt er ja noch irgendwie nach Schwerin, um beim Spiel dabeizusein. Aber die Züge sind auch komplett ausgebucht. Tore hat sich sogar über eine Busreise informiert, die 26 Stunden dauern würde. Ich hätte ihn auch aus Kopenhagen mit dem Auto abgeholt. Aber man weiß ja nie, ob das alles mit der Fähre klappt", berichtete SSC-Teammanager André Wehnert über die Bemühungen, den Coach nach Schwerin zu bekommen. "Hauptsache, er ist spätestens Montag wieder in Schwerin", so Wehnert weiter. Denn die kommende Woche wird für den SSC die Woche der Wahrheit. Am Mittwochabend spielt der deutsche Meister und Tabellenführer beim Zweiten 1. VC Wiesbaden, am 24. April empfängt dann Schwerin den Dritten Rote Raben Vilsbiburg.

Doch erst einmal steht heute das Pflichtspiel gegen den Drittletzten SV Sinsheim an. Das Training in der Woche leiteten Co Andreas Renneberg, der allerdings keine A-Lizenz besitzt, und Athletik-Coach Michael Döring. Sie telefonierten aber mehrmals täglich mit Aleksandersen, um die Übungseinheiten abzustimmen. Heute im Spiel muss laut Reglement Kapitän Julia Retzlaff die Rolle des Cheftrainers übernehmen. Sie darf aber, wenn sie auf dem Feld steht, die Aufgabe an Andreas Renneberg übertragen. Das wird sicher so heute auch gehandhabt. Aber egal wie, das einzige, was heute zählt, ist ein Sieg. Der Aufsteiger aus Sinsheim hat bislang von seinen 22 Ligaspielen erst vier gewonnen. Aber Vorsicht ist geboten. Denn die Mannschaft von Trainer Rudi Sonnenbichler hat den routinierten Teams der Bundesliga schon gern den ein oder anderen Satz abgejagt. Am Ende schaffte Sinsheim die Sensation eines Außenseitersieges dann doch nicht.

So gibt es keinen Grund, die Gäste heute zu unterschätzen. Konzentriert und aggressiv spielen, lautet denn auch die Marschroute. Mit dem 3:0-Sieg in Dresden hat der SSC im Endspurt der Meisterschaft viel Rückenwind bekommen. Und in heimischer Halle sind die Schwerinerinnen sowieso eine Macht. Noch kein Heimspiel in der Liga wurde verloren. Es geht aber auch darum, das hervorragende Satzverhältnis zu festigen. Schwerin hat bei 36:6 Punkten (21 Spiele) ein Satzverhältnis von 57:16, der Zweite aus Wiesbaden bei 36:8 Zählern eines von 57:31 und der Dritte Vilsbiburg bei 34:8 Punkten eines von 58:23. Am Ende der Saison könnte dieses über den Titel entscheiden. "Wir haben keinen Satz zu verschenken", sagt denn auch der Teammanager. So wird der SSC wegen der angespannten Personalsituation (Weggang von Caroline Wensink und verletzungsbedingter Ausfall von Sylvia Roll) auch nicht auf Janine Völker verzichten. Die 18-Jährige besitzt ja noch ein Zweitspielrecht für den Zweitligisten 1. VC Parchim, der zeitgleich zum letzten Saisonspiel den SC Langenhagen empfängt. Allerdings steht dem VCP Maria Völker, die zuletzt auch im SSC-Kader stand, zur Verfügung.

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