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Schwerins Bahnrad-Ass Stefan Nimke startet heute : Noch einmal den Olymp besteigen

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Daumen drücken für Stefan Nimke: "Die Erwartungen sind hochgesteckt. Dass wir um Gold fahren wollen, ist kein Geheimnis", sagt das Schweriner Bahnrad-Ass schon seit Wochen. Und heute Abend ist es soweit.

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erstellt am 02.Aug.2012 | 12:37 Uhr

London/Schwerin | Daumen drücken für Stefan Nimke: "Die Erwartungen sind hochgesteckt. Dass wir um Gold fahren wollen, ist kein Geheimnis", sagt das Schweriner Bahnrad-Ass schon seit Wochen. Und heute Abend ist es soweit. Für den 34-Jährigen sollen es innerhalb von zwei Stunden die letzten drei Fahrten (Vorlauf, Zwischenlauf, Endlauf) im Teamsprint auf der großen olympischen Bühne werden. Und da haben Nimke, Teamsprint-Olympiasieger von 2004, René Enders (Erfurt) und Maximilian Levy (Cottbus) ein Ziel: das große Finale um 19.10 Uhr. "Es ist schon etwas eigenartig, dass dieser 2. August wohl mein letztes großes Rennen sein wird. Ach jaaaaaa, schon komisch, bei dem Gedanken kommen sogar mir die Tränen", mailte uns der zweifache Teamsprint-Weltmeister. Und bei seinen vierten Olympischen Spielen soll nach vier Medaillen die fünfte folgen.

Nach überstandenen gesundheitlichen Problemen durch einen Sturz in Köln kurz vor der Abreise nach London fühlt sich Nimke wieder fit. "Es war schon eine Ernüchterung. Ich weiß, ich kann, aber es geht nicht", sagte er. Dann aber fand sein Physiotherapeut das Problem und die Lösung. "Wie ausgewechselt", fühlte sich der Top-Athlet vom Track Cycling Team Mecklenburg-Vorpommern, registrierte einen "Klassenunterschied in der Leistung". Und die muss heute bei allen dreien passen. Die Konkurrenz ist nämlich nicht ohne - allen voran die Franzosen, Australier und die Briten mit ihrem Superstar Sir Chris Hoy. Die Experten, so auch Bundestrainer Detlef Uibel, gehen davon aus, dass der neue Olympiasieger Weltrekord fahren muss. Den halten seit Dezember 2011 Enders, Levy und Nimke mit 42,914 Sekunden. "Ich denke nicht, dass der Weltrekord fällt, weil das die Bahn aus meiner persönlichen Sicht nicht hergibt. Aber wenn es so sein sollte, wäre es auch nicht schlecht", so Nimke, der fest davon ausgeht, dass der Weg zum Gold nur über das deutsche Trio führt.

Davon ist auch sein Heimtrainer Ronald Grimm überzeugt. Er wird heute mit seiner Frau Heike live dabei sein und seinen Schützling anfeuern, den er nicht nur zu vier Olympia-Medaillen, sondern auch zu sage und schreibe 14 WM-Medaillen gecoacht hat. "Es ist ja für mich nichts Neues. Ich bin vielleicht ein bisschen angespannt, aber nicht aufgeregt. Ich bin sehr optimistisch", berichtete uns Grimm, der schon in Sydney und Athen vor Ort gewesen war, am Handy aus London. Dass er überhaupt nach London fliegen konnte, ergab sich ganz kurzfristig. Eigentlich sollte an diesem Wochenende der Sprintercup in Rostock stattfinden, den Grimm hätte mitorganisieren müssen. Aber da kurz vor der deutschen Meisterschaft (Mitte August) keiner in der Hansestadt starten will und die Spitzenfahrer eh in London sind, wurde der Wettbewerb kurzerhand gestrichen und Grimm flog nach London.

Dort wird er aber nicht nur Nimke die Daumen drücken. Denn kurz vor der Entscheidung bei den Männern starten heute auch die Teamsprinterinnen. Und da haben die Deutschen mit Miriam Welte (Kaiserslautern), die seit 2010 auch für das Track Cycling Team MV startet, und Kristina Vogel (Erfurt) ebenso ein ganz heißes Eisen im Feuer. Die beiden wurden Anfang April Weltmeister in neuer Weltrekordzeit. "Ich hoffe, die beiden werden von außen nicht so unter Druck gesetzt. Eine Medaille wäre für sie ein toller Erfolg", so Grimm.

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