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Hansa-Debakel gegen Eintracht Frankfurt : Nicht konkurrenzfähig

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Ein in der 2. Bundesliga so nicht konkurrenzfähiger FC Hansa unterlag Eintracht Frankfurt 1:5 (0:2). Trostlosigkeit breitet sich aus. Der erneute Sturz in die Drittklassigkeit rückt für das Schlusslicht immer näher.

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erstellt am 11.Mär.2012 | 07:09 Uhr

Rostock | Ein in der 2. Fußball-Bundesliga so nicht konkurrenzfähiger FC Hansa unterlag gestern Eintracht Frankfurt 1:5 (0:2). Trostlosigkeit breitet sich aus. Bei nur noch neun ausstehenden Partien und fünf Punkten Rückstand zur Rettung rückt der erneute Sturz in die Drittklassigkeit für das Schlusslicht immer näher.

Bei den Weiß-Blauen gab es im Vergleich zum vorangegangenen 2:3 bei Eintracht Braunschweig nur eine Veränderung in der Start-Elf: Innenverteidiger Holst kehrte nach verbüßter Gelb-Sperre zurück. Weichen musste Pannewitz. Dies auf Grund abermaliger disziplinarischer Verfehlungen nicht nur aus der Anfangsformation. Der "Wiederholungstäter" befand sich wie berichtet gar nicht erst im Kader.

Eintracht Frankfurt war natürlich hoher Favorit. Wenn auch die ganz großen Zeiten der Schwarz-Roten lange zurückliegen. Beendet hat sie ausgerechnet der FC Hansa. 1991/92 gingen die Hessen als Tabellenführer der 1. Bundesliga - also als, wie sie glaubten, So-gut-wie-Deutscher-Meister - in den letzten Spieltag. Doch die Rostocker rissen die Frankfurter mit ihrem 2:1 in der 90. Minute unsanft aus allen Titelträumen. Den Ostseestädtern nützte das nichts mehr, sie mussten damals dennoch in die 2. Liga. Wo sich beide nun, 20 Jahre später, wieder begegneten.

Es blieb genug Muße, Gedanken an vergangene, bessere Zeiten nachzuhängen, denn es dauerte die halbe erste Hälfte, ehe der FCH richtig in die Partie fand und vornehmlich durch Jänicke (23. schönes Solo gegen Schildenfeld, jedoch zu hoch gezielt, 27. mit gutem Schuss Gäste-Schlussmann Nikolov zum Eingreifen gezwungen, 32.) erste Torgefahr entwickelte. Am dichtesten dran an einem Treffer waren die Einheimischen jedoch, als sich Nikolov nach einer Ecke von Perthel den eigentlich schon gefangenen Ball fast selber ins Tor schmiss (34.).

Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings schon lange 0:1. Köhler vollstreckte ohne Mühe nach feiner Vorlage von Jung, der auf der rechten Seite allen Platz der Welt hatte (der zuständige Linksverteidiger Pelzer war weit und breit nicht zu sehen/13.).

Kurz vor der Pause ließen die Hessen das 2:0 folgen. Pelzer schritt nicht energisch genug gegen Schildenfeld ein, bei dessen Kopfball auch Kevin Müller mit drinhing. Der Rettungsversuch von Mintál auf der Linie schlug fehl (42.).

War das schon die Entscheidung? Nein! Borg hätte von einem schweren Missverständnis in der Frankfurter Abwehr profitieren müssen, bekam die Kugel aber nicht an Nikolov vorbei (52.). Nachdem Meier fast für das 3:0 gesorgt hätte (59., 60.), glückte den Mecklenburgern der Anschluss: Freistoß des eingewechselten Blum, die Eintracht kriegt den Ball gleich mehrmals nicht weg, Mintál hämmert ihn an den Pfosten, dann trifft Robert Müller mit links genau in den Winkel - nur noch 1:2 (63.).

Die Hoffnung auf wenigstens einen Punkt hielt nicht lange an: Pelzer lenkte eine eher harmlose Flanke genau vor die Füße von Kittel, der durch die Beine von Kevin Müller zum 1:3 einschob (77.). Was zuvor auch schon sowohl jener selbst (72.) als auch Meier (74.) hätten erledigen können - da war indes der Hansa-Keeper jeweils dazwischen.

Borg hätte nochmals verkürzen können, als er Anderson auswackelte und mit überlegtem Heber nur die Latte traf (81.). Danach banden Rode (84.) und Idrissou (88.) endgültig den Sack zu.

Kommentar von FCH-Trainer Wolfgang Wolf: "Das Auftreten der Mannschaft akzeptiere ich so nicht. Das wird sie auch von mir zu spüren kriegen."

Rostocker Fußballfans attackieren Frankfurt-Anhänger auf Autobahn

Vermummte Fans des Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock haben Anhänger des Kontrahenten Eintracht Frankfurt vor dem Duell beider Vereine mehrfach attackiert. Die Auseinandersetzung in der Nacht zum Sonntag gipfelte in dem Versuch, ein Fahrzeug mit flüchtenden Frankfurt-Fans von einer Autobahn abzudrängen. Sechs Hansa-Hooligans im Alter zwischen 17 und 27 Jahren wurden vorläufig festgenommen. Verletzt wurde niemand.

Die Attacken hatten den Angaben zufolge auf einem Parkplatz in Warnemünde begonnen. 15 Rostocker griffen dort eine siebenköpfige Gruppe aus Frankfurt an und bewarfen sie mit Steinen und Flaschen.

Als die Frankfurter in einem Transporter von dem Parkplatz flüchteten, wurden sie von drei Autos verfolgt.
Beim Stopp an einer Ampel umstellten die Vermummten den Transporter und bewarfen ihn erneut mit Flaschen, hieß es. Als das Fahrzeug über die Rostocker Stadtautobahn weiterfuhr, versuchten die Angreifer mit einem Auto, den Transporter auszubremsen und von der Straße abzudrängen.

Die per Notruf alarmierte Polizei konnte eines der Angreiferfahrzeuge stoppen. Die sechs Insassen wurden vorläufig festgenommen. Sie alle sind den Angaben zufolge bereits polizeibekannt und gehören der gewaltbereiten Rostocker Fußballszene an. Gegen die Beschuldigten wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet. Auch Hausdurchsuchungen fanden statt.

Während des Zweitligaspiels zwischen Hansa Rostock und Eintracht Frankfurt am Sonntagnachmittag gab es keine weiteren Vorfälle, hieß es. Die Polizei setzte 1.000 Beamte ein. Am vergangenen Wochenende hatten bereits Fans des Bundesligisten 1. FC Köln einen mit Anhängern von Borussia Mönchengladbach besetzten Bus auf der Autobahn 3 attackiert.

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