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Ex-Hansa-Profi Dexter Langen : Neue Rolle zwischen Platz und Bank

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Der Ex-Hansa-Profi Dexter Langen startet seine Trainerlaufbahn beim FSV Bentwisch. Der Co-Trainer der A-Jugend hofft aber dennoch auf eine Rückkehr als Spieler.

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erstellt am 03.Okt.2012 | 10:23 Uhr

Rostock/Bentwisch | Ein scharfer Wind weht über den Kunstrasenplatz des FSV Bentwisch. Die A-Jugend-Fußballer des Vereins spulen konzentriert ihr Programm herunter: Vier-gegen-Eins-Spiele und Sprints durch den Slalom-Parcours stehen auf dem Trainingsplan. Zwischen die Reihen der jungen Spieler mischt sich Dexter Langen. "Ihr müsst den Ball länger am Fuß halten", ruft der Ex-Hansa-Profi den Talenten zu und lässt die Hände in den Hosentaschen verschwinden.

Langen fungiert seit dieser Saison als Co-Trainer des Bentwischer Nachwuchses. Noch wirkt der 31-Jährige in seiner neuen Rolle etwas unsicher, überlässt meist dem Chef-Coach das Reden. "Ich kenne Dexter seit Jahren, wusste, dass er noch verletzt ist und gerade seinen Trainerschein ablegt. Da habe ich ihn gefragt, ob er Lust hat, die A-Jugend mit zu trainieren", sagt Karsten Wenzlawski. Der ehemalige Oberligaspieler und Organisationsleiter der Lizenzabteilung des FC Hansa kennt das schnelllebige Profigeschäft mit all seinen Höhen und Tiefen. Und er kennt die Leidensgeschichte seines neuen Assistenten.

Langen bestritt zwischen 2006 und 2012 96 Spiele für die Rostocker, stieg mit den Ostseestädtern in die 1. Bundesliga auf, ehe ihn im Juli 2010 ein Kreuzbandriss zurückwarf. Ein Jahr später hatte sich der pfeilschnelle Abwehr- und Mittelfeldspieler gerade in die Mannschaft zurückgekämpft, als er sich im Training das Schlüsselbein brach. Zum Saisonende 2011/12, als der FC Hansa zum zweiten Mal den Gang in Liga drei antreten mussten, wurde sein auslaufender Vertrag mehr verlängert. "Man braucht eine gewisse Zeit, um das zu verarbeiten", blickt Langen auf den Tiefpunkt seiner Laufbahn zurück, um schnell anzufügen: "Man muss wieder nach vorne schauen."

Mit bald 32 Jahren scheint fühlt er sich noch nicht zu alt für ein Profi-Comeback, und sei es in der Regionalliga. Einzig sein Körper verweigert derzeit eine Rückkehr auf den Fußballplatz. "Ich habe noch Kniebeschwerden, bin aber dabei, mit einem Physiotherapeuten die Probleme in den Griff zu bekommen", gibt sich der gebürtige Hesse optimistisch.

Parallel plant der zweifache Vater seine Zukunft als Trainer, hat kürzlich seine C-Lizenz erworben und "paukt" nun für den B-Schein. "Dafür muss ich Praxisstunden nachweisen, sodass die Anfrage aus Bentwisch sehr gelegen kam. Ich kann von Karsten viel lernen, und die Arbeit mit den Jungs macht viel Spaß."

Bislang profitieren beide Seiten von der Zusammenarbeit. "Ich bin froh, dass sich Dexter bei uns ehrenamtlich engagiert, auch über den Trainings- und Spielbetrieb hinaus. Die Spieler schauen zu ihm auf und sind neugierig, wie es da oben abläuft", lobt Wenzlawski.

Auch sportlich läuft es mit dem neuen Gespann rund: Die A-Jugend des FSV führt nach sechs Siegen aus sechs Partien die Verbandsliga unangefochten an und kann sich berechtigte Hoffnungen auf den angestrebten Landesmeistertitel. "Die Trainingsbeteiligung liegt bei über 90 Prozent. Wir tun dank unserer Sponsoren auch viel im Umfeld, sei es mit Grill-Abenden oder einem bald anstehenden Winter-Trainingslager", erklärt Wenzlawski das Bentwischer Erfolgsmodell.

Langfristiges Ziel sei es, die Jugendlichen an die erste Männermannschaft heranzuführen und ihnen eine sportliche Perspektive zu bieten. "Einige unserer Spieler wurden bei Hansa aussortiert. Wir wollen ihnen vermitteln, dass damit ihre Karriere nicht zu Ende ist und sie auch in der Oberliga kicken könnten", sagt der Bentwischer Trainer. Fast klingt es so, als spräche er von Langen.

Der prominente Co-Trainer selbst hat die jüngste Entwicklung bei seinem Ex-Club verfolgt. "Man sieht, nach dem Trainerwechsel läuft es plötzlich. Manchmal genügt es, motivierend einzuwirken und einen Spieler reinzunehmen, der vorher draußen war. So läuft eben das Geschäft."

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