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Hängende Köpfe beim FC Hansa : Nach Rückstand ist der Ofen aus

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Weil Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock offensiv gar zu harmlos in Erscheinung trat, verlor er am Sonnabend verdient mit 0:2 (0:0) bei den Stuttgarter Kickers.

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erstellt am 02.Dez.2012 | 06:56 Uhr

stuttgart | Hansa droht im Mittelmaß der 3. Fußball-Liga zu versanden. Mit 0:2 (0:0) wurde am Sonnabend ziemlich sang- und klanglos bei den Stuttgarter Kickers verloren. Das war ein Rückschritt nicht nur in der Tabelle und wohl die blasseste Leistung, seit Marc Fascher Trainer in Rostock ist.

Im Vergleich zum 1:1 eine Woche zuvor in Erfurt musste der Coach den nach fünfmal Gelb gesperrten Haas ersetzen. Er tat dies erwartungsgemäß mit Humbert. Der Franzose bildete also gemeinsam mit Zolinski, dem Vertreter des nach roter Karte zwangspausierenden Leemans, die "Doppel-Sechs" vor der Abwehr. Außerdem neu in der Start-Elf Plat an Stelle von Quaschner.

Rostocker sind ein braver Aufbaugegner

Dass die Partie witterungsbedingt auf der Kippe gestanden hatte, darauf deutete bis auf eine mit einer dünnen Schneeschicht überzogene schattige Ecke des allerdings teilweise gefrorenen Platzes nichts mehr hin. Ansonsten waren im Gazi-Stadion auf der Waldau nur die rot abgekreideten Linien ein Fingerzeig darauf, dass der Winter schon mal "vorbeigeschaut" hatte. Auch die Temperaturen waren zum Fußballspielen gut genug geeignet.

Die Gäste fingen mit großer Entschlossenheit an, zogen ein Powerplay auf, versäumten es jedoch, sich mit einem Treffer zu belohnen. Weilandt hatte im Anschluss an einen gefährlichen Freistoß von Blum (2./Keeper Güvenc wehrt ab) und nach einer Ecke (5./trifft den Ball nicht voll) das 1:0 auf dem Fuß. Aber die Phase des zu Tage tretenden Klassenunterschieds ging nach etwa zehn Minuten ergebnislos zur Neige. Smetana mit einem zu hoch geratenen Kopfball (21.) und Humbert, dessen Fernschuss gar nicht so schlecht lag (29./daneben), sorgten zumindest für Anflüge von Torgefahr. Doch insgesamt überließ der FC Hansa den Stuttgartern zu sehr die Initiative, verursachte auch den einen oder anderen Freistoß zuviel vor dem eigenen Strafraum, von denen einer, getreten von Stadler, nur knapp am Dreiangel vorbeizischte (35.).

Defensiv hatten die Rostocker die Partie im Griff, da - so schien’s - brauchte man sich keine Sorgen zu machen. Im Team ganz in Schwarz ragte keiner heraus, richtig schlecht war indes auch niemand. Von der mannschaftlichen Geschlossenheit durfte man’s gelten lassen.

Um freilich zum vierten Auswärtssieg der Saison zu gelangen, musste schon noch ein bisschen mehr in Richtung gegnerisches Tor passieren. Doch genau das trat nicht ein. Zwei Schüsschen von Blum (63.) und des nach gut einer Stunde eingewechselten Debütanten Rilke (89.), beide weit entfernt davon, im Netz zu landen, waren alles, was der FCH noch zustande brachte. Mit anderen Worten: Er fand offensiv praktisch nicht mehr statt, es sei denn durch auf gut Glück nach vorn gehauene Bälle.

Den einzigen vernünftigen Angriff der zweiten Hälfte initiierten die ebenfalls später in die Begegnung gekommenen Starke (gute Eingabe) und Albrecht (bekam nach seinem Abschlussversuch nicht schnell genug mit, dass der Ball einen Augenblick frei vor Güvenc herumkullerte/ 90.).

Zu diesem Zeitpunkt waren die Schwaben längst am Ziel, hatten durch Treffer von Grüttner (58.) und Leuten ecker (84.) ein 2:0 erkämpft.

Die Rostocker erwiesen sich als braver Aufbaugegner für die "Blauen aus Degerloch", die vorher siebenmal sieglos geblieben waren. Den Gästen fehlte nicht nur das Verblüffungsmoment, mal eine gescheite Idee - allein diese Körpersprache! Von einem Aufbegehren war nichts zu sehen. Fascher hat Hansa bei seinem Dienstantritt mit drei Siegen am Stück auf Anhieb wieder in die Erfolgsspur gebracht - doch jetzt steht nur ein Zähler aus den zurückliegenden vier Spielen zu Buche…


TRAINERURTEILE

Guido Buchwald (Stuttgart): Rostock fing unheimlich stark an, hatte zwei, drei gute Chancen. Wir bekamen aber immer noch einen Fuß dazwischen. Nach 15, 20 Minuten fanden wir besser ins Spiel. In die zweite Halbzeit starteten wir sehr konzentriert. Nach dem 1:0 dachte ich, dass Rostock Druck macht, aber wir schoben alles sehr gut zu und machten verdient das zweite Tor. Wir waren insgesamt ein bisschen gieriger.

Marc Fascher (Rostock): Ich bin ganz schön angefressen. Wir fanden gut ins Spiel, waren in der ersten Viertelstunde sehr präsent, hatten drei gute Tormöglichkeiten. Danach neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Wir wollten auch in die zweite Halbzeit so starten wie in die erste, doch das ist nicht gelungen. Nach dem 1:0 arbeiteten sich die Kickers in einen Rausch. Bei uns hingegen ist der Ofen aus, sobald wir in Rückstand geraten.


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