Nordwestmecklenburger schrieben Reitgeschichte : MV-Trio mit Nerven wie Drahtseile

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So sehn Sieger aus! André Plath, Thomas Kleis und Philipp Makowei (von links) mit der Meisterschärpe. Karl-Heinz Freiler

Das Trio aus Meckpomm – Thomas Kleis, André Plath sowie Philipp Makowei – schrieb Reitgeschichte. Sie siegten am Freitagabend bei der ersten Deutschen Meisterschaft der Reit-Landesverbände in Braunschweig.

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17. März 2013, 06:27 Uhr

Braunschweig | "Wir haben mit Wasser angestoßen", meinte der Gadebuscher Thomas Kleis schelmisch. "Na ja, ein Gläschen Sekt war schon dabei", schob der Derbysieger von 2009 nach.

Über alles Weitere deckte der Nationenpreis-Springreiter den Mantel des Schweigens. Wasser dürfte allerdings nur zum Schweiß-Abspülen aus den Gesichtern geflossen sein…

Das Trio aus MV, zu dem außerdem André Plath von der Insel Poel und Phi-lipp Makowei (Gadebusch) gehörten, hatte allen Grund zum Feiern. Denn mit dem Sieg am Freitagabend bei der ersten offiziellen Deutschen Meisterschaft der Landesverbände im Rahmen der Braunschweiger "Löwen Classics" schrieben die Drei Reitgeschichte: Noch nie durfte sich seit der Wende ein Mecklenburger Pferdesportler die Schärpe eines Deutschen Meisters überstreifen.

Küken jubelt: "Das Größte, was ich bisher erreicht habe"

Thomas Kleis machte den Triumph im Stechen gegen Inga Czwalina aus Schleswig-Holstein perfekt, nachdem beide Mannschaften nach den zwei Durchgängen acht Fehlerpunkte aufwiesen. Kleis &amp; Co. hatten zwar die um 1,47 Sekunden schnellere Zeit, doch das zählte in dem Fall nicht. Während die seit Jahren bei diversen MV-Turnieren startende Amazone von der Insel Fehmarn in Braunschweig vorlegen musste und sich mit Cabras einen Fehler leistete (34,03 s), hatte Kleis mit seiner Stute Questa Vittoria wie schon als Schlussreiter des zweiten Durchgangs Nerven wie Drahtseile. Er blieb nicht nur fehlerfrei, der Gadebuscher war zudem auch von der Zeit her mit 33,57 schneller.

Danach fielen sich alle in die Arme. Der Mannschaftsführer musste hinterher einen ausgeben, trug es jedoch mit Fassung: "Das bleibt nun wohl an mir hängen, aber ich mach das auch gern." Matthias Granzow, selbst Springreiter und Derby-Zweiter 2009 hinter Kleis, schaute voller Stolz auf sein Trio.

"Das ist das Größte, was ich bisher erreicht habe", sprudelte es aus Philipp Makowei heraus. Mit 22 Lenzen das Küken der Truppe, erfuhr dieser von seinem Start in Braunschweig "erst Dienstag Mittag. Tags darauf war am Abend bereits die Einlaufprüfung." Makowei sprang für Holger Wulschner (Groß Viegeln) ein, dem die Grippe bereits die Teilnahme in der Woche zuvor beim Hallen-Derby in Neu Benthen bei Lübz verhagelt hatte. "Vor Philipp kann man nur den Hut ziehen, wie er in den beiden Runden fehlerfrei geritten ist".

Die erste Runde hatten alle drei Mecklenburger fehlerfrei absolviert. In Durchgang zwei kassierte André Plath auf Chacco acht Fehlerpunkte, und MV rutschte zwischenzeitlich hinter Bayern (am Ende Dritter mit 12 FP) auf Rang zwei. Doch dann blieb Makowei mit der zehnjährigen Oldenburger Stute Balouna Windana ohne Makel im nochmals schwerer gewordenen Parcours und brachte das hiesige Trio wieder in Front. Kleis ließ dann - nichts mehr anbrennen.

Als Siegerpreis gab es übrigens für jeden einen Pferdeanhänger.

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