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16. Dezember 2017 | 04:37 Uhr

Müssen uns einfach quälen können

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 07:55 Uhr

Rostock | Wenn über die Favoriten der Ironman-Weltmeisterschaft heute auf Hawaii gesprochen wird, steht der Name Raelert mit ganz vorn. Und das doppelt: Andreas und Michael. Ein Fachorgan sieht die Rostocker Triathleten auf Platz eins und drei. Gemeinsam auf dem Podest, das ist der Traum des Duos vom TC FIKO. Kann er am Wochenende Wirklichkeit werden? NNN-Mitarbeiter Bernd-Dieter Herold befragte die Raelert Brothers.

Brüder, Freunde, Rivalen - wer kämpft da gegen wen?

Andreas: Keiner gegen den anderen. Den gemeinsamen Auftritt der Raelert Brothers sollte es ja bereits im Vorjahr geben. Die hartnäckigen muskulären Probleme Michaels hatten das verhindert. Wir treten miteinander gegen die 52 Konkurrenten an und träumen davon, dass der Name Raelert, egal, mit welchem Vornamen, einmal in der Siegerliste steht. Das Endziel bleibt natürlich ein doppelter Podestplatz.

Für Michael ist es die Hawaii-Premiere. Wie fühlt sich der Rookie?

Michael: Bisher habe ich ja erst die Langdistanz von Regensburg bestritten. Die Umstellung auf die doppelte Strecke ist vor allem psychischer Natur. Statt vier muss ich nun acht Stunden voll im Kopf da sein. Gerade wenn es schmerzt, darf der nicht rebellieren. Wir müssen uns in den entscheidenden Situationen einfach quälen können.

Andreas: Genau das wird der Punkt sein, um im Kampf um das Podium etwas ausrichten zu können. Irgendwann meldet sich der Körper: Es geht nicht mehr. Das darf man nicht akzeptieren, muss einfach weitermachen, denn den anderen geht es ebenso. Nur der Härteste kann "King of Kona" werden.

Australien contra Deutschland - wird es ein Länderkampf um die Krone?

Andreas: Mit Blick auf frühere Ergebnisse lässt es sich so deuten, doch auch die US-Amerikaner und andere Euro-päer sind nicht ohne. Es ist das best-

besetzte Feld nach Einführung des Pro-Ranking. Von A wie Titelverteidiger Alexander bis V wie der belgische Europameister Marino Vanhoenacker kann jeder ganz oben stehen.

Fühlen Sie sich für den Kampf gegen die anderen "Eisernen" bestens gewappnet?

Michael: Auf diesen einen Tag, den 13. Oktober, haben wir das gesamte Jahr hingearbeitet. Leider habe ich mir hier eine kleine Infektion zugezogen. Ich hoffe, dass mich das am Renntag nicht beeinträchtigt, zumal die Form stimmt. Natürlich machen die extremen klimatischen Bedingungen wie die Mumuku-Winde das Rennen unkalkulierbar. Das gilt aber für alle.

Andreas: Durch Michis Erkältung werden wir wohl die abgesprochene Taktik modifizieren müssen. Ich freue mich trotzdem, dass er an meiner Seite ist. Er schaut mir in die Augen und weiß, wie ich mich fühle, pusht mich, wenn ich in Schwierigkeiten geraten sollte. Eine Vorhersage kann ich übrigens treffen: Hawaii 2012 wird unter den Top 15 bei diesem sehr hochwertigen Feld die geringsten Zeitabstände der seit 1978 andauernden Geschichte dieser Weltmeisterschaft bieten.

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