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Moto-Cross : Mit scharfen Kurven kennt er sich aus

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Vor fünf Jahren hat Tony Brumund seine Leidenschaft für Moto-Cross entdeckt. Seitdem hat der 19-Jährige sich stetig gesteigert - von den Anfängen auf der Buckelpiste bis zum Enduro-Titelgewinn.

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erstellt am 13.Dez.2012 | 09:53 Uhr

Remplin/Neukalen | Vor fünf Jahren hat Tony Brumund seine große Passion entdeckt: Moto-Cross. Seitdem hat er sich stetig gesteigert, von den Anfängen auf der Buckelpiste bis zum Enduro-Titelgewinn. Grundlagen dafür sind vor allem eine ausgeprägte Fitness und ein klarer Kopf.

Mit scharfen Kurven kennt er sich aus - und das, obwohl ihm für Wochenendpartys wenig Zeit bleibt. Denn wenn das Startsignal ertönt, hat Moto-Crosser Tony Brumund nur Augen und Ohren für seine 250er Vier-Takt-Yamaha und den vor ihm liegenden Strecken-Hügel-Parcours. Vater Thomas hält es dann selten am Ort des Geschehens. Aufregung und Anspannung treiben ihn zur Nervennahrung am Bratwurststand.

Rennsport wurde ihm in die Wiege gelegt

Dabei gab Brumund Senior, früher selbst Stahlschuh-Ass für den MC Bergring Teterow, die Richtung für den heute 19-jährigen Nachwuchs vor. "Mir wurde der Rennsport somit in die Wiege gelegt. Als ich 14 war, wollte ich es auch machen und habe zu Vati gesagt: Mit 18 Jahren tue ich es sowieso, noch hast du Gewalt da rüber", sagt Tony Brumund, für den ein Asthmaanfall das Ende seiner Laufbahn als Nachwuchsfußballer in Malchin bedeutete.

Vom grünen Rasen ging es auf die Schotterpiste des TuS Neukalen, zusammen mit den Kumpels Denny Hoffmann, Sebastian Schmidt und Christoph Henke. Dabei war der Start für den Neuling holprig. "Meine Eltern haben mir gleich eine 125er Maschine gegeben, die viel zu groß für mich war, um mir den Sport schnell wieder abzugewöhnen." Doch dieser Plan schlug fehl. Trotz einiger unfreiwilliger Bodenkontakte biss sich Tony Brumund durch. Trainingsfleiß, Ehrgeiz bei der Kurventechnik und wertvolle Tipps von TuS-Motorsportler Christoph Henke führten nach einem Jahr zu den ersten Sprüngen und Landungen. Noch heute sind die luftigen Einlagen die Highlights für den angehenden Kfz-Mechatroniker: "Ein Gefühl wie Flugzeug fliegen."

In der Folge "flog" der Durchstarter, der noch bei seinen Eltern in Remplin bei Malchin lebt, von Erfolg zu Erfolg. Seine ersten Meriten verdiente er sich im Frühjahr 2010 bei einem Hobbyrennen, wo er gleich Erster wurde. An den Stoppelkurs auf einem Neubukower Acker erinnert sich der 19-Jährige gut. "Ich war nervös, weil ich meiner Mutter zuliebe eigentlich keine Rennen fahren wollte." Noch heute ist Mutti bei keinem Wettkampf Augenzeugin. Papa und Coach Thomas dagegen ist bei der Pistenjagd immer mit dabei - und das nicht ohne Grund. "Als er bei einem Training in Neustrelitz fehlte, holte ich mir nach einem Sturz eine Gehirnerschütterung."


Dies ist bislang die schwerste Blessur in der Motor-Cross-Laufbahn des Rempliners, die im vergangenen Jahr richtig Fahrt aufgenommen hat. So schmückt die heimische Vitrine unter anderem die Trophäe des Landespokalsiegers Clubsportklasse 2011 auf einer 250er Maschine. Unvergessen: das Matschrennen in Rehna, nach Brillenwechsel und Modder-Überzug gekrönt mit dem zweiten Platz im zweiten Lauf. Den Titel-Hattrick komplettierten der Landesmeistersieg in der Hobby-E1-Klasse Enduro und der Enduro-Mannschaftsmeistertitel mit dem MC Wolgast, für den er im Enduro fährt. Rundumbetreuung gab es dabei durch das Hermann-MX-Team aus Greifswald. Das, erklärt Thomas Brumund, suchte seinerzeit einen jugendlichen Fahrer und stieß auf Tony. So kam der in den Genuss einer umfangreichen Versorgung, unter anderem durch den mehrmaligen Landesmeister Marcus Hermann (zugleich stellvertretender Clubvorsitzender des MC Wolgast) und zu Einheiten mit dem Schweriner Box-Trainer Michael Timm als Konditionscoach.

Aktuell hat der Auszubildende eine aufregende Saison in der MX2-Klasse hinter sich und mit einem beachtlichen achten Rang abgeschlossen. Zudem wurde der Enduro-Team-Gewinn wiederholt. Damit ist aber vorläufig Schluss, denn die Konzentration gilt 2013 der höchsten Lizenzklasse des Landes und einer Verbesserung des achten Ranges.

Kein Faulenzen während der Winterzeit

Deshalb darf Tony Brumund in der rennfreien Winterzeit nicht die Beine hochlegen. Kondition bolzen, Grundlagen schaffen für die kommenden Aufgaben steht auf dem Plan. Denn was kaum jemand weiß: Moto-Cross fordert eine extreme Athletik und Fitness von den Fahrern. Da würden unglaubliche G-Kräfte auf die Oberschenkel wirken, bei den Sprüngen und Landungen auf Arme und Beine. Der Fahrer mache an der Maschine praktisch Klimmzüge, verdeutlicht Thomas Brumund. Sohnemann Tony weiß aber, dass nicht nur die Muckis zählen: "Man muss auch einen klaren Kopf bewahren. Nicht blind Vollgas geben und in der ersten Runde alles verballern."

Trotz seiner Begeisterung und der großzügigen Unterstützung vieler Sponsoren wird die Moto-Cross-Leidenschaft des 19-Jährigen ein Hobby bleiben. Von dem Sport leben können ohnehin nur wenige wie etwa Vorbild Ken Roczen. Dafür interessiert sich Tony Brumund berufsbedingt auch für das Innenleben seiner 103 Kilo schweren PS-Schleuder und schaut seinem Mechaniker Roberto Kiel oft über die Schulter, wenn es um Feinjustierung in Sachen Dämpfung und Federung geht. Auf den heißen Öfen - 2012 kamen etwa 150 Stunden zusammen - will er noch bis Mitte/Ende 20 mitmischen und aufhören, wenn er nicht mehr weiterkommt. Dann wäre auch mehr Zeit für die anderen scharfen Kurven…

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