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19. November 2017 | 19:08 Uhr

Mit anderthalb Beinen in der 3. Liga

vom

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2012 | 09:15 Uhr

Der FC Hansa steht mit mehr als anderthalb Beinen in der 3. Liga. Die Nordostdeutschen unterlagen gestern Nachmittag am 32. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga vor 22 600 Zuschauern beim FC St. Pauli mit 0:3 (0:1). Aufgrund des zeitgleichen Sieges des Karlsruher SC über den SC Paderborn (2:0) vergrößerte sich zwei Runden vor Schluss der Rückstand der Ostseestädter zum Abstiegs-Relegationsplatz auf vier Zähler. Es wäre der zweite Abstieg in den zurückliegenden drei Jahren.

200 Gäste-Fans „schmuggeln“ sich ein
FCH-Trainer Wolfgang Wolf hatte seine Truppe im Vergleich zum 0:5 gegen den FSV Frankfurt auf vier Positionen verändert. Abwehrchef Matthias Holst sowie Rechtsverteidiger und Kapitän Sebastian Pelzer kehrten nach überstandenen Verletzungen zurück. Letztgenannter lief davor zuletzt beim 1:5 gegen Eintracht Frankfurt am 11. März auf. Des Weiteren kam Nachwuchsmann Manfred Starke bei seinem dritten Einsatz zum Start-Elf-Debüt im rechten Mittelfeld. In der Spitze vertraute Wolf neben Marek Mintál auf Tom Weilandt, der beim 1:3 in der Hinrunde bereits in der achten Minute wegen eines Ellenbogenschlags gegen Morena vom Platz gestellt worden war. Michael Wiemann, Tobias Jänicke und Freddy Borg saßen auf der Bank, Edisson Jordanov war gar nicht im Kader.

Etwa 200 Hansa-Fans hatten es trotz des Kartenverkaufsverbots ins Stadion am Millerntor geschafft. Sie sahen eine ausgeglichene Anfangsphase, wenngleich die Hausherren druckvoller agierten. Einmal gegen Lasse Sobiech konnte Jörg Hahnel im Rostocker Tor noch abwehren (11.), doch zwei Minuten später war der Keeper geschlagen. Marek Janecka ließ Max Kruse flanken, und im Zentrum war Marius Ebbers zielstrebiger als Kevin Pannewitz – 1:0 für St. Pauli. Die Gäste wollten antworten, nur agierten sie nicht entschlossen genug. Weilandt schaltete zu früh ab (15.). Starke wartete auf die Kugel, anstatt ihr entgegenzugehen (18.). Pech hatte Mintál, dass Pauli-Schlussmann Philipp Tschauner sein Geschoss entschärfte (19.) sowie einen Kopfball von Peitz noch an den Pfosten lenkte. Doch auch die Gastgeber kamen zu Chancen. Fabian Boll (26./ daneben) und Fin Bartels (40./vernascht Pannewitz und Holst, scheitert an Hahnel) hätten auf 2:0 stellen können. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte verhinderte dann Tschauner den Ausgleich, als er einen Freistoß von Michael Blum per Faustabwehr klärte.

Entscheidung fällt kurz nach Wiederanpfiff
Bereits kurz nach Wiederanpfiff führte St. Pauli die Entscheidung herbei. Pannewitz verlor ein Kopfballduell im Mittelfeld, und Ebbers machte sich mit der Kugel auf in Richtung Hansa-Kasten. Der Torjäger ließ sich nicht zweimal bitten, tunnelte Hahnel mit einem strammen Schuss – 2:0 (49.). Der FCH reagierte mit dem Mute der Verzweiflung. Trainer Wolf ging immer höheres Risiko, brachte mit Borg und Tino Semmer zwei weitere Stürmer. Doch es half nichts. Rostock ist im Spiel nach vorne einfach nicht zweitligatauglich. Es fehlt die nötige Durchschlagskraft.

Bester bei den Gästen war noch Hahnel, der unter anderem innerhalb von nicht einmal 60 Sekunden zweimal gegen Ebbers (75., 76) sowie Kruse (75.) erstklassige Paraden zeigte und eine deutlich höhere Pleite verhinderte. Völlig allein gelassen konnte er das 0:3 durch Bartels allerdings auch nicht verhindern (79.).


Trainerurteile

André Schubert (St. Pauli): Absolut positiv war, dass wir uns über die gesamte Dauer immer wieder hochkarätige Chancen erspielten und endlich auch mal das zweite und dritte Tor gemacht haben. Die Rostocker konnten phasenweise zeigen, dass sie in der Lage sind mitzuhalten.

Wolfgang Wolf (Rostock): In der ersten Hälfte war es ein gutes Zweitliga-Spiel mit offenem Visier von beiden Mannschaften. Wir störten früh, erarbeiteten uns auch Chancen, hatten Pech beim Pfostenkopfball. Nach der Pause wollten wir lange das 0:1 halten, doch nach vier Minuten verlieren wir ein Kopfballduell, bekommt unser Torwart einen Beinschuss. Damit war die Begegnung entschieden.

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