Rostocker gewinnt beim Halleschen Werfertag : Mark Frank lässt in Dessau eine Kuh fliegen

Mark Frank gewann Sonnabend in Halle/Saale. Foto: Uwe Köhn
Mark Frank gewann Sonnabend in Halle/Saale. Foto: Uwe Köhn

Großer Jubel nach dem fünften Durchgang. Speerwerfer Mark Frank ballte beide Fäuste. Wenig später folgte die Ernüchterung. Das Gefühl war zwar gut, doch die Weite von 79,74 Metern bestätigte diese Annahme nicht.

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21. Mai 2012, 10:44 Uhr

Halle/Saale | Großer Jubel nach dem fünften Durchgang. Speerwerfer Mark Frank (1. LAV Rostock) ballte beide Fäuste. Aber wenig später folgte die Ernüchterung. Das Gefühl war zwar gut, doch die Weite von 79,74 Metern bestätigte diese Annahme nicht. Zwar hat der Hansestädter die Konkurrenz beim 12. Halleschen Werfertag mit letztlich 80,63 Metern gewonnen. Die Normen für die Europameisterschaften in Helsinki (81 m) sowie für die Olympischen Spiele in London (82 m) hat der 34-Jährige jedoch verpasst. "Für technisch bescheidene Würfe, die es am Anfang wirklich waren, gingen sie noch ziemlich weit. Keiner war unter 77 Metern. Es ist nicht so, dass sie ganz schlecht sind, aber im Schnitt müssen die alle drei, vier Meter weiter gehen", so das Fazit des Rostockers, der ein Problem mit dem Stemmschritt hat: "Für Laien ist es schwer zu erklären. Einfach gesagt: Ich lasse den Kopf nicht oben, sondern suche unten etwas, was nicht da ist, anstatt dem Speer hinterher zu gucken. Damit überlaufe ich das Stemmbein und kann die Geschwindigkeit vorne nicht abfangen. Aber das ist ja der Sinn und Zweck der Sache."

Rückfall in alte Fehlerbilder

Mark Frank ärgert sich über den Rückfall in alte Fehlerbilder, da diese Schwierigkeiten eigentlich ausgeräumt schienen. "Im Trainingslager habe ich wirklich technisch gute Sachen gemacht, mich weiterentwickelt. Doch ich bekomme es in die lange Anlaufgestaltung noch nicht so eingebunden. Aber ich kriege das hin. Wir werden im Training hart arbeiten, und dann knallt es dieses Jahr auch noch", ist sich der letztjährige WM-Achte sicher.

In den kommenden Wochen steht für den zweifachen Familienvater (Söhne Jannik und Eric) bis zu den Deutschen Meisterschaften (16./17. Juni in Bochum-Wattenscheid) alle drei, vier Tage ein Wettkampf auf dem Programm. "Am Freitag ist das Anhalt-Meeting in Dessau. Das ist eine tolle Veranstaltung. Darauf freue ich mich riesig. Ich glaube, da lasse ich dieses Jahr mal eine Kuh fliegen. Das hatte ich angekündigt, und ich fühle mich auch so. Wenn es technisch klappt, geht es dort weit", so Mark Frank, der zudem die Olympia-Norm knacken möchte: "Und noch weiter werfen, denn ich will mich nicht an Normen festbeißen. Die fällt am Freitag und fertig."

Olympia wäre ein Riesending

Sein großer Traum im Herbst der Karriere (Frank: "Ich werde sicher keine fünf Jahre mehr werfen") ist die Teilnahme an den Spielen in London: "Ich habe in den vergangenen Jahren immer gesagt: Olympia ist ein Wettkampf wie jeder andere. Das stimmt ja so auch nicht. Es ist schon ein Riesending, nicht mit einer Weltmeisterschaft vergleichbar. Auch nicht mit einer Europameisterschaft, die ich aber ebenfalls gerne mitmachen möchte, weil ich auch noch nie eine EM gesehen habe. Ich freue mich auf beide Ereignisse, werde alles geben, um dabei zu sein, und dann genieße ich es einfach."

Vom 1. LAV Rostock starteten in Halle auch Kimberly Nehls bei den Schülerinnen (Fünfte mit 35,46 m) sowie Eric Berge in der Jugend A (Neunter mit 60,84 m).

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