FC Hansa hat neuen Chefcoach : Marc Fascher: "Leicht kann jeder"

Frischer Wind beim FC Hansa: Marc Fascher (Fünfter von links, neben ihm Co-Trainer Michael Hartmann) ist seit gestern der neue Taktgeber. Die Kicker (von links) Noël Alexandre Mendy, Johannes Brinkies, Nils Quaschner, Kevin Müller, Ronny Marcos, Andreas Pfingstner und Lucas Albrecht lauschen den Anweisungen. Georg Scharnweber
Frischer Wind beim FC Hansa: Marc Fascher (Fünfter von links, neben ihm Co-Trainer Michael Hartmann) ist seit gestern der neue Taktgeber. Die Kicker (von links) Noël Alexandre Mendy, Johannes Brinkies, Nils Quaschner, Kevin Müller, Ronny Marcos, Andreas Pfingstner und Lucas Albrecht lauschen den Anweisungen. Georg Scharnweber

Hansas neuer Trainer ist da: Der 44-jährige neue Chefcoach Marc Fascher will die Kogge "so schnell wie möglich in die positive Spur" bringen.

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05. September 2012, 08:13 Uhr

Rostock | Fußballverrückt, akribisch, völlig schmerzfrei, flexibel, mitreißend und extrem ehrgeizig - das sind die prägendsten Attribute von Marc Fascher, dem neuen Cheftrainer des FC Hansa Rostock. "Ich bin 24 Stunden rund um die Uhr für den Verein da. Und wenn das nicht reichen sollte, dann auch mal 25 Stunden", sagte der 44-Jährige bei seiner gestrigen Vorstellung.

Erfrischend, locker, umgänglich aber auch bodenständig - eben typisch norddeutsch - präsentierte sich der gebürtige Hamburger bei seinem Amtsantritt beim Drittligisten. "Hansa Rostock ist einfach ein geiler Verein. Ich weiß, worauf ich mich einlasse. Tradition heißt immer: es gibt nur schwarz oder weiß. Das ist doch eigentlich der Reiz", erklärte Fascher, der keine Angst auch vor eventuell unpopulären Entscheidungen hat: "Augen zu und durch - da bin ich völlig schmerzfrei."

Mit dem Team hat er sich bereits vertraut gemacht. Ungewöhnlich: Schon während der ersten Trainingseinheit am gestrigen Vormittag konnte der "Neue" alle Kicker mit Namen ansprechen. "Ich war einmal gegen Chemnitz im Stadion. Zudem habe ich zwei Partien im Fernsehen geschaut. Als Trainer hat man die Aufgabe, sich mit allen Mannschaften zu beschäftigen - für den Fall X. Man muss sich ein Bild machen, aber nicht nur von der 3. Liga, sondern auch von der 4. oder 2., die die 3. Liga ,benachbarn’", erklärte Fascher.

Im Trainerlehrgang mit Wolfgang Wolf und Juri Schlünz

Lange überlegen, ob er die Aufgabe in Rostock annehmen soll, musste der Fußball-Lehrer, der seinen "Schein" 1997 in einem Lehrgang mit seinem Vorgänger Wolfgang Wolf sowie Hansa-Legende Juri Schlünz machte, nicht: "Montag gab es die erste Kontaktaufnahme. Dienstag haben wir Gespräche geführt und jetzt sitze ich hier. Eigentlich hätten wir gar nicht verhandeln müssen. Nach dem ersten Telefonat war schon klar, dass ich hier her möchte."

Marc Fascher, der einen Vertrag bis Saisonende unterschrieb, brennt für Fußball und ist froh, dass er nach einem dreiviertel Jahr Pause wieder einen Job gefunden hat. "Arbeitslosigkeit braucht keiner. Anfangs ist es ja noch ganz nett. Aber wenn die Ehefrau sagt, dass es langsam Zeit wird, dass du wieder rauskommst, dann muss etwas passieren. Sie hat auch mitgehofft, dass es mit Hansa klappt", verriet der ehemalige Drittliga-Kicker: "Mir fehlt ein Bundesliga-Spiel. Daher kann ich mich nicht Ex-Bundesliga-Spieler nehmen. Bei mir hat es nur für die 3. Liga gereicht. Ich habe dann für die Hamburger Traditionsvereine Concordia, SC Victoria und SV Lurup gespielt. Ich habe mit 25 Jahren meine Karriere beendet und bin recht schnell Trainer geworden."

Das Engagement beim FC Hansa ist für Fascher der nächste Schritt auf der Karriereleiter. "Ich habe mir meine Laufbahn hart erarbeitet, habe unten angefangen. Ich hoffe, dass die Fahnenstange noch nicht erreicht ist und ich mit Hansa weiter hinaufklettern kann. Das ist für mich pure Motivation."

Die kommenden Tagen bis zum Auftritt beim Tabellenführer 1. FC Heidenheim (16. September) will der Coach nutzen, um sich ein Bild vom Team zu machen sowie mit einem Sieg am Sonnabend um 14.30 Uhr im Landespokal beim Güstrower SC Selbstvertrauen tanken. "Wir wollen so schnell wie möglich in die positive Spur zurück. Es ist keine leichte Aufgabe, aber das macht sie auch so reizvoll. Leicht kann jeder."

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