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SCN-Kugelstoßer Ralf Bartels : London - und dann eine Weile nichts

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Abhaken, weitermachen: "Abhaken ist immer gut. Man muss es hinter sich bringen können." Und doch - so einfach will Ralf Bartels das Jahr 2011 nicht in der Schublade verschwinden lassen. Ein Jahr, das glorreich begann.

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erstellt am 20.Jan.2012 | 10:48 Uhr

Neubrandenburg | Abhaken und weitermachen: "Abhaken ist immer irgendwie gut. Man muss es hinter sich bringen können." Und doch - so einfach will Ralf Bartels das Jahr 2011 nicht in der Schublade verschwinden lassen. Ein Jahr, das mit Siegen in Düsseldorf und bei der Hallen-Europameisterschaft glorreich begann. Hinter den Triumphen standen mit 20,91 und 21,16 Metern auch die entsprechenden Weiten. Leistungen, die im Laufe der Saison nicht mehr erreicht wurden. Selbst die 20-Meter-Marke wurde zwischenzeitlich zur "magischen Linie". Tiefpunkt war die Absage der deutschen Freiluft-Meisterschaft. Bei der WM wurde es Rang zehn mit 20,14 Metern.

"Vielleicht habe ich 2011 zuviel Energie bei den Hallen-Auftritten gelassen. Ohne, dass ich dies so direkt gespürt habe", sagt der 33-Jährige. Möglicherweise hatten danach die Bauchmuskelzerrung und die Schmerzen im rechten Knie unbewusst mehr Auswirkung auf die Leistung als zuerst angenommen. "Ich traf die Kugel nicht, fand mich im Ring langsam", so der SCN-Leichtathlet, der Ende Januar Vaterfreuden entgegensieht.

Sozusagen rechtzeitig vor dem ersten Wettkampf heute in Nordhausen - Mitte September 2011 hatte es den letzten gegeben - hat sich das Knie zurückgemeldet. "Da kommt bei mir aber keine Panik auf", erklärt der gebürtige Stavenhagener, der sich für das Olympiajahr vor allem innere Ruhe und Gelassenheit verordnet hat und sich insgesamt "auf einem guten Weg" sieht. "Es zwickt ein wenig. Ich denke, das ist eine Reaktion auf die derzeit hohe Belastung im Training. Ich absolviere jetzt auch verschiedene Übungen, um den Bereich um das rechte Knie herum zu stabilisieren. Mit ersten Erfolgen."

Eine "19,50 in Richtung 20 Meter" möchte der Mann vom Tollensesee heute in der Nordhäuser Wiedigsburghalle nach Möglichkeit anbieten. "Mit dem großartigen Publikum im Rücken kann sogar etwas mehr drin sein", meint der EM-Dritte von 2010. Rund 2000 Fans sorgen alljährlich bei diesem Indoor-Meeting für eine Stimmung, die ihresgleichen sucht.

Nur sporadisch will Bartels ansonsten in dieser Hallensaison mitmischen. Die WM unterm Dach (9. bis 11. März in Istanbul) lässt der SCN-Athlet weg; auch das deutsche Hallen-Championat (25./26. Februar in Karlsruhe) ist nicht vorgesehen. Nur bei entsprechender Weite könnte es kurzfristige Veränderungen geben - falls die Meldefristen es dann noch zulassen.

"Die 19,50 muss aber mindestens stehen. Ich will mich schließlich nicht zum Löffel machen. Es kann trotzdem sein, dass ich an einem Meeting teilnehme, weil der Veranstalter mich unbedingt dabei haben möchte. Dann wird es aber von mir vorher eine klare Ansage geben - was ich derzeit leisten kann und was nicht."

Keine Frage, Olympia ist das große Ziel. Dem Kampf um das London-Ticket wird alles andere untergeordnet. Dass es vorher noch eine EM gibt, ist den meisten Aktiven gar nicht recht. Immerhin hat der deutsche Verband den EM-Start nicht zur absoluten Pflicht erhoben. "Ich muss sehen, wie es in die Vorbereitung passt. Möglicherweise organisierst du den EM-Auftritt wie ein Meeting - Anreise zum Wettkampftag, Antreten und wieder weg. Man muss sehen. London bleibt jedenfalls das A und O."

Das sieht Trainer Gerald Bergmann nicht anders: "Dieses Jahr ist ein Olympia-Jahr. Nur das zählt. Nebenbei, was bisher im Training so zu sehen war, stimmt mich durchaus optimistisch. Nordhausen wird eine gute Standortbestimmung. Ich glaube, so ein hochkarätig besetztes Hallen-Meeting hat es in Deutschland noch nie gegeben."

Für das 12. Nordhäuser Meeting hat sich ein Superfeld angekündigt. Neben Weltmeister David Storl aus Chemnitz treten die Ex-Weltchampions Christian Cantwell, Reese Hoffa und Adam Nelson aus den USA an. In den Ring steigt ebenso Peking-Olympiasieger Tomasz Majewski aus Polen. Namhafte Kugelstoßerinnen treten in der Frauen-Konkurrenz mit Nadine Kleinert, Josephine Terlecki (beide Magdeburg), Christina Schwanitz (LV Erzgebirge), der Niederländerin Melissa Boekelmann und der Italienerin Chiara Rosa an.

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