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3:2 gegen Dresden: SSC auf Platz 1 : Kurioses Spitzenspiel mit Happyend

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Der Schweriner SC geht nach einem packenden 3:2-Erfolg über Dresden als Spitzenreiter in die kurze Weihnachtspause. „Meine Spielerinnen haben eine tolle Hinrunde hingelegt“, sagte Trainer Teun Buijs.

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2012 | 07:43 Uhr

Schwerin | Meister gegen Vizemeister, Tabellenzweiter gegen Spitzenreiter, Champions-League-Starter gegen Champions-League-Starter - das sind eigentlich alles Vorzeichen, die einen sportlichen Leckerbissen verheißen.

Eigentlich.

Nicht so am Sonnabend im Gipfeltreffen der Volleyballe rinnen zwischen dem Schweriner SC und dem Dresdner SC. Ziemlich genau 95 Minuten plätscherte da eine völlig kuriose Partie vor sich hin, bis schließlich im Tiebreak tatsächlich so etwas wie ein Spitzenspiel ablief. Und nach einem nach dem letzten Seitenwechsel fast schon dramatischen Verlauf hatte letztlich der Gastgeber das bessere Ende für sich: 3:2 (15, -17, 15, -20, 13) hieß es nach insgesamt 111 Spielminuten, in denen die Rekordkulisse von 2035 Zuschauern in der neuen Arena durch ein Wechselbad der Gefühle musste.

Kurios dabei: Egal, wer es war, die Mannschaft, die auf der Spielfläche rechts vom Hauptschiedsrichter stand, bekam sprichwörtlich kein Bein auf die Erde. Und so war es wohl doch ein Eigentor, dass Dresdens Trainer Alexander Waibl ganz tief in die Psycho-Trick-Kiste griff und während des Warmmachens genau diese Seite, die üblicherweise dem Gastgeber vorbehalten ist, von seinem Team besetzen ließ. Auf dieser Fläche begannen die Dresdnerinnen auch - und erlebten ihr blaues Wunder. Gerade einmal neun Punkte waren gespielt, als es schon in die erste technische Auszeit ging. Der SSC spielte wie im Rausch, bei Dresden klappte gar nichts. Und nach nur 24 Minuten - wenn man zwei Auszeiten und zwei technische Auszeiten abzieht, waren es "echte" 21 Minuten - hatte Schwerin den ersten Durchgang für sich verbucht.

Ähnliches Bild in Satz zwei, nur mit veränderten Trikotfarben: Dresden hatte die Oberhand, der SSC wackelte in Annahme und Abwehr - 17:25 nach 23 Minuten. Die Durchgänge drei und vier verliefen nahezu identisch, wobei SSC-Trainer Teun Buijs im dritten Satz mit der Einwechslung von Laeticia Moma Bassoko für die gesundheitlich angeschlagene Janine Völker ein Glücksgriff gelang. Beim 3:4 ins Spiel gekommen, sorgte sie in der Folge für die notwendige Ruhe auf dem Feld und für den einen oder anderen schön herausgespielten Punkt.

Das Drama mit der rechten Spielhälfte nahm im Tiebreak seinen weiteren Lauf: Schwerin begann auf dieser Seite und lag beim letzten Seitenwechsel mit 4:8 hinten. Aber dann ging es ja in die an diesem Tag "gute" Hälfte, und fast schon logischerweise folgte die Aufholjagd, die mit einem Dresdner Angriffsschlag ins Aus ihr glückliches Ende nahm und über den Jahreswechsel die Tabellenführung einbrachte.

"Es war ein sehr enges Spiel", gab Teun Buijs anschließend zu Protokoll. "Ich bin zufrieden, dass wir gewonnen haben, obwohl es nicht unser bestes Spiel war und wir der glückliche Sieger sind. Das Publikum hat heute den Unterschied gemacht und uns die nötige Power gegeben. Aber man hat gemerkt, dass wir ein schweres Programm hinter uns haben und die Mädchen zwischendurch auch schon mal die jetzt anstehende dreitägige Pause und Weihnachten im Kopf hatten…"

Derlei Analytisches war von Dresdens Coach - ohnehin kein Freund von Schwerin, was aber mittlerweile auf Gegenseitigkeit beruht - nicht zu vernehmen. Zwar zeichnete er zunächst noch die seiner Meinung nach beste Schweriner Akteurin aus - es war Lisa Thomsen, die 91 Prozent ihrer Annahmen gut hinbekam. Aber nach seiner Beurteilung des Spiels befragt, sagte der sichtlich angefressene Alexander Waibl nur: "Ich wünsche ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!" Sprachs, und verließ das Interview.

Sollte irgendjemand in Schwerin zuvor noch Sympathie für diesen Coach empfunden haben, dürfte das jetzt wohl endgültig Geschichte sein.

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