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22. November 2017 | 12:24 Uhr

FC Hansa Rostock : "Kogge in Planken zerlegt"

vom

Als "eine rauschende Ballnacht" feierten die Westfälischen Nachrichten das 5:2 "ihres" Vereins SC Preußen Münster am Mittwochabend über den FC Hansa: "Es war ein fesselnder Abend." Die Klatsche schmerzt die Kogge sehr.

svz.de von
erstellt am 09.Aug.2012 | 08:09 Uhr

Münster | Als "eine rauschende Ballnacht" feierten die Westfälischen Nachrichten das 5:2 "ihres" Fußball-Drittligisten SC Preußen Münster am Mittwochabend über den FC Hansa: "Es war ein fesselnder Abend. Und keinen interessierte in diesem Moment, was da bei einem weltumfassenden Sportfest in London passierte. Für dieses Riesen-Spektakel gab es Gold für die Preußen. Volle Bude, schneller Rückstand, dann noch der Nackenschlag zum 0:2, ehe Münster am richtig großen Rad drehte und die Hansa-Kogge in ihre einzelnen Planken zerlegte."

Und die Rostocker? Die hatten, da waren selbst die Beteiligten und also Mitschuldigen keiner anderen Meinung, im Kollektiv defensiv versagt. Völlig klar, dass angesichts einer solchen Klatsche wie schon nach dem 0:3 in Unterhaching sofort wieder der Volkszorn hochkocht. Vor allem gegen die Verantwortlichen des Vereins, die den sofortigen Wiederaufstieg als Saisonziel ausgegeben haben. Von solchen Ambitionen war der "von Trainer Wolfgang Wolf zusammengestellte bunte Haufen" (Zitat aus den WN) um Welten entfernt. Sieht man einmal von den blitzsauberen Zügen zum 1:0 und 2:0 ab. Diese freilich verdeutlichten, dass die aktuelle Hansa-Mannschaft durchaus in der Lage ist, attraktiven Fußball zu zeigen. Jedenfalls im Gang nach vorn.

Im Preußenstadion, einem Denkmal althergebrachter Baukunst (*1926), das sogar noch die Überreste einer, Sie lesen richtig, Aschenbahn aufweist sowie Stehplatz-Betonränge, auf denen das Unkraut sprießt, feuerten etwa 1000 Gäste-Fans ihre Mannschaft bis zum Schluss vorbildlich an. Kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit "überschwemmten" sie ihren Block mit einem blau-weißen Fahnenmeer. Sah toll aus, die Choreographie. Nur die farblich darauf abgestimmte Qualmwolke hätten sich die Anhänger mal wieder sparen können.

10 748 Zuschauer insgesamt waren Zeugen des Spektakels, in dem "für uns genug Chancen vorhanden waren, um auch nach dem 2:4 noch den Ausgleich schaffen zu können", so FCH-Innenverteidiger Matthias Holst. In der Tat hätte dafür allein der unglückliche Lucas Albrecht sorgen können. Nie ist er dichter dran gewesen, endlich den Blockierungs-Knoten platzen zu lassen, als an diesem Abend. Kaum war der Stürmer auf dem Platz, kam er auch schon nach eigener guter Vorarbeit frei zum Abschluss, traf jedoch mit links nur den Pfosten (62.). Zehn Minuten später sprang sein Schuss von der Latte ins Feld zurück. Schließlich verfehlte er aus bester Position nach schöner Vorlage von Berger das Gehäuse deutlich (73.). So steht Albrecht nun auch nach seinem 29. Einsatz noch immer ohne einen einzigen Treffer in der 3. Liga da. Bliebe anzumerken, dass Johan Plat in den Schlusssekunden ein hübsches Tor erzielte, dem aber aus unerfindlichen Gründen die Anerkennung versagt blieb.

Pech war durchaus auch bei beiden gegen die Gäste verhängten Elfmetern im Spiel. Wenn der zweite, bei dem Kevin Müller den Münsteraner Taylor gefoult haben soll, überhaupt einer war. Der Torwart sah ja auch nicht die in einem solchen Fall unvermeidliche Rote Karte wegen Notbremse, sondern lediglich Gelb.

2:5, das war im Endeffekt eine eindeutige Angelegenheit. Wenn auch die Westfalen in den Augen des defensiven Rostocker Mittelfeldspielers Ken Leemans keineswegs die bessere Mannschaft waren (!): "Ich glaube nicht. Die haben bloß ihre Chancen genutzt und wir nicht. Wir müssen positiv bleiben, einfach weiterarbeiten, und das Glück kommt einmal zurück. Wir hatten", führte der Belgier weiter aus, "gut im Kopf, dass die ersten 15 Minuten besonders wichtig sind, und machten mit zwei Angriffen zwei Tore. Leider stand es aber nach der ersten Halbzeit nur 2:2, und am Ende ist das Resultat ein bisschen hoch ausgefallen. Doch es muss weitergehen."

Leemans setzt vor der nächsten Partie am Sonntag (14 Uhr DKB-Arena) gegen den Chemnitzer FC auf mannschaftlichen Schulterschluss: "Wir werden nicht mit dem Finger auf die Verteidigung oder den Angriff zeigen. Wir gewinnen alle zusammen, und wir verlieren alle zusammen."

Hansa intern:
Heute 14 Uhr Training
Heute findet eine Übungseinheit statt
(14 Uhr). Das Abschlusstraining steigt morgen um 10 Uhr.


Duell mit langer Tradition
Bislang zum letzten Mal standen sich Rostock und Chemnitz am 13. Mai 1995 in der 2. Bundesliga gegenüber. Hansa schaffte auswärts ein 1:1. Die Duelle mit dem früheren FC Karl-Marx-Stadt haben eine lange Tradition. Beide bestritten bereits 63 (!) Pflichtspiele gegeneinander.

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