Mecklenburger verpasst Etappensieg bei Tour de France : Keine Belohnung für Radprofi Voigt

<fettakgl>Beim Einstieg in die Alpen</fettakgl> zeigte  Jens Voigt gestern noch einmal seine ganze Klasse.   <foto>Foto: dpa</foto>
Beim Einstieg in die Alpen zeigte Jens Voigt gestern noch einmal seine ganze Klasse. Foto: dpa

Jens Voigt ist nach einer bravourösen Vorstellung auf der ersten schweren Bergetappe der Tour de France knapp am dritten Tour-Etappensieg seiner Karriere vorbei gefahren. Er musste sich mit dem dritten Platz begnügen.

svz.de von
11. Juli 2012, 07:38 Uhr

Bellegarde | Altmeister Jens Voigt ist nach einer bravourösen Vorstellung auf der ersten schweren Bergetappe der Frankreich-Rundfahrt um Haaresbreite am dritten Tour-Etappensieg seiner Karriere vorbei gefahren. Der 40-Jährige musste sich auf der zehnten Etappe über 194,5 Kilometer von Macon nach Bellegarde-sur-Valserine mit dem undankbaren dritten Platz im Finish einer fünfköpfigen Ausreißergruppe begnügen. Den Tagessieg holte sich indes der französische Publikumsliebling Thomas Voeckler vor dem früheren italienischen Giro-Sieger Michele Scarponi.

Doch beim Einstieg in die Alpen zeigte Voigt, der älteste Teilnehmer des Pelotons, noch einmal seine ganze Klasse. Gut 40 Kilometer vor dem Ziel war er mit über einer Minute Rückstand bereits abgehängt, doch der zweimalige Deutschland-Toursieger kämpfte sich nach einem beherzten Soloritt acht Kilometer vor dem Ziel an die Spitzengruppe wieder heran. Im Schlusssprint auf den letzten Metern reichte die Kraft aber nicht mehr aus.

"Ich bin absolut glücklich mit Platz drei. Wieder einmal habe ich gezeigt, dass man mich nie abschreiben sollte", sagte Voigt: "Ganz tief in mir drin war mir eigentlich schon klar, dass ich zu kaputt bin. Aber ich habe trotzdem alles probiert", sagte der gebürtige Grevesmühlener.

Das spannende Finale, das Voeckler mit dem dritten Etappensieg seiner Karriere für sich entschied, stellte das Duell der Führenden im Gesamtklassement noch deutlich in den Schatten. Dabei hatte Geheimfavorit Vincenzo Nibali das Gelbe Trikot von Bradley Wiggins erstmals in die Bredouille gebracht, doch am Ende war der britische Bahnrad-Olympiasieger mit seinem Sky-Express wieder Herr der Lage.

Trotzdem erhielt Wiggins schon einmal einen möglichen Vorgeschmack auf die nächsten Tage. Nibali, der Vuelta-Sieger von 2010, hatte nach einer Attacke zwischenzeitlich mehr als eine Minute auf Wiggins herausgefahren. Doch Wiggins kämpfte sich mit seinen Teamkollegen und Evans wieder heran.

So erreichten die Favoriten gut 3:15 Minuten hinter Tagessieger Voeckler einträchtig das Ziel. Damit liegt der Mann mit dem "Maillot jaune" auf den Schultern weiterhin 1:53 Minuten vor dem australischen Titelverteidiger Evans.

Mit 175 Fahrern und damit drei weniger im Vergleich zu Montag war der Tross gestern in Macon gestartet. Der deutsche Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin, der bereits auf der ersten Etappe einen Kahnbeinbruch erlitten hatte, war bereits am Dienstag in die Heimat abgereist. Verletzungsbedingt musste auch der australische Meister Matt Lloyd (Ellbogenbruch) aufgeben. Probleme anderer Art hat indes der Franzose Remy Di Gregorio, der am Dienstag wegen Dopingverdachts festgenommen worden war und heute in Marseille dem Richter vorgeführt werden soll.

Für den Rest des Feldes wartet indes auch heute noch einmal Schwerstarbeit in den Bergen. Auf der 148 Kilometer langen Etappe von der früheren Olympiastadt Albertville nach La Toussuire sind unter anderem mit dem Col de la Madeleine und dem Col de la Croix de Fer zwei Berge der höchsten Kategorie zu bewältigen. Und am Ende der Etappe wartet noch der 18,1 Kilometer lange und steile Schlussanstieg nach La Toussuire hinauf.

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