Hansa Rostock findet Nachfolger für Manager Beinlich : Juri Schlünz lässt sich breitschlagen

Handy am Ohr: Telefonieren gehört künftig zu den wichtigsten Beschäftigungen von Juri Schlünz. Bernd Brandt
Handy am Ohr: Telefonieren gehört künftig zu den wichtigsten Beschäftigungen von Juri Schlünz. Bernd Brandt

Hansa Rostock hat die totale Führungskrise im letzten Moment abgewendet. Einen Tag vor Ablauf der Frist hat der Vorstand in Juri Schlünz gestern einen Nachfolger für den zurückgetretenen Manager Stefan Beinlich gefunden.

von
11. September 2012, 08:30 Uhr

Rostock | Hansa Rostock hat die totale Führungskrise im letzten Moment abgewendet. Einen Tag vor Ablauf der Frist hat der Vorstand in Juri Schlünz gestern einen Nachfolger für den zurückgetretenen Manager Stefan Beinlich gefunden, der dem Aufsichtsrat genehm war. Neben ihm waren der ehemalige Hansa-Trainer Andreas Zachhuber und der frühere Hansa-Torhüter Martin Pieckenhagen als mögliche Beinlich-Nachfolger gehandelt worden.

"Es ist wichtig, dass kurzfristig wieder Ruhe bei unserem FC Hansa einkehrt. Juri Schlünz hat sich deshalb dankenswerterweise dazu bereit erklärt, die satzungsmäßige Vakanz des fehlenden Vorstandsmitglieds zu beheben", teilte Vorstandschef Bernd Hofmann in einer Pressemitteilung mit. Damit ist der vierköpfige Hansa-Vorstand mit Hofmann (43 Jahre), Finanzvorstand Sigrid Keler (70) und Marketingchef Peter Zeggel (52) nach einem Vierteljahr wieder komplett.

Hofmann - der mit seinem Stab 2010 auch Schlünz ablöste und ihn jetzt wieder zurückholt - kam mit seinem zweiten Vorschlag nach der Ablehnung von Stephan Beutel einstimmig durch. "Wir sind froh, mit Juri Schlünz einen ausgesprochenen Fachmann in unseren Reihen begrüßen zu dürfen. Das ist keine Notlösung, sondern die bestmögliche Entscheidung - noch dazu zu einer finanziellen Vergütung im Interesse des FC Hansa", so Hofmann.

Wie der bisherige Vorstand wurde Schlünz, der Leiter der Nachwuchsakademie des Vereins bleibt, bis 30. Juni 2014 bestellt. Ob er die Funktion auch bis dahin ausübt, ließ er offen. "Erst mal sehen, wie die Zusammenarbeit funktioniert. Ich möchte zunächst mit Marc Fascher und dem Trainerteam kommunizieren, den Spielern, von denen ich ja viele aus dem Juniorenbereich kenne, Selbstvertrauen einflößen, damit wir mit der Kogge peu à peu wieder in ruhige Gewässer kommen."

Der ehemalige DDR-Auswahlspieler sieht sich auf dem neuen Posten offensichtlich nicht als Dauerlösung und will sich zu gegebener Zeit wieder ganz dem Nachwuchs widmen. "Bei zukünftigen strukturellen Überlegungen des Vereins zur Ausrichtung der einzelnen Vorstandsämter werde ich mich gegebenenfalls wieder meinem bisherigen Aufgabengebiet widmen", kündigte Schlünz an.

Letztlich hat die Legende des Vereins, dem er seit 1968 angehört, auch mal wieder nicht nein sagen können: "Ich bin wohl einer der letzten braven Vereinssoldaten." Sich der Mannschaft vorzustellen, sah Schlünz nicht als primär an: "Die haben alle Smartphones und können nachgoogeln, wer ich bin."

Juri Schlünz wurde am 27. Juli 1961 in Berlin geboren. Er absolvierte die Rekordzahl von 406 Pflichtspielen für den FC Hansa Rostock einschließlich Europapokal und 1. Bundesliga, war Ost-Meister und -Pokalsieger 1991. Sechs Einsätze in der U21-Nationalmannschaft und drei in der Olympia-Auswahl der DDR stehen zu Buche, nur ein A-Länderspiel war dem 51-Jährigen nicht vergönnt.

Zur Person

Juri Schlünz hat die Fußball-Lehrer-Lizenz, war auch viermal Trainer „seines“ FC Hansa. Als Nachfolger von Armin Veh amtierte er von Oktober 2003 bis November 2004. Er führte die Mannschaft auf Platz neun der
1. Bundesliga 2003/04. Nochmals sprang Schlünz im November 2008 zur Überbrückung von Frank Pagelsdorf auf Dieter Eilts in der 2. Liga ein. Bitter: Diese Engagements endeten jeweils mit 0:6-Niederlagen (14. November 2004 gegen den Hamburger SV, 17. November 2008 beim 1. FC Kaiserslautern). Zudem fungierte er zwischen dem 7. Juli und dem 19. September 2000 sowie vom 2. Dezember 2001 bis 2. Januar 2002 als Interimstrainer. Schlünz ist seit ihrer Gründung im Jahr 2007 Leiter der Nachwuchsakademie des FC Hansa.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen